Dax mit ordentlicher zweiter Halbzeit
Nach dem Abverkauf am Freitag haben sich die europäischen Aktienmärkte zum Wochenauftakt stabil präsentiert. An der Frankfurter Börse legte der Dax um 1,2 Prozent zu und schloss bei 22.563 Punkten. Zuvor hatte der deutsche Leitindex lange Zeit im Minus agiert, doch unter anderem der positive Handelsbeginn in New York sorgte für Auftrieb. Der EuroStoxx50 notierte 0,4 Prozent höher bei 5527 Stellen. Der deutliche Anstieg der deutschen Inflationsrate im März kam für die Börsianer nicht überraschend und war deshalb zu großen Teilen bereits eingepreist.
US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt. Zugleich schloss er aber eine Einnahme der strategisch wichtigen Insel Charg nicht aus. Von dort wird ein Großteil des iranischen Öls exportiert. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region. Die Folge waren weiter hohe Ölpreise - Tendenz steigend.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgten unter anderem Suss Microtec mit einem Minus von 6,3 Prozent. Der Halbleiterausrüster erwartet nach einem Rekordumsatz 2025 im laufenden Jahr geringere Erlöse und Gewinne. Nach unten ging es auch für Ceconomy, die 3,4 Prozent einbüßten. Dem chinesischen Internet-Riesen JD.com kommt bei der Übernahme der MediaMarkt- und Saturn-Holding womöglich der österreichische Staat auf den letzten Metern in die Quere.
Delivery Hero verzeichneten einen Abschlag von 1,8 Prozent. Analysten sind sich angesichts des wachsenden Drucks eines Großaktionärs über die Zukunft des Unternehmens uneins.
Wie Anleger in unsicheren Zeiten reagieren sollten
Mehr als 1000 Punkte schoss der Dax nach oben - Auslöser dafür war nur ein einziger Post von Donald Trump. Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Warum die Märkte aktuell so extrem reagieren und welche Strategien Anleger in diesem Auf und Ab verfolgen sollten, darüber hat Nancy Lanzendörfer mit Peter Bösenberg von der Société Générale gesprochen.
Goldpreis auf Monatssicht dick im Minus
Die Goldpreise steigen im frühen Handel, doch die Gewinne bleiben begrenzt, da höhere Energiepreise weiterhin die Sorgen über Inflation und eine straffere Geldpolitik der Zentralbanken schüren. Die Futures in New York legen um 1,1 Prozent auf rund 4542 US-Dollar je Feinunze zu. "Gold habe sich Ende letzter Woche erholt, da nach dem größten Ausverkauf seit Jahren Schnäppchenjäger auf den Plan getreten seien", schreiben die Analysten von ANZ. "Die Preise seien in diesem Monat um mehr als 15 Prozent gefallen, belastet durch die Auflösung von goldbesicherten börsengehandelten Fonds."
Dennoch liegt Gold auf Monatssicht mehr als 13 Prozent im Minus, belastet durch einen stärkeren US-Dollar und steigende Ölpreise. Die internationale Referenzsorte Brent ist über 115 US-Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem die Huthi-Rebellen im Jemen in den Nahost-Krieg eingetreten sind und die Verantwortung für einen Raketenabschuss auf Israel übernommen haben.
"Inflation wird in kommenden Monaten eher steigen"
Die aktuelle Inflationsrate ist so hoch, dass sie in den kommenden Monaten auf etwa 3,5 Prozent steigen könnte, meint Chefvolkswirt der DACH-Region Coface, Markus Kuger. Weshalb ein sofortiges Kriegsende keine direkte Entlastung bei Ölpreisen bedeutet, bespricht er mit Raimund Brichta an der Börse.
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Wall Street auf vorsichtigem Erholungskurs
Der Ausverkauf an der Wall Street ist vorerst vorbei. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils leicht höher bei 45.290 und 6372 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag kaum verändert bei 20.918 Zählern. "Es handelt sich heute wahrscheinlich um eine technische Gegenbewegung, da viele Sektoren und Unterbranchen überverkauft sind", sagte Sam Stovall, Chefstratege vom Analysehaus CFRA. "Der S&P 500 liegt seit Beginn des Krieges weiterhin weniger als zehn Prozent im Minus. In vielerlei Hinsicht sind die Anleger von den Auswirkungen einer Schließung der Straße von Hormus weniger betroffen, als ich gedacht hätte."
Bei den Einzelwerten griffen Anleger bei den Aktien von Aluminiumproduzenten zu. Century Aluminum und Alcoa sprangen um rund 16 und zwölf Prozent nach oben. Iranische Angriffe auf Aluminiumhütten im Nahen Osten treiben zugleich den Preis für das Leichtmetall in die Höhe. An der Londoner Metallbörse LME verteuerte sich Aluminium um rund 3,5 Prozent. Der anhaltende Aufwärtskurs bei Rohöl trieb zugleich die Titel der Energiekonzerne Exxon Mobil und Chevron um rund 2,5 beziehungsweise 1,5 Prozent nach oben.
