Wirtschaft

Gebot: 5,8 Milliarden Euro Tschechischer Milliardär will Metro schlucken

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Das Übernahmeangebot liegt auf dem Tisch: Auf 5,8 Milliarden Euro taxiert der tschechische Milliardär den Metro-Konzern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Handelskonzern Metro könnte im Warenkorb eines superreichen Tschechen landen. Milliardär Kretinsky legt dem Vorstand nun ein konkretes Angebot vor. 5,8 Milliarden Euro will er für den Großhändler auf den Tisch legen. Doch zuvor hatte der Konzern schon mitgeteilt: Die Summe ist zu niedrig.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky macht ernst mit seinem Griff nach dem Handelskonzern Metro. Seine Beteiligungsgesellschaft EP Global Commerce veröffentlichte das angekündigte Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern. Der Milliardär bietet den Metro-Aktionären wie erwartet einen Preis von 16 Euro je Stammaktie und 13,80 Euro je Vorzugsaktie. Der Handelsriese, der in 26 Ländern über 770 Großhandelsmärkte betreibt und zu dem derzeit auch noch die Supermarktkette Real gehört, wird demnach von Kretinsky mit insgesamt 5,8 Milliarden Euro bewertet.

Das Angebot ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass Kretinsky sich damit mindestens 67,5 Prozent aller Stammaktien sichern kann. Dies sei notwendig, um nach Vollzug des Angebots einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Metro durchzusetzen, betonte das Unternehmen. Aktuell hat sich Kretinsky nach eigenen Angaben bereits gut 32,7 Prozent der Stimmrechte gesichert.

Kretinsky erklärte, das Angebot biete den Metro-Aktionären eine einmalige Gelegenheit, den "Wert ihrer Aktien sofort zu realisieren, ohne die Risiken der zukünftigen Entwicklung des Aktienkurses oder des Marktumfeldes, in dem die Metro agiert, zu tragen".

Vorstand und Aufsichtsrat der Metro kündigten an, sie würden die Angebotsunterlagen nun sorgfältig prüfen und dann eine Stellungnahme zum Angebot abgeben. Bereits vor einigen Wochen hatte der Konzern allerdings von einer erheblichen Unterbewertung bei dem Angebot gesprochen und den Aktionären geraten, bis zur Veröffentlichung der ausführlichen Stellungnahme keine Schritte zu unternehmen. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) beurteilte das Übernahmeangebot damals als zu gering.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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