Wirtschaft

Peperoni unerschwinglich Türkische Inflation überschattet Wahlkampf

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Unter Druck: Erdogan versucht, die steigenden Lebensmittelpreise in der Türkei zu deckeln. Die hohe Inflation macht Gemüse für viele Türken zum Luxusgut.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Türkei beginnt der Wahlkampf für die Regionalwahlen im März. Eine Inflation von mehr als 20 Prozent und dramatisch steigende Preise für Lebensmittel verärgern die Bürger. Die Zentralbank widersetzt sich dem Druck der Regierung Erdogan, die Leitzinsen zu senken.

Die Inflation in der Türkei verharrt weiter auf hohem Niveau. Die türkische Statistikbehörde (Tüik) teilte mit, die Preise seien im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,06 Prozent gestiegen, womit die Inflationsrate im Jahresvergleich 20,35 Prozent erreicht habe. Insbesondere die Lebensmittelpreise legten demnach mit einem Plus von 6,43 Prozent gegenüber Dezember und 30,97 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat weiter kräftig zu.

Die Inflation hatte im Oktober mit mehr als 25 Prozent ihren höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht, bevor sie im November und Dezember wieder leicht fiel. Die Teuerung wurde insbesondere durch den Verfall der Währung getrieben, die im August inmitten eines Streits mit den USA drastisch eingebrochen war. Seit September hat sich die Lira zwar wieder etwas erholt, ist jedoch mit 5,23 Lira zum Dollar weiter deutlich schwächer als vor der Krise.

Die Zentralbank erwartet bis Ende des Jahres einen Rückgang der Inflation auf 14,6 Prozent. Sie hat versichert, eine strikte Geldpolitik zu verfolgen, bis die Inflation deutlich gesunken ist. Im September hatten die Währungshüter die Leitzinsen auf 24 Prozent angehoben, doch stehen sie unter Druck von Präsident Recep Tayyip Erdogan, die Zinsen wieder zu senken. Aus Sicht des Präsidenten sind Zinsen "Instrumente der Ausbeutung".

Die Inflation spielt eine wichtige Rolle im beginnenden Wahlkampf für die Kommunalwahlen am 31. März. Die hohen Lebensmittelpreise machen vielen Bürgern zu schaffen. Seit Oktober drängt die Regierung die Unternehmen, ihre Preise stabil zu halten. Türkische Medien berichteten kürzlich, dass Supermärkte teure Gemüsesorten wie Auberginen und Peperoni aus dem Sortiment genommen hätten, um sich nicht den Ärger der Politik zuzuziehen.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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