Ölpreis zieht weiter anTrumps Iran-Äußerungen belasten die Wall Street

Die Talfahrt an den US-Börsen ist noch nicht beendet. Zu Wochenbeginn geben vor allem Tech-Werte weiter nach. Eine anfängliche Gegenbewegung verliert rasch an Kraft.
Widersprüchliche Signale von US-Präsident Donald Trump zum Iran und eine Ausweitung des Nahost-Kriegs haben an der Wall Street die Kurse gedrückt. Der S&P500 verlor 0,40 Prozent auf 6343 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 20.795 Zähler nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg dagegen leicht um 0,1 Prozent auf 45.219 Stellen. Zu Handelsbeginn hatten alle drei Indizes nach den starken Verlusten der vorangegangenen Sitzung noch im Plus gelegen.
Trump hatte erklärt, die USA befänden sich in ernsthaften Gesprächen mit einem "vernünftigeren Regime", um den Krieg zu beenden. Zugleich wiederholte er jedoch seine Forderung, die Straße von Hormus zu öffnen. Andernfalls würden iranische Ölquellen und Kraftwerke angegriffen werden. Die Regierung in Teheran bezeichnete die US-Friedensvorschläge als unrealistisch.
Der Konflikt ist weiter eskaliert, nachdem am Wochenende die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen in den Krieg eingetreten war. "Die Regierung sendet weiterhin widersprüchliche Signale", sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane Investments. "Wenn eine Äußerung auf ein aggressiveres Vorgehen schließen lässt, kommt es zu Verkäufen."
Investoren blickten vor allem auf die seit Kriegsbeginn stark gestiegenen Ölpreise und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Sowohl die US-Sorte WTI als auch Nordseeöl der Sorte Brent verteuerten sich.
Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell stützten die Aktienmärkte jedoch etwas. Powell erklärte, die längerfristigen Inflationserwartungen schienen trotz des aktuellen Energieschocks stabil zu bleiben. Die Federal Reserve (Fed) müsse noch nicht entscheiden, wie sie auf die jüngsten Turbulenzen reagiere. An den Finanzmärkten wird für dieses Jahr eher nicht mehr mit einer Zinssenkung gerechnet. Vor Beginn des Krieges waren noch zwei Schritte nach unten erwartet worden.
Finanzsektor im Plus
Unter den Einzelwerten gehörten Technologieaktien zu den größten Verlierern im S&P 500. Der Energieindex gab leicht nach. Der Finanzsektor legte dagegen zu. Hintergrund waren lang erwartete Richtlinien des US-Arbeitsministeriums. Diese sollen klären, wie Treuhänder alternative Vermögenswerte in die in den USA weit verbreiteten 401(k)-Altersvorsorgepläne aufnehmen können. In der Folge stiegen Aktien von Vermögensverwaltern wie Blackstone und KKR.
Eli Lilly legte um 1 Prozent zu. Der Pharmakonzern hat ein Abkommen zur Wirkstoffforschung mit InSilico unterzeichnet, einem KI-getriebenen US-Biotechnologieunternehmen.
Alcoa stiegen um 8,2 Prozent, nachdem zwei Aluminiumhersteller im Nahen Osten von iranischen Treffern berichtet hatten. Dies schürte die Befürchtung, dass die Versorgung durch den andauernden Konflikt gestört werden könnte - die Preise stiegen.
Sysco brachen um 15,3 Prozent ein. Der Großhändler für Lebensmittel und Gastronomiebedarf übernimmt für 29 Milliarden Dollar den bislang in Familienbesitz befindlichen Wettbewerber Jetro Restaurant Depot.