Wirtschaft

1,5 Millionen neue Hilfsanträge US-Arbeitsmarkt erholt sich nur schleppend

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Die Zahl der Anträge aus Arbeitslosenhilfe in den USA sinkt nur langsam

(Foto: REUTERS)

Massenarbeitslosigkeit statt Vollbeschäftigung: Zwar sinkt die Zahl der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe weiter, sie liegt aber immer noch deutlich über dem Höchstwert der Finanzkrise. Der Chef der US-Notenbank Powell ist über die Folgen der Corona-Pandemie besorgt.

Nach dem Stellenaufbau im Mai ebbt die Flut an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA weiter ab. Insgesamt stellten vorige Woche 1,542 Millionen Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Ökonomen hatten mit 1,55 Millionen gerechnet, nach revidierten 1,897 Millionen in der vorangegangenen Woche. Den Höhepunkt gab es Ende März mit 6,86 Millionen. Danach wurden es stetig weniger.

Der beständige Rückgang sei zwar eine positive Entwicklung, meint Ökonomin Nancy Vanden Houten vom Analysehaus Oxford Economics in New York: "Doch der Arbeitsmarkt hat einen schweren Schlag erlitten. Für eine vollständige Erholung braucht es Jahre, nicht Wochen oder Monate." Die Zahl der Arbeitslosenanträge ist noch immer doppelt so hoch wie auf dem Höhepunkt der Rezession der Jahre 2007 bis 2009. Auslöser ist die Corona-Pandemie.

Die Krise hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende einsetzte und rund 2,5 Millionen Jobs geschaffen wurden. Die US-Notenbank Fed geht im Mittel davon aus, dass die Arbeitslosenquote zum Jahresende noch bei 9,3 Prozent liegen wird.

"Vor der Wirtschaft liegt ein sehr unsicherer Weg", warnte jüngst Jerome Powell, Chef der Fed, der Federal Reserve. Ein "erheblicher Teil" der Menschen werde auf längere Zeit arbeitslos bleiben. Die Notenbank treibt auch die Sorge um, dass es zu einer weiteren Infektionswelle kommen könnte. In den USA stieg die Zahl der Coronavirus-Infektionen in einigen Staaten zuletzt wieder; so verzeichneten New Mexico, Utah und Arizona nach Reuters-Berechnungen 40 Prozent mehr Neuinfektionen in der vergangenen Woche, auch Florida und Arkansas sind verstärkt betroffen.

Quelle: ntv.de, tsi/rts