Wirtschaft

Erneut Zinssenkung gefordert Trump nennt Notenbanker "Dummköpfe"

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In den Augen von Donald Trump geht Notenbankchef Jerome Powell derzeit den falschen Weg.

(Foto: REUTERS)

Attacken auf Fed-Chef Powell gehören für US-Präsident Trump fast schon zur Tagesordnung. In einer neuerlichen Tirade auf Twitter unterstellt er den Notenbankern seines Landes Naivität. Eine Senkung der Zinsen auf "null oder weniger" sei angebracht.

Wenige Tage vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed dringt US-Präsident Donald Trump auf eine drastische Senkung der Zinsen. Sie sollten auf "null oder weniger" gekappt werden, um dem Staat den Schuldendienst zu erleichtern, twitterte Trump. Derzeit betragen die Schulden des Landes mehr als 22 Billionen US-Dollar.

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Es sei nur der "Naivität" von Notenbankchef Jerome Powell und der Fed geschuldet, dass die Vereinigten Staaten dem Niedrigzins-Vorbild anderer Staaten nicht folgten. Die einmalige Gelegenheit, zu viel günstigeren Zinsen umzuschulden, verpassten die USA wegen "Dummköpfen", so Trump.

Die USA weisen unter den Industrieländern tatsächlich ein recht hohes Zinsniveau auf. Das liegt jedoch nur zum Teil an der Geldpolitik der Fed. Andere Faktoren, die für höhere Kapitalmarktzinsen der USA sprechen, sind das höhere Wirtschaftswachstum und die höhere Inflation. Viele Experten erwarten, dass die Fed ihre im Sommer begonnene Lockerungspolitik fortsetzen und am kommenden Mittwoch den Leitzins erneut um einen Viertelpunkt senken wird. Er liegt derzeit in einer Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent.

Trump, der Ende 2020 seine Wiederwahl anstrebt, drängt die unabhängige Notenbank seit langem, die Zinsen kräftig zu senken. Der vom US-Präsident wiederholt heftig attackierte Notenbankchef Powell pocht auf seine Unabhängigkeit. Er ließ Trump jüngst wissen, dass die Notenbank in ihrer Geldpolitik "allen Amerikanern" verpflichtet sei und nicht einzelnen Parteien.

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Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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