Wirtschaft

Neue Strafzölle angekündigt Trump twittert - Dax schmiert ab

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Seine Tweets wirken sich zuweilen auf die Weltwirtschaft aus: Donald Trump.

(Foto: dpa)

US-Präsident Trump beweist immer wieder, welche massive Wirkung 280 Zeichen haben können. Auf Twitter kündigt der Staatschef an, Strafzölle auf Aluminium- und Stahlimporte aus zwei Ländern zu erheben. Im deutschen Aktienhandel schlägt die Nachricht hohe Wellen.

Viel schlechter hätte der Dezember am deutschen Aktienmarkt nicht beginnen können. Dabei sah es zum Tagesanbruch gut aus: Nach besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China und der Eurozone legte der Dax bis zum Mittag zu. Dann aber vermieste US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung von Strafzöllen die Stimmung der Anleger. Die Kurse bröckelten am Nachmittag immer weiter ab, der Dax büßte am Ende 2,05 Prozent auf 12.964,68 Punkte ein. Er fiel erstmals seit Anfang November wieder unter die Marke von 13.000 Punkten.

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Inmitten des Handelsstreits mit China und der EU stellte Trump überraschend die baldige Wiedereinführung von Zöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe aus Brasilien und Argentinien in Aussicht. Die beiden Länder hätten eine massive Abwertung ihrer Währungen vorgenommen, und das sei für US-Landwirte nicht gut, twitterte der Staatschef. "Deshalb werde ich mit sofortiger Wirkung die Zölle auf allen Stahl und Aluminium wiederherstellen, die aus diesen Ländern in die USA verschifft werden." Details nannte der US-Präsident nicht.

Der argentinische Produktions-Minister Dante Sica erklärte in einer ersten Reaktion, Trumps Ankündigung komme unerwartet. Er werde nun Gespräche mit seinen US-Amtskollegen suchen. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte einem örtlichen Radiosender, er werde Trump anrufen, sodass der US-Präsident Brasilien nicht bestrafe. Bolsonaro hatte sich in der Vergangenheit um engere Verbindungen mit den USA bemüht.

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Dax
Dax 13.105,61

Für die Börsianer kamen derweil am Nachmittag schwache Daten aus der US-Industrie und vom Baugewerbe erschwerend hinzu. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel verlor zu Wochenbeginn 1,57 Prozent auf 27.029,90 Zähler. Er hatte Mitte vergangener Woche noch einen historischen Höchststand von rund 27.637 Punkten erreicht.

Bei den Einzelwerten lagen die Titel von RWE mit minus 5,4 Prozent abgeschlagen am Ende des Dax. Mit der designierten neuen SPD-Parteiführung Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans drifte die Regierung nun wieder nach links und werde gleichzeitig grüner, schrieb Analyst Ingo Becker vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux. Damit könnten auch die Erwartungen an die Kompensationszahlungen für den Austritt aus der Kohleverstromung herb enttäuscht werden.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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