Wirtschaft

Geld für "Irma"-Schäden Trump mahnt bei Steuerreform zur Eile

RTX3F70H.jpg

Donald Trump erinnert an sein Steuervorhaben.

(Foto: REUTERS)

Der Süden der USA droht in dieser Hurrikan-Saison im Chaos zu versinken. US-Präsident Trump nutzt die Chance, um an eines seiner wichtigsten Wahlversprechen zu erinnern: die große Steuerreform. Der Kongress müsse jetzt schnell handeln.

Angesichts der drohenden Verwüstungen durch den Hurrikan "Irma" hat US-Präsident Donald Trump den Kongress zu einer schnelleren Umsetzung der geplanten Steuerreform aufgerufen. Bei einem Kabinettstreffen in Camp David appellierte er zugleich noch einmal an die Bewohner Floridas, sich in Sicherheit zu bringen.

Die ersten Ausläufer des Wirbelsturms führten in dem Bundesstaat bereits zu Stromausfällen. Meteorologen warnten vor sintflutartigen Regenfällen und Tornados. Mehr als sechs Millionen der rund 20 Millionen Einwohner sind aufgerufen, die Gefahrenzonen zu verlassen. Es wird damit gerechnet, dass der Jahrhundertsturm an diesem Sonntag zuerst auf die Inselkette der Florida Keys trifft.

"Ich wollte die Beschleunigung ohnehin, aber jetzt brauchen wir sie noch mehr", sagte der Präsident zu Beginn des Treffens in Camp David in einem Video, das das Weiße Haus veröffentlichte. Trump hatte den von seiner republikanischen Partei dominierten Kongress bereits am Freitag über Twitter aufgefordert, bei der Steuerreform auf die Tube zu drücken. "Dies ist ein Sturm mit einem absolut historischen Zerstörungspotenzial", erklärte er ebenfalls am Wochenende.

Wetterchaos überlagert Reformpläne

Der US-Präsident verspricht mit seiner Steuerreform Durchschnittsamerikanern ein besseres Leben und mehr Jobs. Konkrete Pläne ist er bislang jedoch schuldig geblieben. Zunächst will er sich auch um etwas anderes kümmern.

Kern von Trumps Reformpaket ist eine starke Senkung des Unternehmenssteuersatzes - der weltweit einer der höchsten ist. Im Gegenzug sollen Firmen weniger Möglichkeiten bekommen, ihre zu versteuernden Gewinne kleinzurechnen. Geplant ist auch, dass Konzerne ihre im Ausland erzielten Gewinne in die USA überweisen können, ohne dass sie zusätzlich belastet werden.

Manche Beobachter bezweifeln angesichts der Querelen im Weißen Haus, dass Trump seine Steuerreform umsetzen können wird. Selbst seine eigene Partei ist in wichtigen Punkten uneins. Und die Demokraten muss Trump sowieso noch von seinem Projekt überzeugen. Die Opposition verlangt vor allem Entlastungen für die Mittelschicht. Außerdem lehnt sie Erleichterungen für Wohlhabende ab.

Trump versucht die Wetterkapriolen für sein Projekt zu nutzen. Durch die Sturm-Katastrophen erst durch "Harvey", dann durch "Irma" ist das Thema Steuerreform in den US-Medien in den Hintergrund gerückt, die Menschen blicken eher nach Texas und Florida, nicht nach Washington.

Quelle: ntv.de, ddi/rts