Wirtschaft

Verhandlungen mit der EU Trump macht Autozölle von "Deal" abhängig

Stellen deutsche Autos eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika dar? Diese Frage muss die Administration von US-Präsident Trump für sich noch beantworten. Als Entscheidungshilfe könnten dabei Handelsgespräche mit der EU dienen.

US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Worten die mögliche Verhängung von Strafzöllen auf europäische Autos vom Ausgang der Handelsgespräche mit der EU abhängig machen. "Wir verhandeln", sagte Trump in Washington während eines Treffens mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Wenn es zu keinem "Deal" mit den Europäern komme, werde er die Zölle verhängen. "Die EU war über viele, viele Jahre sehr schwierig", sagte Trump weiter: "Wir haben das sehr sorgfältig studiert, wir haben die Ergebnisse gesehen... Entscheidend am Ende ist, ob wir einen Deal mit der EU abschließen können."

Trump hatte am Sonntag einen offiziellen Bericht des US-Handelsministeriums erhalten, der die Grundlage für die Verhängung der neuen Zölle darstellen könnte. Das Ministerium stuft darin die Importe als eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ein, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Mit der gleichen Begründung hatte Trump im vergangenen Jahr Strafzölle auf Stahl und Aluminium erlassen.

Seit Einreichen des Berichts zu den Auto-Importen läuft eine gesetzliche Frist von 90 Tagen, innerhalb derer Trump über Konsequenzen zu entscheiden hat. Die USA und EU stehen seit vergangenem Jahr in Gesprächen über eine Handelsabkommen, die sich allerdings schwierig gestalten. Die Europäische Union hat vorgeschlagen, sämtliche gegenseitigen Zölle auf Industrieprodukte abzuschaffen, darunter auch Autos.

Merkel kritisiert Drohung scharf

Trump ist besonders das hohe Volumen deutscher Auto-Importe in die USA ein Dorn im Auge. Er sprach sich bereits für eine Abgabe von mindestens 20 Prozent auf Automobilimporte generell aus. Sollte dies umgesetzt werden, würden die Preise auf Autos aus Japan, Deutschland und Südkorea deutlich nach oben gehen, sofern es für diese Länder nicht zu Ausnahmeregelungen kommt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Drohung am Wochenende in ihrer Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz scharf kritisiert. Sie wies darauf hin, dass die deutschen Hersteller in hohem Maße auch innerhalb der USA produzieren und BMW sein weltweit größtes Werk im US-Bundesstaat South Carolina hat. "Wenn diese Autos, die in South Carolina gebaut werden, plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann erschreckt uns das", sagte Merkel.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/DJ

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