Wirtschaft
Die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (Opec) und andere Ölproduzenten wie Russland haben sich darauf geeinigt,  die Öl-Förderung zurückzufahren.
Die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (Opec) und andere Ölproduzenten wie Russland haben sich darauf geeinigt, die Öl-Förderung zurückzufahren.(Foto: picture alliance / epa apa Barba)
Freitag, 20. April 2018

"Künstlich hochgetrieben": Trump kritisiert Opec wegen Ölpreisen

Gemeinsam mit Russland beschließt die Opec, die Fördermenge bei Erdöl zu drosseln. Angesichts der steigenden Nachfrage treibt das die Preise in die Höhe. "Das ist nicht gut und wird nicht akzeptiert", twittert US-Präsident Trump.

US-Präsident Donald Trump hat die Opec für den Anstieg der Ölpreise kritisiert. Der Preis werde künstlich hochgetrieben, twitterte Trump. "Das ist nicht gut und wird nicht akzeptiert!" Der Opec warf er vor, "Spielchen" zu spielen. Öl hatte sich zuletzt deutlich verteuert. Grund ist unter anderem die Einigung der Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (Opec) und anderer Ölproduzenten wie Russland, die Förderung zurückzufahren. Damit wollen sie den Ölmarkt stabilisieren und dem Preisverfall, der Mitte 2014 einsetzte, entgegenzuwirken. Am Donnerstag musste für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit knapp 75 Dollar so viel bezahlt werden wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Am Freitag gab der Preis etwas nach und rutschte nach Trumps Tweet noch etwas weiter auf 73,27 Dollar ab. Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo verteidigte die Förderbremse. Sie habe die Branche vor dem Zusammenbruch gerettet, sagte er in Reaktion auf den Tweet. Man sei auf dem besten Weg, die Lage zu stabilisieren. Das sei im Interesse der Ölproduzenten, der Verbraucher und der Weltwirtschaft.

Nach Einschätzung von Saudi-Arabien hat die Förderbremse die Erholung am Ölmarkt aber noch nicht stark genug vorangetrieben. Die weltweiten Ölvorräte seien zwar gefallen und lägen mit 2,8 Milliarden Barrel deutlich unter ihren Spitzenwert von 3,12 Milliarden im Vorjahr, sagte Energieminister Khalid al-Falih bei einem Treffen von Mitgliedern der Opec und anderen Ölstaaten in Dschidda.

Es müsse aber noch mehr getan werden, um die Bestände zu drücken. "Wir müssen geduldig sein", sagte er. Russland indes kann sich eine Lockerung der Ölförderbremse vorstellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Ölminister Alexander Nowak. Im Juni wird die Opec erneut über den Erfolg der Maßnahmen beraten.

Energieminister Al-Falih sagte zwar, Saudi-Arabien habe kein Ziel beim Ölpreis. Vielmehr gelte es, starke Preisschwankungen zu vermeiden. Von Insidern hieß es aber zuletzt, der weltgrößte Ölexporteur sei mit einem Ölpreis von 80 bis 100 Euro je Fass zufrieden.

Quelle: n-tv.de