Insider: Siemens steht vor nächstem Umbau
Der Münchner Technologiekonzern Siemens will seine beiden Großsparten Automatisierungs- und Infrastrukturtechnik einem Insider zufolge zerschlagen und die Zuständigkeiten im Vorstand entsprechend ändern. Die Pläne seien Teil der Strategie einer "One Tech Company", mit der Vorstandschef Roland Busch die "Silo-Strukturen" im Konzern aufbrechen will. An die Stelle der Sparten Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI) sollen sechs oder sieben kleinere Bereiche treten, die direkt an den Vorstand berichten, wie ein Insider gegenüber Reuters mitteilte.
Das "Handelsblatt" hatte vorher darüber berichtet. Siemens wollte sich dazu nicht äußern. Das Vorhaben müsse aber noch im Aufsichtsrat und mit den Arbeitnehmervertretern besprochen werden, was im Mai zu erwarten sei, sagte der Insider.
VCI: Engpässe bei Cyclohexan, Glycol, Melamin und Methanol
Die Blockade der Straße von Hormus und die Zerstörung der Energieinfrastruktur am Persischen Golf führt nach Darstellung des deutschen Chemieverbandes VCI zu Engpässen bei einigen chemischen Grundstoffen hierzulande. Besonders angespannt sei die Situation bei Cyclohexan, Glycol, Melamin und Methanol, teilte der VCI jetzt mit. Die fehlenden Mengen aus den Golfstaaten könnten mangels Kapazitäten nur teilweise durch europäische Eigenproduktion gedeckt werden. Cyclohexan wird vor allem in der Nylonherstellung benötigt, Melamin ist ein Schlüsselvorprodukt für Klebstoffe. Glycole dienen als Lösungsmittel. Methanol ist ein essenzieller Rohstoff in zahlreichen Syntheseprozessen.
Südzucker-Aktie schießt nach oben - Zucker und Ethanol sind Treiber
Wiederentdeckt wird aktuell die Aktie von Südzucker an der Börse - für den Wert geht es um gleich neun Prozent nach oben. Dafür werden im Handel gleich zwei Gründe genannt. Zum einen steigen die Preise für Zucker, auch weil die Nachfrage nach Ethanol auf Grund des aktuell teuren Öls die Nachfrage global belebt. Und hier kommt natürlich Cropenergies ins Spiel, die zudem von diesem zweiten Trend profitieren. Für die Aktie von Verbio geht es um weitere fünf Prozent nach oben, seit Jahresbeginn notiert der Wert über 120 Prozent im Plus. Verbio produziert in Deutschland und in den USA Biokraftstoffe, an der Börse wird darauf gewartet, ob demnächst die Produktion in Indien hochgefahren wird.
"Auch Trump kann den Weltmarktpreis nicht beeinflussen"
Schwächelnde Kurse an den Finanzmärkten, das erleben viele Anleger zum ersten Mal, erklärt Stefan Riße. Der Kapitalmarktstratege glaubt auch "wenn der Krieg morgen zu Ende wäre" nicht an Rekordkurse und sieht eine Parallele zu den 1970er-Jahren.
Wall Street grünlich - Trump widersprüchlich
Nach einer zweitägigen Talfahrt im Zuge des Iran-Krieges scheint die Wall Street zu Wochenbeginn eine leichten Erholung zu wagen. Diese wird aber als äußerst fragil und wenig nachhaltig charakterisiert. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas festeren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen - gestützt von nachgebenden Anleiherenditen. Der Markt hängt aber weiterhin an den Schlagzeilen rund um den Krieg, und die liefern eigentlich weiterhin keine Kaufargumente, zumal auch die Ölpreise weiter zulegen.
Die Meldungslage bleibt wie schon in den Tagen zuvor widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt und spricht davon, dass man ernsthaft mit "neuem, vernünftigerem Regime" über ein Kriegsende verhandele. Zugleich schließt er allerdings eine Bodenoffensive nicht aus.
Experte erwartet höhere Inflation in nächsten Monaten
Hier Stimmen zu den deutschen Inflationsdaten: "Die durch den Iran-Krieg kräftig gestiegenen Energiepreise haben die Inflation mächtig angeheizt. In der Folge macht die Inflationsrate den erwarteten Satz nach oben. Jedes Tanken wird vorerst weiter zeigen, dass sich Autofahren stark verteuert hat", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe. "Wegen zerstörter Produktionsstätten ist Besserung kaum in Sicht, auch wenn die Straße von Hormus freikommt. Solange diese gesperrt ist, ist an ein preisstabiles Umfeld nicht zu denken. Die Inflationsrate dürfte in den nächsten Monaten bei rund 3,0 Prozent liegen. Der schwelende Konflikt birgt hohe weitere Eskalationsgefahren und Inflationsrisiken. Es kommt jetzt darauf an, dass der Ölschmutz nicht in der Kernrate ankommt. Die Gefahr von Zweitrundeneffekten ist jetzt schon beträchtlich."
Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank sagte: "Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet. Umfragen zufolge planen immer mehr Unternehmen mit höheren Absatzpreisen. Anders als im März dürfte auch die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel bald anziehen. Die EZB kommt immer mehr unter Druck, ihre Zinsen zu erhöhen."
An der Frankfurter Börse waren die März-Zahlen erwartet worden. Der Dax stieg geringfügig um 0,2 Prozent auf 22.336 Punkte. Der Euro wurde weicher und lag bei 1,1477 US-Dollar.
Iran-Krieg treibt deutsche Inflationsrate hoch
Die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs schlagen auf die deutsche Inflation durch. Waren und Dienstleistungen kosteten im März durchschnittlich 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, nachdem die Teuerungsrate im Februar noch auf 1,9 Prozent gesunken war. Das teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Das ist der höchste Wert seit Anfang 2024. Ökonomen hatten mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet. Von Februar auf März zogen die Preise um 1,1 Prozent an.
Kraftstoffe wie Benzin verteuerten sich um 19,7 Prozent. Zeitverzögert wird der Iran-Krieg auch die Preise anderer Güter nach oben treiben.
Bitcoin & Co. steigen zwar, bleiben aber Blätter im Wind
Kryptowährungen stabilisieren sich nach der Schwäche der vergangenen Woche, aber die allgemeine Stimmung bleibt angesichts des sich ausweitenden Nahost-Konflikts vorsichtig, schreiben die Analysten der Saxo Bank in einem Kommentar. "Krypto verhalte sich weiterhin eher wie ein Risiko-Asset als wie ein sicherer Hafen und reagiere auf die gleichen Makro-Treiber wie Aktien, insbesondere Ölpreise, Zinssätze und geopolitische Entwicklungen." Die kurzfristige Richtung dürfte weiterhin von der Makrostimmung und nicht von kryptospezifischen Katalysatoren bestimmt werden, meinen sie.
Bitcoin steigt laut LSEG um 1,4 Prozent auf 67.479 US-Dollar, nachdem er über Nacht ein Einmonats-Tief von 64.991 Dollar erreicht hatte. Ether steigt um 2,6 Prozent auf 2052 US-Dollar, nachdem er über Nacht ein Dreiwochen-Tief von 1941 US-Dollar erreicht hatte.
Ceconomy-Kurs bricht ein
Die Übernahme von Ceconomy, der Muttergesellschaft von Media-Markt und Saturn, durch die chinesische JD.com ist noch nicht in trockenen Tüchern. Wie Ceconomy mitteilte, ist es ungewiss, ob beziehungsweise wann die investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich erteilt wird. Die kartellrechtlichen Freigaben in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen, Spanien und der Türkei sowie die investitionskontrollrechtlichen Freigaben in Italien und Frankreich lägen bereits vor. Bei den Freigaben in Deutschland und Spanien sei von einer zeitnahen Erteilung auszugehen. Ceconomy-Aktien verlieren fünf Prozent.
Sanofi meldet zweiten Krebsfall in Studie - Aktie fällt
Die Aktie von Sanofi gibt um 2,2 Prozent nach, nachdem der französische Pharmakonzern einen zweiten Fall eines Kaposi-Sarkoms - einer Art von Hautkrebs - in einer Spätphasenstudie für das experimentelle Ekzem-Medikament Amlitelimab gemeldet hat. "Ein Kaposi-Sarkom tritt auch bei anderen Immunmodulatoren auf, aber unserer Ansicht nach können zusätzliche Risikofaktoren ungünstig sein, wenn es andere Behandlungsoptionen gibt, die diese Risiken nicht aufweisen", schreiben die Analysten der UBS in einer Research Note.
Laut Sanofi habe Amlitelimab weiterhin das Potenzial, eine sinnvolle und bequeme Option für Patienten mit atopischer Dermatitis, oder Ekzem, zu sein. Das Unternehmen meldete den zweiten Fall eines Kaposi-Sarkoms auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology. Zuvor hatte es bereits einen Fall bekannt gegeben, als es im Januar erste Ergebnisse aus zwei Phase-3-Studien mit Amlitelimab veröffentlichte.
Neues vom Geldmarkt
Die Zinskurve am europäischen Geldmarkt zeigt sich etwas flacher. Die Erwartungen an eine Leitzinserhöhung in der Eurozone sind zuletzt wieder etwas gefallen und liegen für April in der Zwischenzeit wieder unter 50 Prozent. Teilweise wurde ein Zinsschritt zu fast 100 Prozent eingepreist. Die Anleger warten nun auf die Bekanntgabe der deutschen Verbraucherpreise für März am Nachmittag, hier dürfte der Iran-Krieg erste Spuren hinterlassen haben. Im Konsens wird ein Preisanstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet nach zuvor 0,2 Prozent. Bereits veröffentliche Preisdaten aus einzelnen Bundesländern unterstreichen die Prognose eines starken Anstiegs.
Tagesgeld: 1,90 - 2,10 (1,90 - 2,10), Wochengeld: 1,90 - 2,15 (1,91 - 2,11), 1-Monats-Geld: 2,07 - 2,13 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,01 - 2,31 (2,05 - 2,25), 6-Monats-Geld: 2,21 - 2,31 (2,49 - 2,58), 12-Monats-Geld: 2,65 - 2,77 (2,70 - 2,82), Euribors: 27.03. 26.03. 3 Monate: 2,1270 2,1350, 6 Monate: 2,5040 2,5020, 12 Monate: 2,8600 2,8200
Märkte unter Strom - Was jetzt für Anleger wichtig wird
Ein Kurssprung von mehr als fünf Prozent in wenigen Minuten - ausgelöst durch einen Post von Donald Trump. Solche abrupten Bewegungen sorgen an den Märkten für Aufsehen und werfen Fragen auf: War das nur ein Ausreißer oder der Beginn einer neuen, besonders volatilen Phase? Für Anleger können solche Schwankungen Chancen eröffnen - zugleich steigen aber auch die Risiken deutlich. Welche Strategien sich jetzt anbieten könnten, wie Trader mit plötzlichen Marktbewegungen umgehen und worauf Anleger in dieser volatilen Marktphase besonders achten sollten, darüber diskutiert Raimund Brichta mit Anja Schneider von der Société Générale und Achim Matzke von Matzke Research.
Dax verliert leicht - Ölpreise sehr hoch
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich bislang stets in der Defensive befunden. Der deutsche Leitindex fiel am Mittag um 0,3 Prozent auf 22.244 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 5501 Stellen. Der Euro lag 0,1 Prozent leichter bei 1,1496 US-Dollar. Um je 0,5 Prozent hoch auf 107,86 beziehungsweise 101,53 Dollar ging es mit den Preisen für die Ölsorten Brent und WTI.
Schlechteres Geschäftsklima im Euroraum - Sorge vor hoher Inflation
Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich wegen des Iran-Krieges verschlechtert. Das Barometer sank im März auf 96,6 Punkte, nach revidiert 98,2 Zählern im Februar, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Volkswirte hatten mit einem Wert von 96,8 gerechnet. Mehr Skepsis gab es vor allem bei Konsumentinnen und Konsumenten sowie im Einzelhandel.
Der Nahostkonflikt hat die Ölpreise massiv in die Höhe getrieben und eine Entspannung zeichnet sich derzeit kaum ab. Die teure Energie schürt Sorgen, dass die Inflation wieder deutlich zulegt, was erste Zahlen aus deutschen Bundesländern bestätigen. Die Daten der EU-Kommission zeigen, dass das Barometer für die Inflationserwartungen der Verbraucher deutlich auf 43,4 Punkte gestiegen ist, nach 26,2 Zählern im Februar. Auch der Teilindikator der Erwartungen für die Erzeugerpreise kletterte spürbar.
Bundesregierung reduziert Silbergehalt in Sammlermünzen
Um Spekulationen vorzubeugen, enthalten deutsche Euro-Sammlermünzen künftig weniger Silber. Der Anteil werde wegen stark schwankender Preise für das Edelmetall reduziert, teilte das Finanzministerium mit. Die Änderung gelte für alle ab diesem Jahr herausgegebenen Münzen. "Sie soll verhindern, dass die Münzen zum Gegenstand von Spekulationen auf die Edelmetallpreisentwicklung werden oder ihre Ausgabe aus haushaltsrechtlichen Gründen unzulässig würde", erklärte das Ministerium.
Konkret werde die Legierung der 35-Euro-Sammlermünze von Sterlingsilber (925 Tausendteilen Silber und 75 Tausendteilen Kupfer) auf 500 Tausendteile Silber und 500 Tausendteile Kupfer verändert. Die Legierung der 50-Euro-Sammlermünze werde von Feinsilber mit 999 Tausendteilen Silber auf 625 Tausendteile Silber reduziert. Beide Münzen werden damit ein Gramm leichter.
Irans Rundumschlag treibt Aluminiumpreise hoch
Iranische Attacken auf Aluminiumhütten im Nahen Osten haben den Preis für das Leichtmetall in die Höhe getrieben. An der Londoner Metallbörse LME verteuerte sich Aluminium um rund 3,5 Prozent. Die Großproduzenten Emirates Global Aluminium und Aluminium Bahrain teilten mit, ihre Anlagen seien bei den Angriffen mit Drohnen und Raketen am Wochenende erheblich beschädigt worden. Laut den Experten von ING Economics könnte dies zu Lieferausfällen führen, die selbst bei einer Entspannung der geopolitischen Lage fortbestehen könnten. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Angriffe seien eine Vergeltung für US-israelische Angriffe auf die Infrastruktur im Iran.
Mehr Firmen wollen Preise anheben
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen angesichts steigender Energiekosten durch den Iran-Krieg mit höheren Preisen. Das entsprechende Barometer stieg im März auf 25,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Im Februar hatte es noch bei 20,3 Zählern gelegen, wie das Ifo-Institut mitteilte. "Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen."
Der Anstieg der Preiserwartungen steht Wohlrabe zufolge im Zusammenhang mit deutlich höheren Preisen für Rohöl, Gas und Strom infolge des Kriegs im Nahen Osten. Nachdem die Energiekomponente die Inflation zuletzt gedämpft habe, zeichne sich nun eine Umkehr ab. "Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter", sagte Wohlrabe. "Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen."
Japan erwägt Intervention am Devisenmarkt
Angesichts des schwachen Yen verschärft die japanische Regierung ihren Ton. Sie stellte sowohl direkte Eingriffe am Devisenmarkt als auch eine baldige Zinserhöhung in Aussicht. Die Behörden müssten möglicherweise "entschlossene" Schritte ergreifen, wenn die spekulativen Bewegungen am Währungsmarkt anhielten, sagte Vize-Finanzminister Atsushi Mimura. Dies ist die bisher schärfste Warnung und das erste Mal, dass der oberste Währungsdiplomat des Landes diesen Begriff verwendete. Das wird von Händlern als Signal für eine Interventionsbereitschaft gewertet. Der Yen war zuvor auf den niedrigsten Stand seit Juli 2024 gefallen und hatte die psychologisch wichtige Marke von 160 zum US-Dollar durchbrochen.
Die schwache Währung ruft nun auch die Ratingagentur S&P auf den Plan. Sie warnte Japan für den Fall einer weiteren deutlichen Yen-Schwäche mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Vorerst bestätigte S&P zwar die Bonitätsnote "A+/A-1" für die japanischen Staatsanleihen.
Erste Daten aus Bundesländern: Inflation schnellt hoch
Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise schlagen ersten Daten aus den Bundesländern zufolge deutlich auf die Verbraucherpreise durch. In Bayern schnellte die Inflationsrate im März auf 2,8 Prozent nach oben, nachdem sie im Dezember noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte. In Nordrhein-Westfalen kletterte sie von 1,8 auf 2,7 Prozent, in Niedersachsen von 1,9 auf 2,6 Prozent und in Baden-Württemberg von 1,8 auf 2,5 Prozent.
Das Statistische Bundesamt will um 14.00 Uhr eine erste Schätzung zur bundesweiten Entwicklung im März abgeben. Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent. Das wäre der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Im Februar war die Teuerungsrate noch auf 1,9 Prozent gefallen.
Suss Microtec erwartet "Übergangsjahr" - Aktie rauscht runter
Der Halbleiter-Ausrüster Suss Microtec erwartet nach einem Rekordumsatz 2025 im laufenden Jahr geringere Erlöse und Gewinne. Der Umsatz werde auf 425 bis 485 (2025: 503,2) Millionen Euro zurückgehen und die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) auf acht bis zehn (13,1) Prozent sinken, teilte das Unternehmen mit. Suss spricht von einem Übergangsjahr: "Wie hoch der Umsatzrückgang tatsächlich ausfällt, wird maßgeblich vom Auftragseingang in der ersten Jahreshälfte und von der Frage abhängen, welcher Anteil dieser Aufträge noch im gleichen Jahr erfüllt werden kann", sagte Finanzvorständin Cornelia Ballwießer. Immerhin habe sich der positive Auftragstrend vom Jahresende 2025 im ersten Quartal fortgesetzt.
Trotz des Endspurts lag der Auftragseingang 2025 aber nur bei 354,3 (423,7) Millionen Euro. Der Auftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei 266,8 Millionen Euro. Die Suss-Anleger waren nicht sonderlich überzeugt, die Aktie verlor 6,2 Prozent.
Eisenerzpreis steigt bei knappem Angebot
Eisenerz legt im asiatischen Handel zu. Angebotsengpässe verschärften sich aufgrund steigender Treibstoffkosten und der Hurrikansaison, was dem Eisenerz kurzfristig Unterstützung biete, erklären die Analysten von Nanhua Futures. Angesichts der hohen Volatilität raten die Analysten zu einer geduldigen "wait-and-see"-Haltung. Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt an der Dalian Commodity Exchange steigt um 0,5 Prozent auf 816,5 Yuan je Tonne.
EZB bei Inflationsschock machtlos
Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hat die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Eindämmung der energiegetriebenen Inflation bekräftigt. Es sei jedoch noch zu früh, um über konkrete Termine für mögliche Zinserhöhungen zu sprechen, sagte das EZB-Ratsmitglied der italienischen Zeitung "La Stampa". Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Energiepreise stark steigen lassen. Die Währungshüter debattieren nun darüber, ob und unter welchen Umständen sie die Zinsen anheben müssen, um zu verhindern, dass diese Teuerung auf andere Waren und Dienstleistungen übergreift. "Wir sind bereit, in diese Richtung zu handeln, falls nötig", zitierte das Blatt Villeroy.
Der Notenbanker räumte ein, dass der Krieg die Inflationsaussichten verschlechtert habe und die EZB machtlos sei, einen kurzfristigen Schock zu verhindern. Ihre Aufgabe sei es jedoch sicherzustellen, dass sich kurzfristige Preissteigerungen nicht in einer breiteren Inflation niederschlügen. Villeroy, der im Juni aus dem Amt scheidet, merkte zudem an, dass die ungünstigen Inflationsszenarien der EZB die Auswirkungen möglicherweise überschätzten, da sie keine Reaktion der Notenbank berücksichtigten.
"Es geht weiter abwärts"
Für den Dax geht es zum Start ins heutige Geschäft weiter nach unten. Nachdem der deutsche Börsenleitindex am Freitag 1,4 Prozent auf 22.301 Punkte nachgegeben hatte, notiert er aktuell im Bereich von 22.270 Zählern. Damit fällt das Minus nicht ganz so deutlich aus, wie an den Aktienmärkten in Tokio und Seoul.
"Öl ist der Treibstoff für die Weltwirtschaft", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die Ölpreise steigen aber wieder aufgrund der Eskalation im Nahen Osten", erläutert er. "Damit geht es mit den Aktienkursen weiter abwärts. Vorerst."
Tesla-Rivale schwächelt
Der chinesische E-Autobauer BYD hat schwache Geschäftszahlen vorgelegt, die Aktie hält sich aber in Hongkong knapp im Plus. Die Marktstrategen von Bernstein glauben, dass sich die Wachstumsdynamik ab dem zweiten Quartal verbessern werde. BYD hatte Tesla als weltgrößten-Elektroautobauer abgelöst und drängt nun auch verstärkt auf den europäischen Markt.
Diffuse Nachrichtenlage verunsichert Anleger
An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich der Kursrutsch der Wall Street vom Wochenschluss nahezu ungebremst fort. Sorge vor schwerwiegenden Kriegsfolgen im Iran auf die globale Inflation und das Wachstum fördern den Ausstieg aus Aktien. Belastet wird das Sentiment von weiter anziehenden Ölpreisen, die europäische Rohölsorte Brent nähert sich mit über 115 US-Dollar das Fass wieder dem Höchststand seit Ausbruch des Irankrieges von knapp 120 Dollar. Marktteilnehmer sprechen von einer diffusen Nachrichtenlage zum Iran-Krieg.
Der Nikkei verliert 3,4 Prozent auf 51.535 Punkte, lag aber schon deutlicher im Minus. Chip- und Elektronikwerte führen die Verliererliste an. Der Yen legt zum Dollar leicht zu, da die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Devisenintervention gestiegen ist. Notenbankgouverneur Ueda sagte, die Zentralbank werde die Geldpolitik angemessen steuern und dabei die Auswirkungen auf die Wechselkurse sorgfältig beobachten. Regierungsmitglied Atsushi Mimura wurde noch deutlicher und stellte "entschlossene" Maßnahmen zur Stützung des Yen in Aussicht. Der Anstieg des US-Dollars über die Marke von 160 Yen am Freitag befeuert die Marktspekulation über eine mögliche Intervention.
Belastet von Technologietiteln verliert der Kospi in Südkorea 3,4 Prozent. Die chinesischen Börsen halten sich indes wacker: Der HSI in Hongkong büßt 0,9 Prozent ein, der Shanghai Composite steigt sogar um 0,2 Prozent. Der Iran bemüht sich, chinesische Schiffe durch die Seestraße von Hormus passieren zu lassen. In Australien hat der S&P/ASX-200 mit Abschlägen von 0,7 Prozent geschlossen. Der Leitindex hat damit sein bisheriges Monatsminus von 7,4 Prozent ausgeweitet.
Ölpreisanstieg erreicht historisches Niveau
Die Furcht vor Versorgungsengpässen durch eine mögliche längere Blockade der Straße von Hormus treibt die Ölpreise auf einen Rekordkurs. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,1 Prozent auf 116,10 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 2,7 Prozent fester bei 102,29 Dollar. Damit steuert Brent auf den stärksten monatlichen Preisanstieg seit dem irakischen Einmarsch in Kuwait im Jahr 1990 zu, da Investoren eine Verknappung des weltweiten Angebots befürchten.
Neue Woche, neue Verluste
Europas Börsen dürften mit Abgaben in die neue Woche starten. Der Krieg im Nahen Osten eskaliert weiter. US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt. Zugleich schließt er eine Einnahme der strategisch wichtigen Kharg Insel nicht aus. Von dort wird ein Großteil des iranischen Öls exportiert. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region. Brent handelt aktuell bei 115 Dollar das Fass und damit nur leicht unter dem Höchststand seit Ausbruch des Iran-Kriegs bei etwa 120 Dollar.
Mit der Veröffentlichung der deutschen Verbraucherpreise für März am Nachmittag dürften die ersten Spuren des Iran-Kriegs hierzulande deutlich werden. Im Konsens wird ein Preisanstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet nach zuvor 0,2 Prozent. Im weiteren Wochenverlauf stehen dann die Preisdaten auf gesamteuropäischer Ebene an. "Lässt ein Ende des Iran-Kriegs weiter auf sich warten, dürfte die Teuerungsrate in den kommenden Monaten weiter zulegen", so die Commerzbank. Die EZB könnte sich zum Handeln gezwungen sehen.
Bank of Japan hat eine ernsthafe Zinsdebatte
Die japanische Notenbank (BOJ) debattiert über weitere und möglicherweise raschere Zinserhöhungen. Grund dafür sind die durch den Nahost-Krieg gestiegenen Ölpreise und die damit angefachte Inflation, wie aus dem Protokoll der Zinssitzung vom März hervorging. Ein Mitglied des neunköpfigen Führungsgremiums warnte demnach vor einer Stagflation wie in den 1970er Jahren, sollte der Preisdruck durch die Energiekosten anhalten. Ein weiteres Mitglied wies auf die Gefahr hin, dass die Zentralbank mit ihrer Geldpolitik unbeabsichtigt ins Hintertreffen geraten könnte, falls sich die Teuerung verfestige. Sollte der Konflikt im Nahen Osten andauern, müsse die BOJ das Tempo der Zinserhöhungen womöglich anziehen und zu einer neutralen oder restriktiven Linie übergehen, hieß es in einer dritten Stellungnahme.
Wie abhängig ist die deutsche Wirtschaft von China und den USA?
Die Verflechtungen deutscher Großkonzerne mit den USA und China verhindern einer Studie zufolge eine einheitliche deutsche Außenhandelspolitik. Die Abhängigkeit von den beiden weltgrößten Volkswirtschaften sei so stark, dass eine Entkopplung mit schweren ökonomischen Einbußen verbunden wäre, heißt es in der Analyse von Forschern der University of Sussex und des King's College London. Die Wissenschaftler untersuchten die Abhängigkeiten von an den Börsenindizes Dax und Mdax notierten Firmen bei Absatz, Produktion und Lieferketten.
"Führende Industrieunternehmen wie Siemens und BMW wurden in einem grundlegend globalisierten System aufgebaut und können sich weder von China noch von den USA entkoppeln, ohne verheerende Verluste zu erleiden", sagte Steven Rolf, Politikökonom an der University of Sussex und einer der Autoren. Der Studie zufolge sind Auto- und Maschinenbauer am stärksten vom chinesischen Markt abhängig. Dagegen seien Chemie- und Pharmafirmen für Forschung, Entwicklung und Produktion mehr auf die USA ausgerichtet. Digital-, Telekommunikations- und Halbleiterunternehmen wiederum seien in hohem Maße von Zulieferern aus beiden Ländern abhängig.
Diese Werte schmieren in Asien ab
Die Furcht vor einem langwierigen Krieg im Nahen Osten und einer daraus resultierenden Stagflation schickt die asiatischen Börsen auf Talfahrt. In Tokio gibt der Nikkei-Index 4,6 Prozent auf 50.936,13 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 4,2 Prozent niedriger bei 3497,34 Zählern. Auch in China ziehen sich die Anleger zurück: Der Shanghai Composite verliert 0,6 Prozent auf 3890,71 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 1,0 Prozent auf 4458,77 Punkte.
Auslöser für den Ausverkauf ist die Eskalation im Nahen Osten, wo jemenitische Huthi-Rebellen erstmals Israel angriffen und der Konflikt mit dem Iran weiterhin die globalen Öl- und Gaslieferungen bedroht. Da Asien stark von Energieimporten aus der Region abhängig ist, wächst die Sorge vor einem massiven Inflationsschub bei gleichzeitig schwächelnder Wirtschaft. "Der Markt ist wahrscheinlich nicht mehr nur wegen der Inflation und einer wirtschaftlichen Abkühlung besorgt, sondern sogar wegen einer Rezession", sagt Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Es drohe ein negatives Wachstum und nicht nur eine einfache Abkühlung.
Unter den Einzelwerten traf es in Tokio den Technologieinvestor Softbank Group, dessen Papiere um 9,0 Prozent einbrechen. Der Chipanlagenbauer Advantest verliert 6,7 Prozent und zieht den Leitindex damit am stärksten nach unten.
Es ist einiges los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt profitiert die US-Währung zeitweise von ihrer Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten, gibt zum Yen aber leicht nach. Im asiatischen Handel verliert der Dollar 0,3 Prozent auf 159,79 Yen, nachdem er zuvor die psychologisch wichtige Marke von 160 Yen durchbrochen und damit Interventionssorgen in Japan geschürt hat. Zum chinesischen Yuan legt der Greenback leicht auf 6,9177 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7986 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1511 Dollar und zieht leicht auf 0,9192 Franken an.
Australien halbiert Spritsteuer
Australien halbiert angesichts steigender Energiepreise infolge des Kriegs im Nahen Osten vorübergehend die Kraftstoffsteuer. Für zunächst drei Monate sollen Benzin und Diesel dadurch um rund 26 Cent (15 Eurocent) pro Liter günstiger werden, wie Premierminister Anthony Albanese mitteilte. Zusätzlich wird die Abgabe für schwere Nutzfahrzeuge in diesem Zeitraum auf null gesenkt. Dafür greift die Regierung tief in die Tasche: Die Maßnahmen kosten den Staat nach Angaben von Finanzminister Jim Chalmers rund 2,55 Milliarden australische Dollar (1,5 Milliarden Euro) und sollen vor allem Haushalte sowie Unternehmen entlasten.
Das große Zittern
Der Iran-Krieg und die Preisrally an den Ölmärkten werden das alles beherrschende Thema an den Börsen bleiben. Dax-Anleger müssen sich weiterhin auf ein schlagzeilengetriebenes Hin und Her einstellen. Das bis zum 7. April um 02.00 Uhr (MESZ) verlängerte Ultimatum der USA an den Iran zieht die Ungewissheit in die Länge. Mit jedem Tag, der verstreicht, verschlechtert sich Börsianern zufolge die Stimmung: Immer mehr Strategen gehen mittlerweile davon aus, dass die Kriegshandlungen sich hinziehen werden und ergo die deutsche Konjunktur stärker darunter leiden wird als anfangs erhofft. "Kurzfristig machen sich die gestiegenen Energiepreise vor allem an den Tanksäulen bemerkbar. Infolge höherer Transport- und Vorleistungskosten dürfte jedoch mittelfristig die ganze Breite an Gütern betroffen sein", sagt Helaba-Experte Samuel Will.
Schon in der alten Woche stand der Dax im Bann der Ölpreise, die je nach Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten entweder stark ins Plus oder stark ins Minus drifteten. In der Summe verlor der Leitindex in der Vorwoche rund ein halbes Prozent. Am Freitag verabschiedete er sich mit einem Stand von 22.301 Zählern ins Wochenende.
Seit Monatsbeginn hat der Dax aber rund zehn Prozent eingebüßt. Die Dax-Korrektur dürfte sich zunächst fortsetzen, sagen die Strategen der Commerzbank. Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf und widersprüchliche Aussagen zu möglichen Verhandlungen und Feuerpausen zehrten an den Nerven der Investoren. Von Panik sei aber noch nichts zu spüren, wohl aber schürten die hohen Energiepreise die Inflationsängste, sagt Will. In der neuen Woche, die wegen der Feiertagspause am Karfreitag auf vier Tage verkürzt ist, werden deswegen anstehende Preisdaten genau beäugt werden. Die Marktstrategen der DZ Bank verabschiedeten sich generell von der Annahme einer kurzfristigen Deeskalation und gehen nun davon aus, dass die USA die Kampfhandlungen zwar beenden, aber die Spannungen im Nahen Osten dennoch anhalten.
Der seit vier Wochen andauernde Krieg der USA und Israel gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Der Iran hat die Straße von Hormus weitgehend geschlossen: Über die Meerenge wird ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert. Das sorgt für Knappheiten, weshalb die Preise gestiegen sind. Zuletzt sanken die Ölpreise wieder, nachdem US-Präsident Donald Trump die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran nach eigenen Angaben für weitere zehn Tage ausgesetzt hat. Doch teils zerstörte Öl- und Gasproduktionsstätten im Persischen Golf dürften die Versorgungslage über eine längere Zeit gefährden und Experten zufolge die Ölpreise hoch halten. An den Terminmärkten steigen die Wetten darauf, dass der Ölpreis bis April auf mindestens 150 Dollar je Fass steigen könnte. Die Analysten der DZ Bank Research rechnen auf Drei-Monatssicht mit einem Ölpreis in Höhe von 90 Dollar. Die erhöhten Rohstoffkosten und gestörten Lieferketten sorgen in der Folge für eine anziehende Inflation, was wiederum Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank wahrscheinlicher macht, sagen die Experten.
Zum heutigen Wochenstart dürfte mit den Inflationsdaten ein weiterer Dämpfer kommen: Denn der Krieg lässt die deutschen Verbraucherpreise nach Prognose von Ökonomen so schnell steigen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen dürften sich im März um durchschnittlich 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat verteuern. Das wäre der größte monatliche Zuwachs seit September 2022, als nach der russischen Invasion in der Ukraine viele Rohstoffe teurer wurden. Morgen folgen die Inflationsdaten für die Euro-Zone.
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