Wirtschaft

Millionen Barrel verkauftTrump-Spender profitiert von Öl-Deal mit Venezuela

16.01.2026, 16:18 Uhr
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Bis 2005 war Venezuela einer der wichtigsten Öllieferanten der Vereinigten Staaten, mit monatlichen Importen von bis zu 60 Millionen Barrel. (Foto: picture alliance / dpa)

Der erste Deal mit venezolanischem Öl ist in trockenen Tüchern. Das erfreut nicht nur Donald Trump. Es bringt auch einen engen Unterstützer des US-Präsidenten ins Rampenlicht.

Der Startschuss für den umstrittenen Plan von US-Präsident Donald Trump, bis zu 50 Millionen Barrel venezolanisches Öl zu verkaufen, ist gefallen. Laut einem Bericht der "Financial Times" hat die US-Regierung dem niederländischen Energie- und Rohstoffkonzern Vitol venezolanisches Öl im Wert von 250 Millionen Dollar verkauft. Ein Regierungsbeamter erklärte, dass in den "kommenden Tagen und Wochen" mit zusätzlichen Verkäufen zu rechnen sei.

Besonders brisant: Der leitende Ölhändler von Vitol John Addison hatte sowohl für Trumps Wiederwahlkampagne gespendet als auch in der vergangenen Woche an einem Treffen mit dem Präsidenten im Weißen Haus teilgenommen. Laut der Datenbank Open Secret hat Addison im Oktober 2024 fünf Millionen Dollar an MagaInc. und mehr als eine Million Dollar an zwei andere Trump-nahe Pacs gespendet. Pacs und Super-Pacs sind Organisationen, die Geld von Privatpersonen oder Unternehmen einsammeln, um Kandidaten unabhängig von deren Wahlkampagne zu unterstützen. Addisons Arbeitgeber teilte mit, dass seine Spenden, die ihn zu einem der großzügigsten Trump-Unterstützer in Houston machten, in privatem Rahmen getätigt wurden.

Der Öl-Händler hatte außerdem den Leiter der US-Niederlassung von Vitol, Ben Marshall, zu einem Treffen mit hochkarätigen Vertretern der US-Ölindustrie im Weißen Haus begleitet. Vitol war das einzige Unternehmen, das mit zwei Spitzenvertretern an den Gesprächen teilnahm. Addison versprach Trump bei der Veranstaltung, dass Vitol den bestmöglichen Preis für venezolanisches Öl für die USA erzielen werde, "damit Sie dank Ihres Einflusses auf die Venezolaner bekommen, was Sie wollen", zitiert die "FT" Addison.

Auch der global tätige Rohstoffhändler Trafigura hat nach Informationen der "FT" venezolanisches Öl im Wert von 250 Millionen Dollar gekauft. Laut Open Secrets gab das Unternehmen in den Jahren 2024 und 2025 525.000 Dollar für Lobbyarbeit in den USA aus. Trafigura und Vitol sollen laut einem Beamten des Energieministeriums ausgewählt worden sein, weil sie "bereit und in der Lage waren, die ersten Transaktionen zügig abzuwickeln". Vitol und Trafigura werden das venezolanische Öl, das sie von den USA kaufen, an ihre Kunden weiterverkaufen. Washington hatte zuvor verlangt, dass ein Großteil des Öls an US-Käufer verkauft werde.

Laut US-Energieminister Chris Wright haben die USA das venezolanische Öl zu Preisen verkauft, die 30 Prozent über denen lagen, die die Regierung unter Maduro noch vor drei Wochen erzielt hatte. Die US-Sanktionen hatten Caracas gezwungen, sein Öl mit einem hohen Preisnachlass zu verkaufen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Taylor Rogers, versucht die Kritik an der Auswahl seiner Geschäftspartner im Keim zu ersticken. Präsident Trump handele immer im besten Interesse des amerikanischen Volkes, wie beispielsweise bei der Vermittlung des Energieabkommens mit Venezuela unmittelbar nach der Verhaftung des Drogenterroristen Nicolás Maduro. "Die fortgesetzten Versuche der Medien, Interessenkonflikte zu erfinden, sind ein ermüdender Versuch, von der unglaublichen Arbeit abzulenken, die nur dieser Präsident leisten kann", zitiert die "FT" ihn.

Bis 2005 war Venezuela einer der wichtigsten Öllieferanten der Vereinigten Staaten, mit monatlichen Experten von bis zu 60 Millionen Barrel. Die Lage änderte sich dramatisch, nachdem der damalige sozialistische Staatschef Hugo Chávez 2007 die Branche weiter verstaatlichte und den Besitz von US-Firmen beschlagnahmte.

Nach einem Höchststand von mehr als drei Millionen Barrel pro Tag Anfang der 2000er Jahre produzierte Venezuela zuletzt unter eine Million Barrel pro Tag - rund zwei Prozent der weltweiten Gesamtmenge. 2019 verbot Trump die Einfuhr venezolanischen Öls im Zuge von Sanktionen gegen Maduro.

Die staatliche venezolanische Ölgesellschaft PDVSA hatte zuletzt begonnen, die Rohölproduktion zu drosseln. Die anhaltende Blockade durch der USA machte Exporte weitgehend unmöglich. Deshalb gingen PDVSA die Lagerkapazitäten im eigenen Land aus. Laut TankerTrackers.com warten derzeit mehr als 17 Millionen Barrel venezolanisches Öl in Schiffen auf ihre Abfahrt.

Quelle: ntv.de, jki

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