Ruhe vor dem SturmUS-Börsen kommen nicht vom Fleck

Diverse US-Tech-Riesen werden diese Woche ihre Bücher öffnen. Das dürfte vor allem im Hinblick auf die massiven KI-Investitionen interessant werden. Bis es neue Erkenntnisse gibt, halten die Anleger lieber die Füße still.
Die US-Börsen haben sich am Montag kaum von der Stelle bewegt. Vor einer im weiteren Verlauf ereignisreichen Woche mit zahlreichen Firmenbilanzen, der Zinsentscheidung der US-Notenbank und anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hielten sich die Anleger zurück. Der breit gefasste S&P 500 stieg um 0,1 Prozent auf 7173 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 24.887 Zähler. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab dagegen um 0,1 Prozent auf 49.167 Punkte nach.
Im Fokus der Investoren steht die laufende Berichtssaison. In dieser Woche legen unter anderem fünf der sieben größten US-Tech-Konzerne ihre Zahlen vor: Amazon, Meta, Alphabet, Apple und Microsoft. Anleger wollen dabei vor allem prüfen, inwieweit sich die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) bereits auszahlen.
Bislang haben 139 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Ergebnisse für das erste Quartal veröffentlicht, wovon 81 Prozent die Erwartungen übertrafen. Analysten rechnen nach Daten der LSEG nun mit einem Gewinnwachstum von 16,1 Prozent im Jahresvergleich. Der Markt versuche derzeit, die jüngste Kursrally und die Rekordhochs zu verdauen, sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth. Die Geschäftsausblicke der Unternehmen seien recht gut. "Wir sehen ein Gewinnwachstum von 15 Prozent, und ich würde das als ein sehr gutes Umfeld bezeichnen, auch wenn der Weg holpriger geworden ist", sagte Pavlik mit Blick auf die Spannungen im Nahen Osten.
Warten auf die Lageeinschätzung der Fed
Am Dienstag beginnt zudem die zweitägige Zinssitzung der Fed. Es wird allgemein erwartet, dass die Währungshüter die Leitzinsen unverändert lassen. Im Mittelpunkt steht die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, wie die Notenbank die Gesundheit der US-Wirtschaft und die inflationären Auswirkungen der steigenden Energiepreise infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran einschätzt.
Die Bemühungen um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran dauern weiter an. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine Reise von Unterhändlern zu direkten Gesprächen nach Islamabad abgesagt. Der Iran schränkt weiterhin die Schifffahrt durch die Straße von Hormus ein und fordert als Vorbedingung für weitere Verhandlungen, dass Washington seine Blockade aufhebt.
Bei den Einzelwerten legten Verizon zu. Der Telekommunikationskonzern hatte nach einem unerwartet starken Kundenzuwachs seine Jahresprognose angehoben. Domino's Pizza gaben dagegen nach, da die Schnellrestaurantkette die Umsatzschätzungen für das erste Quartal verfehlte. Nvidia bauten ihren Kurssprung von 4,3 Prozent aus der vorangegangenen Sitzung weiter aus. Der Chipkonzern hat damit wieder einen Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar erreicht.