Wirtschaft

Dow tritt auf der Stelle US-Börsen schon in Feiertagsstimmung

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Während die Vorbereitungen für die Thanksgiving Parade durch Manhattan laufen, herrscht an der Wall Street wenig Aktionismus.

(Foto: REUTERS)

Einen Tag vorm Thanksgiving-Feiertag machen die US-Börsen keine großen Sprünge. Vorgezogene Konjunkturdaten haben nur wenig Einfluss auf die Kurse und auch das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung lässt die Anleger eher kalt.

Die US-Börsen haben zur Wochenmitte wenig verändert geschlossen. Im Vorfeld des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Vor den Feierlichkeiten mussten sie jedoch noch eine ganze Reihe an Konjunkturdaten und das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung verarbeiten. Der Dow-Jones-Index schloss nahezu unverändert bei 35.804 Punkte, der S&P-500 legte 0,2 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq-Composite notierte 0,4 Prozent fester.

Zwei Hauptthemen haben in jüngster Zeit die Wall Street gebremst. Zum einen die Sorgen wegen der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie und die im Gefolge verhängten Einschränkungen, zum zweiten die hohe Inflation, die länger andauern könnte als viele erwartet haben. Zwar haben die Unternehmen eine glanzvolle Berichtsaison hinter sich, doch dieses Thema ist weitgehend vom Tisch. "Wir haben fantastische Gewinne erzielt, der Anleihemarkt verhält sich normal, die Inflation ist gestiegen, aber die Zinsen sind sehr niedrig", sagte Tim Holland, Chief Investment Officer bei Orion Advisor Solutions. Es falle ihm schwer, nicht optimistisch zu sein: "Solange die Zinsen niedrig sind und die Erträge wachsen, ist es sehr schwierig, nicht in Aktien zu investieren."

Flut an Konjunkturdaten

Bereits vorbörslich wurde das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal mitgeteilt, das minimal schwächer ausfiel als erwartet. Die Wochen-Daten zum Arbeitsmarkt zeigten hingegen Stärke. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen. Der Auftragseingang langlebiger Güter kam indessen schwach herein.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich dem Michigan-Index zufolge im November etwas weniger als erwartet eingetrübt, wobei die Inflationserwartungen stiegen. Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben stieg gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent und lag um 5,0 (September: 4,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Neubauverkäufe stiegen derweil weniger stark als erwartet.

Die US-Notenbanker haben bei ihrer Ratssitzung am 3. November über Inflationssorgen diskutiert, wie aus dem nun veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervorgeht. Einige Notenbanker signalisierten demnach, dass sie das Programm zum Ankauf von Anleihen wegen des höheren Inflationsdrucks bereits früher auslaufen lassen wollen, falls die Notwendigkeit zur Zinserhöhung steigt.

Am Anleihemarkt gaben die Renditen mit den anhaltenden Corona-Sorgen etwas nach, nachdem sie zunächst mit den vorgelegten Inflationsdaten zugelegt hatten.

Der Dollar rückte weiter vor. Getrieben wurde der Greenback von der Erwartung einer strafferen Geldpolitik. Der DXY-Dollarindex legte um 0,3 Prozent zu.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 66,89

Die Ölpreise gaben leicht nach. Die führenden Erdölproduzenten Saudi-Arabien und Russland erwägen nach Angaben informierter Personen, ihre jüngsten Bemühungen zu unterbrechen, die Welt mit mehr Rohöl zu versorgen. Grund ist, dass die USA und andere Länder erklärt haben, sie würden einen Teil ihrer Ölvorräte freigeben, um, die Preise zu senken. Die US-Rohöllagerbestände sind indessen unerwartet gestiegen.

Der Goldpreis zeigte sich stabil, nachdem er zuletzt aufgrund steigender Marktzinsen unter Druck gestanden hatte.

HP mit Kurssprung - Autodesk, Gap und Nordstrom knicken ein

HP sprangen um 10,1 Prozent nach oben. Der Computerhersteller hat für das vierte Geschäftsquartal über einen starken Anstieg der PC-Verkäufe und der Umsätze berichtet. Für die Papiere von Dell Technologies ging es um 4,8 Prozent aufwärts. Der Computerhersteller hat bei Umsatz und Nettogewinn die Erwartungen übertroffen.

Autodesk
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Autodesk verloren 15,5 Prozent, nachdem der Software-Hersteller seine Umsatz- und Gewinnprognose nach unten genommen hat. Deere steigerten sich um 5,3 Prozent, der Landmaschinenhersteller hat Umsatz- und Ergebnisprognosen geschlagen.

Der Bekleidungseinzelhändler Gap berichtete über Lieferprobleme, da wegen Covid-19 Fabriken geschlossen und Häfen verstopft sind. Die Aktie tauchte um 24,1 Prozent ab. Nordstrom rutschten sogar um 29,0 Prozent weg. Der Einzelhändler blieb im dritten Quartal unter den Erwartungen.

Quelle: ntv.de, ino/DJ

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