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"Wer ist unser größerer Feind?" Trump attackiert Xi und Fed-Chef Powell

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US-Präsident Trump nutzt Twitter oft als Kommunikationskanal.

(Foto: AP)

China droht mit neuen Strafzöllen, und Notenbankchef Powell kündigt keine Zinserhöhungen an - zwei Ereignisse, die US-Präsident Trump auf die Palme bringen. In mehreren Tweets holt der 73-Jährige zum Gegenschlag aus. An den Börsen macht sich bereits Verunsicherung breit.

US-Präsident Trump hat in mehreren Twitter-Botschaften auf Chinas Ankündigung neuer Strafzölle reagiert. Gleichzeitig machte er seinem Ärger über Jerome Powell, Chef der US-Notenbank, Luft. Dieser hatte kurz zuvor eine Rede gehalten, ohne dabei konkrete Schritte wie Zinssenkungen anzukündigen. "Meine einzige Frage ist: Wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder der Vorsitzende Xi?", schrieb Trump auf Twitter. "Wie üblich hat die Fed nichts unternommen." In einem weiteren Tweet schrieb Trump: "Wir haben einen sehr starken Dollar und eine sehr schwache Fed."

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Powell hatte zuvor in einer mit Spannung erwarteten Rede auf der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole erklärt, die US-Notenbank werde angemessen handeln. Powell wies darauf hin, dass die gegenwärtige Unsicherheit in der US- und Weltwirtschaft maßgeblich auf den von US-Präsident Trump ausgelösten Handelsstreit zurückgehe, was der Fed ihre Arbeit erschwere. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt eine deutliche Zinssenkung von der Fed gefordert.

Trump "befiehlt" Firmen, China zu verlassen

Bezogen auf die chinesischen Vergeltungszölle forderte der Präsident US-Firmen auf, China zu verlassen. Amerika werde es ohne China besser gehen, schrieb Trump. "Wir brauchen China nicht und, ehrlich gesagt, ginge es uns ohne sie besser". US-Firmen sei "hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen" und Produkte wieder zuhause in den USA herzustellen, so Trump. Dabei gab Trump keine Einzelheiten dazu bekannt, wie er den Befehl durchsetzen will. Der US-Präsident kann amerikanische Unternehmen nicht dazu zwingen, China zu verlassen.

Gold, Feinunze
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Die wichtigsten Aktienindizes an der Wall Street gaben nach Trumps Tweets um einen Prozentpunkt nach. Auch der Dax verlor zum Handelsende 1,2 Prozent. Der Goldpreis hingegen kletterte über die Marke von 1500 Dollar. Allgemein gilt das Edelmetall als sichere Anlage in Krisenzeiten.

Die Regierung in Peking hatte am Nachmittag eine weitere Eskalation im Handelskrieg mit den USA eingeleitet und neue Strafzölle auf US-Waren angekündigt. Allgemein war an den Märkten mit einer Reaktion von China gerechnet worden, nachdem zuvor die US-Regierung höhere Zölle auf chinesische Waren in Aussicht gestellt hatte.

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Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/DJ/rts

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