Wirtschaft

Vor Milliarden-Fusion mit Sprint Trump-Berater erhält Geld von T-Mobile

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Corey Lewandowski (l.) teilt sich im Kapitol Arbeitsräume mit dem Lobbyunternehmen Turnberry Solutions.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im US-Wahlkampf beriet er Donald Trump, nun arbeitet er für den Vizepräsidenten – und offenbar gleichzeitig für ein Lobbyunternehmen. Corey Lewandowskis Rolle bei der Genehmigung der T-Mobile-Übernahme von Sprint wirft Fragen auf.

Ein früherer Wahlkampfberater von US-Präsident Donald Trump soll den US-Mobilfunkkonzern T-Mobile US bei der angestrebten Fusion mit dem Konkurrenten Sprint unterstützen. Die Zusammenarbeit mit Corey Lewandowski dürfte vor allem mit Blick auf die behördliche Genehmigung des Zusammenschlusses eine Rolle spielen.

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Die Deutsche-Telekom-Tochter teilte mit, die Lobbyfirma Turnberry Solutions bereits im August mandatiert zu haben. "Corey Lewandowski arbeitet nun mit dieser Firma zusammen und sie haben T-Mobile eine Reihe von Perspektiven zu einer Vielfalt von Themen angeboten, inklusive der geplanten Transaktion", so das Unternehmen.

Laut Dokumenten, in die das Wall Street Journal Einblick hatte, und informierten Personen erhält Lewandowski einen Anteil des Honorars, das T-Mobile an die Lobbying-Gesellschaft zahlt. Wie genau seine Arbeit mit Turnberry Solutions aussieht, ist unklar. Im Kapitol in Washington teilt sich Lewandowski Arbeitsräume mit Turnberry Solutions, die im vergangenen Jahr von zwei seiner engen Partner gegründet wurde.

Lewandowski in Mailwechsel einbezogen

Lewandowski hatte bisher jegliche Beziehung mit Turnberry dementiert. Er reagierte nicht auf Bitten um eine Stellungnahme. Er habe sich nie als Lobbyist registriert und nach eigenen Angaben nie Lobbyarbeit betrieben, sondern seine Kunden lediglich "strategisch beraten". Er hat weiterhin gute Beziehungen zu Donald Trump. Diesen Monat berief Vizepräsident Mike Pence ihn in eines seiner Beratergremien.

T-Mobile hat Turnberry bislang 100.000 US-Dollar überwiesen, wie aus den Lobby-Berichten des Unternehmens hervorgeht. Laut den Dokumenten, die dem Wall Street Journal vorliegen, hat Lewandowski eine Reihe von E-Mails in Kopie erhalten, in denen es um die Zusammenarbeit zwischen dem Mobilfunkkonzern und Turnberry ging.

Im April hatten sich die Mehrheitseigentümer von T-Mobile und Sprint, die Deutsche Telekom und die japanische Softbank, auf einen Zusammenschluss der beiden Mobilfunkunternehmen in einem Aktientauschgeschäft geeinigt. Der Wert des fusionierten Unternehmens, das auch künftig von der Deutschen Telekom kontrolliert und konsolidiert wird, wird rund 150 Milliarden US-Dollar betragen.

Es gibt jedoch keine Garantie, dass Washington den Deal ohne weiteres abnickt. Im November verklagte die US-Regierung AT&T, um die 85 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Time Warner zu blockieren. 2011 scheiterte der Verkauf von T-Mobile US an AT&T am Widerstand der US-Kartellwächter.

Quelle: n-tv.de, fhe/DJ

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