Wirtschaft

Rettung in der Corona-Krise? Tui erhält 1,8 Milliarden Euro Staatshilfe

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Tui erhält Krisen-Unterstützung vom Staat.

(Foto: imago images/localpic)

Der arg gebeutelte Touristik-Konzern Tui erhält einen milliardenschweren Staatskredit der KfW, um die Corona-Krise zu überstehen. Die Banken müssen den Hilfen allerdings noch zustimmen. Ist das die Rettung für den Reiseveranstalter?

Der von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffene Reisekonzern Tui erhält nach eigenen Angaben einen Überbrückungskredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Die Bundesregierung habe dafür ihre Zustimmung gegeben, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Allerdings müssten noch die Banken des Reiseanbieters dem KfW-Überbrückungskredit zustimmen; die Gespräche dazu seien bereits angelaufen und würden nun fortgesetzt.

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Mit den Mitteln der staatlichen Förderbank soll den Angaben zufolge die bereits bestehende Kreditlinie von Tui bei ihren Banken in Höhe von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden. Zu einer der Bedingungen des KfW-Überbrückungskredites gehörte demnach, dass der Reisekonzern während der Laufzeit des Kredits auf Dividendenzahlungen verzichtet. Damit würde Tui zum gegenwärtigen Zeitpunkt über Finanzmittel und Kreditlinien in Höhe von insgesamt 3,1 Milliarden Euro verfügen.

Viele Beschäftigte in Kurzarbeit

Tui hatte wegen der Pandemie unlängst sein gesamtes Reiseprogramm bis zum 23. April ausgesetzt. Zugleich beteiligte sich der Konzern an der Rückholung von deutschen Urlaubern aus dem Ausland. Für zahlreiche Beschäftigte wurde Kurzarbeit angezeigt - in einigen Bereichen bis in den September hinein. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte sich für eine staatliche Unterstützung des Unternehmens mit Hauptsitz in Hannover ausgesprochen. Die Zahlungen von Kunden sind nach Angaben des Unternehmens derzeit ausreichend abgesichert. Tui kündigte zudem an, dass Urlauber für den Mai gebuchte Reisen gebührenfrei verschieben können.

Der Anbieter folgt damit anderen Großveranstaltern wie DER Touristik und FTI. Die gesamte Reisebranche ist von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise besonders stark betroffen. Die Buchungen sind im Keller, viele Länder haben den normalen Luftverkehr unterbrochen. Tui-Chef Fritz Joussen schlägt auch einen harten Sparkurs ein. Nun müsse unbedingt "das Geld zusammengehalten" werden, sagte er kürzlich. Tui Deutschland hat zunächst bis zum 30. April alle Reisen abgesagt. Wie mögliche Storno-Regelungen aussehen könnten, war zuletzt noch unklar. Für den Mai gebuchte Reisen können Urlauber aber gebührenfrei verschieben. Der Konzern betonte, dass es für geleistete Kundenzahlungen eine hinreichende Versicherungsdeckung gebe.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa