Wirtschaft
Der US-Präsident wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor.
Der US-Präsident wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor.(Foto: picture alliance / Michael Nelso)
Freitag, 14. September 2018

Trotz Gesprächen mit China: Trump legt im Handelsstreit erneut nach

US-Präsident Trump soll seine Mitarbeiter angewiesen haben, neue Strafzölle gegen China auf den Weg zu bringen. Dass Finanzminister Mnuchin gerade erst wieder Gespräch mit dem chinesischen Handelsmisterium aufgenommen hat, scheint dabei unwichtig.

US-Präsident Donald Trump will offenbar trotz anstehender Handelsgespräche mit China die von ihm angekündigten neuen Zölle einführen. Trump habe Mitarbeiter angewiesen, mit der Einleitung der Strafzölle auf den Import chinesischer Waren im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar fortzufahren, sagten vier informierte Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Trump habe sich mit seinen Spitzen-Handelsberatern getroffen, um die China-Zölle zu besprechen, darunter Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, sagten die Informanten. Mnuchin hatte das chinesische Handelsministerium erst vor Kurzem eingeladen, die Handelsgespräche wieder aufzunehmen. Mit den Schlagzeilen um die Zölle auf China-Importe fallen die Kurse an der Wall Street, auch der Dollar gibt weiter nach.

Der US-Präsident wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist das zurück. Der Streit belastet die Finanzmärkte, weil es die Sorge vor einem ausgewachsenen Handelskrieg gibt. Zuletzt gab es zumindest ein Signal der Annäherung: Die Regierung in Washington sprach eine Einladung zu neuen Verhandlungen aus. Zeit und Ort blieben allerdings unklar.

Suche nach anderen Wegen der Vergeltung

Beide Seiten zeigten sich zuletzt immer wieder unnachgiebig. Trump twitterte am Donnerstag, die USA stünden unter keinem Druck, einen Deal mit China zu machen. "Sie stehen unter Druck, einen Deal mit uns zu machen." Am Freitag schrieb die Staatszeitung "China Daily", die Regierung in Peking werde sich nicht unterwerfen. Die Volksrepublik meine es zwar ernst damit, den Streit beilegen zu wollen. Sie werde sich aber nicht verbiegen.

Das Weiße Haus hat bereits Zölle von 25 Prozent auf Güter aus China im Volumen 50 Milliarden Dollar erlassen. Die Chinesen hatten mit eigenen Zöllen zurückgeschlagen und haben ihre Bereitschaft zu einem erneuten Gegenschlag bereits bekräftigt. Bisher hat China auf die verhängten US-Zölle mit einer Vergeltung Dollar für Dollar reagiert. Im vergangenen Jahr importierte China allerdings nur Waren für rund 154 Milliarden Dollar aus den USA. Deshalb dürfte China auf der Suche nach anderen Wegen und Möglichkeiten zur Vergeltung sein, sollten die USA die angedrohten Zölle tatsächlich in Kraft setzten.

Quelle: n-tv.de