Wirtschaft

Banken sollen Anleihen kaufenTrump will günstigere Immobilienkredite erzwingen

09.01.2026, 09:45 Uhr
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Die Finanzierungskosten beim Immobilienkauf sind deutlich gestiegen in den USA. (Foto: picture alliance / AP Photo)

Der Kauf von Häusern ist in den USA in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Ein Grund sind gestiegene Kreditkosten. Präsident Trump fordert nun, dass die Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in die Bresche zwingen. Der Effekt ist fraglich.

US-Präsident Donald Trump ordnet einen massiven Ankauf von Hypothekenanleihen an, um damit Immobilienkredite günstiger zu machen. Er weise "seine Vertreter" an, Immobilienanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu erwerben, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Dies werde zu niedrigeren Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen führen, schrieb er. "Dies ist einer meiner vielen Schritte zur Wiederherstellung der Erschwinglichkeit, die von der Biden-Regierung völlig zerstört wurde", schrieb er. "Wir bringen den AMERICAN DREAM zurück, der von der letzten Regierung zerstört wurde."

Trump verwies auf die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die vom US-Staat nach der Hypothekenkrise von 2008 gerettet wurden. Sie hätten Reserven von 200 Milliarden Dollar (aktuell 172 Milliarden Euro). Die genauen Modalitäten und der Zeitrahmen der von Trump gewünschten Ankäufe von Hypothekenanleihen sind noch unklar.

Trump hatte den Amerikanern im Wahlkampf nach der Inflation infolge der Corona-Pandemie niedrigere Lebenshaltungskosten versprochen - doch Immobilienkredite bleiben trotz mehrerer Zinssenkungen durch die US-Notenbank teuer. Unterdessen macht die Demokratische Partei die hohen Kosten für Verbraucher in den USA zum Thema vor den Kongresswahlen im November, bei denen Trumps Republikaner Einbußen befürchten müssen.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, dass der Direktor der US-Bundeswohnungsbaubehörde, Bill Pulte, Fannie und Freddie erlaubt hat, den Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren auszuweiten. Vor der Finanzkrise 2008/09 hatten beide Unternehmen regelmäßig Wertpapiere angekauft. Gravierende Probleme im sogenannten Subprime-Hypothekengeschäft führten dann aber zu enormen Verlusten bei diesen Wertpapieren an der Wall Street und waren ein Grund dafür, dass die US-Regierung Fannie und Freddie übernehmen musste.

"Es steht außer Frage", dass die Wiederaufnahme dieser Strategie einen Abwärtsdruck auf die Hypothekenzinsen ausüben würde, sagte David Dworkin, Chef der National Housing Conference. Er schätzte, dass der Rückgang einen Viertelprozentpunkt oder mehr betragen könnte.

Die Immobilienpreise sind seit 2019 landesweit um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Hypothekenzinsen, die 2021 unter drei Prozent gefallen waren, liegen nun mehr als doppelt so hoch. Steigende Grundsteuern in vielen Städten und steigende Hausversicherungsprämien haben die Kosten für den Erwerb von Wohneigentum zusätzlich erhöht. Noch ist jedoch unklar, ob Trump ohne Zustimmung des US-Kongresses handeln kann.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ

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