Wirtschaft

Zum Schutz der Verbraucher Tüv soll automatisierte Angebote prüfen

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Eine Institution wie der Tüv soll überprüfen, ob Computer-Entscheidungen nachvollziehbar sind.

(Foto: picture alliance / Daniel Naupol)

Bei der Suche nach Jobs oder einer Versicherung im Internet ist laut Verbraucherschützern oft nicht klar, wie Angebote zustande kommen. Damit manche Kunden aufgrund der Datenlage nicht benachteiligt werden, fordern sie ein "Algorithmen-Tüv".

Die Verbraucherzentralen verlangen Kontrollen der internen Algorithmen bei sensiblen Internet-Dienstleistungen. "Wenn es um wichtige Dinge geht, wo etwas über mich über meinen Kopf hinweg entschieden wird, brauchen wir einen Algorithmen-Tüv", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller.

Als Beispiele nannte er Online-Angebote zu Versicherungstarifen oder Studienplätzen. Eine Behörde oder eine vom Staat damit beauftragte Institution wie der Tüv solle überprüfen können, ob Computer-Entscheidungen nachvollziehbar seien oder etwa jemand wegen bestimmter Daten-Informationen benachteiligt wird.

Viele Anbieter arbeiteten mit Algorithmen, die auf Basis gesammelter Informationen auf bestimmte Nutzer zugeschnittene Angebote machen könnten, erläuterte Müller. "In vielen Fällen mag das auch genau so sein, dass ich das bekomme, was ich gern haben möchte." In Bereichen wie Versicherungstarifen oder Jobangeboten stelle sich aber die Frage: "Wer entscheidet eigentlich darüber, was hier passiert?"

"Da muss jemand drauf gucken"

Sei auf der anderen Seite nach wie vor ein Mensch, könne man sich an jemanden wenden, wenn vielleicht etwas missverstanden worden sei. Bei automatisierten Entscheidungen aufgrund großer Datenmengen sei dagegen nicht immer genau klar, wo Daten gesammelt wurden, ob sie richtig erfasst oder womöglich fehlinterpretiert worden seien. "Da muss jemand drauf gucken", forderte Müller.

Eine Überprüfung müsse in staatlicher Regie ablaufen, weil Anbieter Algorithmen natürlich nicht auf einem offenen Marktplatz präsentieren könnten, so der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich für Transparenz bei Algorithmen ausgesprochen. Als Bürger müsse man sich informieren können. "Was passiert da eigentlich mit meinem Medienverhalten?", fragte sie im Herbst bei den Medientagen München.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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