Wirtschaft

Handelskrieg schwelt weiter Trump mag nicht mehr mit China verhandeln

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Trump verknüpft Handelsgespräche und Virus-Krise.

(Foto: AP)

Zwischen den USA und China herrschte schon vor der Corona-Krise schlechte Stimmung, doch die hat sich nun noch verstärkt. Grund dafür sind Trumps Vorwürfe, China habe im Kampf gegen das Virus versagt. Das hat auch Folgen für die Handelsbeziehungen.

US-Präsident Donald Trump hat Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen über einen weitergehenden Handelsdeal mit China einen Dämpfer verpasst. Er denke derzeit nicht darüber nach, Gespräche über einen Phase-Zwei-Deal zu führen. "Ich denke derzeit nicht darüber nach", sagte Trump zu Reportern im Präsidenten-Flugzeug Air Force One auf die Frage, ob ein Phase-Zwei-Deal weiter auf dem Tisch liege. Er befasse sich gegenwärtig mit vielen anderen Dingen.

Die Beziehungen beider Länder seien von der Corona-Pandemie beschädigt worden, sagte der Präsident. "Sie hätten die Seuche stoppen können, sie haben sie aber nicht gestoppt", so Trump. Sie hinderten den Virus nicht daran, von der Provinz Wuhan aus in die übrigen Teile Chinas zu gelangen.

Das sogenannte Phase-Eins-Abkommen vom Januar hatte eine Entspannung im von Trump losgetretenen Handelsstreit mit China gebracht. Peking sagte zu, mehr US-Güter zu importieren und geistiges Eigentum zu respektieren. Washington verzichtete im Gegenzug auf neue Strafzölle und senkte teilweise bestehende Zölle.

Zuletzt hatte der Handelsberater des Präsidialamts, Peter Navarro, die Märkte weltweit aufgeschreckt mit der Aussage, es sei mit der ersten Phase "vorbei". Navarro sagte später, die Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Trump selbst erklärte dazu auf Twitter, die erste Phase sei "völlig intakt".

Es geht um weit mehr als das Virus

Die Beziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten verschlechtern sich seit Jahren. Letzter Grund ist die Coronavirus-Pandemie, für die Trump China verantwortlich macht. Doch bereits zuvor hatten Trumps Vorwürfe, China übervorteile die USA, für Belastungen gesorgt. Dabei handelt es sich nicht nur um Trumps persönliche Weltsicht. Er hat durchaus auch Unterstützung auf Seiten der Demokraten für den konfrontativen China-Kurs. So ist mitunter davon die Rede, dass sich die beiden engverbandelten Volkswirtschaften entkoppeln sollten.

Auch militärisch sehen die USA in China mittlerweile einen Konkurrenten. So gibt es immer wieder Spannungen im Südchinesischen Meer, das China in weiten Teilen für sich beansprucht. Die USA hingegen treten für die Freiheit der Meere und damit auch wichtiger Schifffahrtsrouten ein.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ/rts