Wirtschaft

Unterm Strich Minus durch Corona Toilettenpapierhersteller erleiden Einbrüche

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Volle Lager: Monatelang kauften Großkunden wie Behörden, Schulen und die Gastronomie kein Toilettenpapier.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zeitweise gehörte Toilettenpapier zu Beginn der Corona-Krise zu den begehrtesten Gütern. Doch der Eindruck durch die leeren Supermarktregale täuscht. Der Absatz bei den wichtigen Großkunden der Branche ist nahezu vollständig weggebrochen.

Der Toilettenpapierhersteller Ille hat in der Corona-Krise Kurzarbeit anmelden müssen. "Viele unserer Kunden waren von den behördlichen Schließungen betroffen. Dementsprechend ist auch der Absatz an Toilettenpapier im März und April eingebrochen", sagte Geschäftsführerin Marion Gottschalk. Ille beliefert unter anderem Hotels, Gastronomie, Industrie und Handel sowie die öffentliche Verwaltung, Schulen, Kinos und Fitnesscenter mit speziellen Klopapierrollen, die häufig größer als die haushaltsüblichen Rollen sind.

Das Unternehmen habe im April Umsatzverluste bei Toilettenpapier von bis zu 30 Prozent verzeichnet, sagte eine Sprecherin. "Daher haben wir unsere Bestellungen zurückgefahren, dennoch sind die Lagerbestände durch den geringen Absatz derzeit erhöht." Seit Mai sei die Kurzarbeit abteilungsweise reduziert und teilweise wieder aufgehoben worden.

Hamsterkäufe nicht relevant

Der Verkauf von kleineren Rollen über Supermärkte und Onlineshops habe die Verluste bei Ille nicht decken können. Zu Beginn der Corona-Beschränkungen war der Absatz von Toilettenpapier zeitweise um das Dreifache gestiegen. Viele Konsumenten hatten sich mit so vielen Packungen eingedeckt, dass Supermärkte und Drogerien das begehrte Gut rationieren mussten. Allerdings hielt dieser Boom nicht lange an. Bereits im April fiel der Absatz - unter anderem auch, weil das Papier in vielen Märkten nicht mehr verfügbar war - weit unter das Vorkrisenniveau.

Dabei war der zeitweise Ausverkauf in den Supermärkten aus Sicht von Ille-Geschäftsführerin Gottschalk nur zu einem geringen Teil auf Hamsterkäufe zurückzuführen. "Tatsächlich waren die Menschen mehr zu Hause und haben dort Toilettenpapier benötigt."

Auch die Marke Tork, mit der das Unternehmen Essity Großabnehmer wie Bürogebäude, Restaurants und Einrichtungen des Gesundheitswesens unter anderem mit Klopapier versorgt, hat einen deutlichen Nachfragerückgang verzeichnet. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Toilettenpapier anderer Marken des Unternehmens aber gestiegen. "Das hat sich unternehmensweit weitgehend gewichtet", sagte eine Sprecherin. Kurzarbeit sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts