Wirtschaft

"Sturmschäden am Arbeitsmarkt" Trumps Jobwunder erhält einen Knick

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Donald Trump war in den vergangenen Wochen viel unterwegs - vor allem in den Katastrophengebieten.

(Foto: AP)

"Jobs, Jobs, Jobs" - so lautet das Versprechen des US-Präsidenten an alle Amerikaner: Gegen die Folgen von Naturkatastrophen hat aber auch Trump kein Wundermittel. Nach "Irma" und "Harvey" streicht die US-Wirtschaft erstmals seit sieben Jahren wieder Tausende Stellen.

Die Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" haben dem Aufschwung am US-Arbeitsmarkt ein vorläufiges Ende gesetzt: Im September bauten Firmen und Staat erstmals seit sieben Jahren wieder Stellen ab. Insgesamt fielen 33.000 Jobs weg, wie die Regierung mitteilte. Besonders im Gastgewerbe und in der Freizeitbranche wurden wetterbedingt zahlreiche Beschäftigungen gestrichen - anderswo mit Neueinstellungen gezögert.

Der Rückgang kommt überraschend - und wohl auch ungelegen für den Präsidenten: Donald Trump hatte sich zuletzt auf Twitter selbst für den Höhenflug auf dem Arbeitsmarkt und an den Börsen gelobt. Auch Ökonomen hatten mit 90.000 neuen Jobs gerechnet, nachdem es im August noch ein Plus von 164.000 gegeben hatte. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank im September trotzdem auf 4,2 Prozent - den niedrigsten Wert seit Februar 2001.

Die Wirbelstürme hatten vor allem in Texas und Florida gewütet. Dem Arbeitsministerium zufolge konnten wegen des schlechten Wetters 1,5 Millionen Beschäftigte ihren Job nicht antreten - so etwas gab es in dieser Größenordnung seit 1996 nicht mehr. Außerdem waren 2,9 Millionen Arbeitnehmer zu Teilzeitregelungen gezwungen.

Finanzmärkte bleiben gelassen

US-Dollar / Euro
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Commerzbank-Ökonom Christoph Balz sprach daher von "Sturmschäden am US-Arbeitsmarkt". Experten rechnen aber damit, dass dies nur eine vorübergehende Delle ist. "Wir werden eine Menge Jobs zurückbekommen", sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics. "Und außerdem wird es zu Neueinstellungen kommen, die im Zusammenhang mit den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten stehen und bis Anfang 2018 reichen dürften."

Auch an den Finanzmärkten löste der Rückgang keine Panik aus. Der Dollar wertete nach Bekanntgabe der Daten sogar auf, "denn es stand eine andere Zahl des Arbeitsmarktberichtes im Fokus", wie der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, erklärte. Er verwies auf die Stundenlöhne, die um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind. "Es kommt zu einem gewissen Lohndruck", sagte Gitzel. "In Anbetracht der guten Verfassung des US-Arbeitsmarktes hätte dies eigentlich schon seit längerem der Fall sein müssen."

Zinserhöhung wird wahrscheinlicher

Die anziehenden Löhne machen Zinserhöhungen durch die US-Zentralbank Fed wahrscheinlicher. Führende Währungshüter trieb zuletzt die Sorge um, dass die unerwünscht niedrige Inflation einer Anhebung im Wege steht. Die Fed wartet deshalb auf belastbare Hinweise, dass die Bürger vom Aufschwung profitieren. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben.

Bis zum Jahresende will die Zentralbank nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt. Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember jetzt auf 93 Prozent ein. Vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten waren es 83 Prozent gewesen. Auch das führende Fed-Mitglied Robert Kaplan zeigte sich im Interview mit CNBC offen für eine Anhebung.

Quelle: ntv.de, jug/rts

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