Wirtschaft

1000 neue Jobs in WismarU-Boot-Bauer TKMS sitzt auf Rekordbestellungen

11.02.2026, 20:18 Uhr
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Der U-Boot-Hersteller TKMS hebt seine Umsatzprognose an. (Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Bestellungen für mehr als 20 Milliarden Euro hat TKMS in den Büchern. Und in weiteren Vergaberennen ist der U-Boot-Bauer gut positioniert. Spürbare Folgen hat die hohe Nachfrage für den Standort Wismar. Dort sucht das Unternehmen Hunderte Beschäftigte.

Der Rüstungskonzern TKMS hebt nach den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres seine Umsatzprognose an. Die Erlöse sollten gegenüber dem Vorjahr um zwei bis fünf Prozent steigen, teilte die Thyssenkrupp-Tochter mit. Bislang hatte TKMS ein Wachstum von ein bis zwei Prozent erwartet. Im ersten Quartal per Ende Dezember lag der Umsatz bei 545 Millionen Euro nach 550 Millionen vor Jahresfrist. Mit 26 Millionen Euro fuhr der Konzern ein stabiles bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein. Die Ebit-Marge verbesserte sich auf 4,8 Prozent. Sie soll im laufenden Jahr auf mehr als sechs Prozent zulegen. Unter dem Strich ging der Gewinn maßgeblich wegen höherer Steuern sowie eines niedrigeren Finanzergebnisses um 85 Prozent auf 4 Millionen Euro zurück.

"TKMS bleibt auf Erfolgskurs", sagte Konzernchef Oliver Burkhard. Der Auftragsbestand habe mit 18,7 Milliarden Euro eine neue Höchstmarke erreicht. Nicht darin enthalten ist der neueste Auftrag von Norwegen über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD, der erst nach dem Stichtag unterzeichnet wurde. Damit habe sich der Auftragsbestand auf mehr als 20 Milliarden Euro erhöht, sagte Burkhard.

Der U-Bootbauer profitiert von der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Waffen und Munition. Thyssenkrupp hatte das Unternehmen im Oktober an die Börse gebracht, hält aber weiterhin die Mehrheit. Inzwischen sind beide Unternehmen im Nebenwerteindex MDax notiert.

TKMS hofft auf weitere milliardenschwere U-Boot-Aufträge. Der Konzern sei in Kanada einer von nur noch zwei verbliebenen Bewerbern im Rennen um bis zu zwölf U-Boote ausgewählt worden. Bei den Bemühungen um einen Zuschlag habe TKMS in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht, sagte Burkhard. Bei dem Konkurrenten handelt es sich um die Hanwha Group aus Südkorea. Diese wirbt unter anderem damit, bis 2040 in Kanada mindestens 200.000 Arbeitsplätze zu schaffen. In Indien hat TKMS Burkhard zufolge gemeinsam mit seinem lokalen Partner die finalen Verhandlungen über einen Auftrag für sechs U-Boote aufgenommen.

Vergangene Woche war zudem bekannt geworden, dass TKMS mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr einen Vorvertrag für das Projekt Meko A-200 DEU unterzeichnet hat. Die Vereinbarung soll eine Ablieferung einer ersten Fregatte bis Ende 2029 ermöglichen. Dieser deckt Beschaffungen und Arbeiten mit einem Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bis Ende März ab. Damit ist noch kein offizieller Bauvertrag verbunden. Die Entscheidung hierzu steht noch aus. "Wir könnten heute schon unterschreiben", sagte Burkhard und nannte einen Kaufpreis zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro pro Schiff.

Der Ausbau der Tochterwerft in Wismar kommt voran. Dort will das Unternehmen U-Boote, etwa für Singapur, und Überwasserschiffe fertigen. Anfang Januar haben mehr als 140 neue Mitarbeitende dort die Arbeit aufgenommen - damit ist die Belegschaft den Angaben zufolge auf 400 Beschäftigte angewachsen. In der Spitze gebe es dort auf einige Jobs bis zu 30 Bewerbungen, sagte Burkhard. Bei Vollauslastung sollen perspektivisch bis zu 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Auf der Stelle tritt TKMS offenbar bei seinen Bemühungen um eine Übernahme der benachbarten Werft German Naval Yards Kiel (GNYK). Die Gespräche würden zwar fortgesetzt, sagte Burkhard. TKMS würde aber gerne den nächsten Schritt machen zu einer Due Diligence. "Aus unserer Sicht wäre das möglich. Wir haben aber noch nicht dieses Stadium erreicht." TKMS wolle im ersten Quartal Klarheit haben, ob der Konzern die Bücher von GNYK prüfen könne oder aus dem Prozess aussteige.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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