Wirtschaft

Millionenverluste trotz Umsatzplus Twitter streicht jede zehnte Stelle

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Die Twitter-Aktie regierte positiv auf die neuesten Zahlen.

(Foto: AP)

Die Nutzerzahlen nehmen nur noch langsam zu und das Unternehmen ist noch immer nicht rentabel. Twitter reagiert auf die neuesten Quartalszahlen und spart hunderte Mitarbeiter weltweit ein.

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat den nächsten großen Stellenabbau angekündigt. Etwa neun Prozent der weltweiten Belegschaft sollten entlassen werden, teilte das Unternehmen mit. Das betrifft jeden zehnten Mitarbeiter.

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Zuvor hatten US-Medien über bevorstehende Kündigungen von rund 300 Angestellten berichtet. Zuletzt hatte Twitter rund 3860 Mitarbeiter. Bereits vor einem Jahr hatte die angeschlagene Firma bei der Rückkehr des Mitgründers Jack Dorsey an die Vorstandsspitze etwa acht Prozent ihrer Jobs gestrichen.

Beim Umbau wolle sich das Unternehmen "auf die Neuorganisation der Teams für Verkauf, Kooperationen und Marketing konzentrieren", erklärte Finanzchef Anthony Noto. Die Investitionen sollten "strenger" gehandhabt werden als bisher. Ziel sei es, "2017 Richtung Rentabilität zu kommen". Der vor zehn Jahren gegründete Internetdienst hat seit seiner Gründung noch nie Gewinn gemacht. 

Plus durch Werbeeinnahmen

Für das dritte Quartal meldete Twitter einen Verlust von 103 Millionen US-Dollar (etwa 94 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum war ein Minus von 131 Millionen Dollar angefallen. Den Umsatz konnte das Unternehmen um acht Prozent auf 616 Millionen Dollar steigern. Damit schwächte sich das Wachstum zwar weiter ab, dennoch wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Bei der wichtigsten Erlösquelle, den Werbeeinnahmen, gab es ein sechsprozentiges Plus auf 545 Millionen Dollar.

Insgesamt lagen die Quartalszahlen deutlich über den Markterwartungen. Zusammen mit dem angekündigten Stellenabbau kam das bei Anlegern gut an. Die Aktie stieg vorbörslich zeitweise um mehr als vier Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs allerdings 45 Prozent eingebüßt.

Der Druck anderer Online-Netzwerke und Messaging-Dienste wie Instagram oder Snapchat setzt Twitter seit längerem zu. Die Zahl der aktiven Nutzer, die sich mindestens einmal pro Monat einloggen, stieg um drei Prozent auf 317 Millionen. Zuletzt hatten sich Spekulationen über einen Twitter-Verkauf zerschlagen. Als Interessenten waren etwa Salesforce, Google und Disney gehandelt worden.     

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa/AFP

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