Verizon will zurück an die Spitze
Mit Sonderrabatten hat Verizon erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt in einem ersten Quartal Kunden hinzugewonnen. "Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Trendwende nicht nur voranschreitet, sondern an Fahrt gewinnt", sagte Dan Schulman, der Chef des US-Mobilfunkriesen. "Wir sind dabei, unsere Marktführerschaft zurückzugewinnen." Er gehe davon aus, dass die Zahl der neuen Mobilfunkverträge zum Jahresende am oberen Ende der angepeilten Spanne von 750.000 bis einer Million liegen werde. Dies wäre eine Verdreifachung im Vergleich zu 2025. Darüber hinaus hob Schulman das Gewinnziel für 2026 auf 4,95 bis 4,99 von 4,90 bis 4,95 Dollar je Aktie an.
In den ersten drei Monaten des Jahres gewann der Konzern 55.000 Kunden hinzu, während Analysten mit einem Minus von knapp 82.000 gerechnet hatten. Verizon lockte bisherige Nutzer der Rivalen AT&T und T-Mobile mit Sonderkonditionen.
Milliardendeal in der Pharmabranche
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat seine jüngste Einkaufstour fortgesetzt und verstärkt sein Portfolio im Bereich Blutkrebs mit der Übernahme von Ajax Therapeutics für bis zu 2,3 Milliarden Dollar. Wie Eli Lilly mitteilte, entwickelt Ajax sogenannte Januskinase-Hemmer (JAK-Hemmer) der nächsten Generation für Patienten mit Myeloproliferativen Neoplasien. Dabei handelt es sich um seltene Blutkrebserkrankungen, die auftreten, wenn das Knochenmark zu viele Blutzellen bildet. Das Hauptprodukt von Ajax, AJ1-11095, ist ein in der Erprobung befindlicher "First-in-Class" Typ-II-JAK2-Inhibitor, also ein Medikament mit einem neuartigen Wirkstoff, das einmal pro Tag eingenommen werden muss.
AJ1-11095 wird zurzeit in einer Phase-1-Studie bei Patienten mit Myelofibrose getestet, die zuvor mit einem Typ-I-JAK2-Inhibitor behandelt wurden.
Bericht: BayWa-Gläubiger sollen auf viel Geld verzichten
Die Gläubiger des angeschlagenen Agrar- und Handelskonzerns BayWa sollen einem Medienbericht zufolge auf eine Milliarde Euro verzichten. Bei diesem Volumen könnte ein möglicher Schuldenschnitt liegen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise. Auch Instrumente wie Besserungsscheine würden diskutiert, hieß es weiter. Ein BayWa-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Bei der Baywa laufen derzeit Verhandlungen über Anpassungen des Sanierungskonzepts, dabei steht auch ein Schuldenschnitt im Raum. Hintergrund ist die Lage der Tochter BayWa r.e., die Solar- und Windkraftprojekte entwickelt und unter den trüben Aussichten in der Branche leidet. Die Baywa hatte Mitte März eingeräumt, dass die 1,7 Milliarden Euro, die der 2028 geplante Verkauf des 51-Prozent-Anteils einbringen sollte, nicht mehr realistisch sei. Der Verkaufserlös war ein fester Bestandteil des Sanierungskonzepts, mit dem die Baywa ihre Verschuldung um vier Milliarden Euro abbauen wollte.
"Telebörse" wird "ntv Wirtschaft"
Bei ntv steht bei der Wirtschaftsberichterstattung eine wichtige Änderung an. Der Name "Telebörse" verabschiedet sich nach 100.000 Ausgaben aus dem Programm. Ab Mai bündelt der Nachrichtensender nach eigenen Angaben seine wirtschaftsjournalistische Kompetenz unter der neuen crossmedialen Marke "ntv Wirtschaft". "Die 'Telebörse' ist seit über 30 Jahren eine feste Größe in der deutschen Wirtschaftsberichterstattung und steht wie kaum ein anderes Format für Verlässlichkeit und Expertise", sagte Susanne Althoff, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin Wirtschaft bei ntv. "Mit "ntv Wirtschaft" entwickeln wir diese starke Marke konsequent weiter: inhaltlich breiter, visuell moderner, crossmedial und noch näher an den Themen, die unsere Zuschauerinnen und Zuschauer bewegen."
Stagflation wird ein Problem für die EZB
Wenig verändert zeigt sich der Frankfurter Euro-Geldmarkt zum Start in die neue Handelswoche. Der Overnight-Satz zeigt sich unverändert um 1,90 zu 2,10 Prozent. Bei der anstehenden EZB-Sitzung wird vor allem auf die Kommentare geblickt, denn alle Weichen sind auf Stagflation gestellt. Die Branchenverbände der Wirtschaft sind schwer enttäuscht von den ausgebliebenen Reformen seit dem Regierungswechsel in Deutschland. Entsprechend fallen die Investitionen bei Firmen. Auch der Konsum fällt als Konjunkturstütze aus. Für die EZB würden die Entscheidungen immer schwerer, denn vor allem Deutschland als "kranker Mann Europas" benötige Zinssenkungen als Stütze, so der Disponent. Die rasante Teuerung würde aber Zinserhöhungen erfordern.
Tagesgeld: 1,90 - 2,10 (1,90 - 2,10), Wochengeld: 1,91 - 2,11 (1,91 - 2,11), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (1,90 - 2,15), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,25 (2,08 - 2,33), 6-Monats-Geld: 2,14 - 2,24 (2,49 - 2,79), 12-Monats-Geld: 2,54 - 2,64 (2,67 - 2,87), Euribors: 23.04. 22.04. 3 Monate: 2,1630 2,1650, 6 Monate: 2,4590 2,4270, 12 Monate: 2,7350 2,6870
Exporterwartungen leicht gestiegen
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas verbessert. Die Exporterwartungen stiegen im April auf plus 0,1 Punkte, nach minus 0,7 Punkten im März, wie das Ifo-Institut mitteilte. Positive und negative Erwartungen halten sich damit die Waage. "Für die Exportwirtschaft geht es gegenwärtig weder vor noch zurück", erläuterte Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe. Die hohe geopolitische Unsicherheit belaste die Planungen.
"Fantasien werden getriggert - das treibt die Kurse"
Trotz geopolitischer Risiken eilen die Börsen von Rekord zu Rekord. "Vor acht Wochen war Untergangsstimmung, jetzt ist wieder alles super", sagt Sören Hettler, Leiter der Anlagestrategie bei der DZ Bank. Er warnt jedoch auch: Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnte das massive Folgen haben.
Dax klar im Plus - Ölpreise steigen
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich im positiven Bereich festgesetzt. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,6 Prozent höher bei 24.280 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 5900 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent fester bei 1,1742 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um je 1,9 Prozent auf 107,84 beziehungsweise 96,50 Dollar.
Wie viel Risiko steckt noch in den Märkten?
Trotz des Nahostkriegs bleiben die Märkte erstaunlich robust. Welche Rolle spielt dabei der KI-Boom, stehen Techwerte vor einem nachhaltigen Comeback - und wie cool bleiben die Anleger in dieser unruhigen Börsenphase? Darum geht es im Talk zwischen Raimund Brichta und Annchristin Jahnel von der HSBC, Sven Gundermann von Taunus Investments sowie Michael Flender von goldesel.de.
Analysten loben Nordex-Margenentwicklung - Aktie schießt hoch
Nordex hat eine beeindruckende Margenentwicklung gezeigt, wobei die Ergebnisse die Erwartungen bei den meisten Kennzahlen übertroffen haben, wie die Analysten von Berenberg schreiben. Der deutsche Windturbinenhersteller habe in seinen Projekt- und Servicesegmenten stärkere Margen ausgewiesen, da das Ebitda des Konzerns um 64 Prozent gewachsen sei und damit die Konsenserwartungen um 15 Prozent übertroffen habe, schreiben sie. Nordex sei auf Kurs, höhere Projektvolumina und verbesserte Servicemargen zu liefern, meinen sie. Dies werde helfen, das mittelfristige Ziel für die Ebitda-Marge von zehn bis zwölf Prozent zu erreichen, sagen sie. Die Nordex-Aktie steigt um 11,8 Prozent auf 50,30 Euro.
Sawes Marathon-Weltrekord tut der Adidas-Aktie gut
Die Aktie von Adidas legt zu, nachdem der Marathon-Weltrekord in London von einem Athleten gebrochen wurde, der Schuhe des deutschen Sportartikelherstellers trug. Sabastian Sawe gewann den London-Marathon in unter zwei Stunden und trug dabei Schuhe und Ausrüstung von Adidas. Ein weiterer von Adidas gesponserter Athlet, Yomif Kejelcha, unterbot ebenfalls die Zwei-Stunden-Marke und belegte den zweiten Platz. Auch die Siegerin des Frauenrennens, Tigst Assefa - die den Weltrekord für ein reines Frauenrennen brach - trug Adidas-Schuhe. Alle drei Läufer trugen die Adizero Adios Pro Evo 3-Schuhe von Adidas. Die Adidas-Aktie steigt um 1,4 Prozent.
Ökonomen: 12-Uhr-Tankregel lässt Gewinnmargen steigen
Die seit dem 1. April geltende Regel, wonach Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur einmal am Tag, nämlich um 12.00 Uhr, ändern dürfen, hat nach Erkenntnissen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) zu einer zusätzlichen Belastung der Verbraucher geführt. "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich", sagte Leona Jung, Autorin der Studie vom DICE. Demnach sind die Gewinnmargen sowohl bei E5 als auch bei E10 um rund sechs Cent gestiegen. Die Auswirkung auf Dieselpreise sei dagegen noch nicht eindeutig, da die internationalen Dieselnotierungen seit Kriegsbeginn sehr volatil gewesen seien.
Der Mitteilung zufolge haben vor allem kleinere Ketten und unabhängige Anbieter ihre Gewinnmargen stärker angehoben als große Tankstellenketten, die offenbar kartellrechtliche Maßnahmen fürchteten. Innerhalb Deutschlands variiert zudem die Stärke des Effekts erheblich. In Süddeutschland stiegen die Margen besonders stark - zusätzlich um bis zu 1,2 Cent pro Liter Benzin und 2,4 Cent pro Liter für Diesel.
Erfolglose Iran-Diplomatie ist Gift für Bitcoin
Bitcoin gibt nach. Sorgen über stockende Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran und Spannungen in der wichtigen Straße von Hormus verringern die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen. US-Präsident Donald Trump äußerte, er schicke keine US-Gesandten für Gespräche mit dem Iran nach Pakistan. Er sagte, der Iran könne anrufen oder "zu uns kommen", wenn er reden wolle. Trump sagte zudem, der Iran habe etwa drei Tage Zeit, bevor seine Ölpipelines wegen Verstopfung zu explodieren drohten. Bitcoin fällt um 1,3 Prozent auf 77.654 US-Dollar.
Nordex startet stark
Nordex ist mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg ins Jahr gestartet. Der Umsatz habe sich im ersten Quartal um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 1,6 Milliarden Euro erhöht, teilte der Windanlagenbauer mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei um 64,3 Prozent auf 130,7 Millionen Euro gestiegen, bei einer gleichzeitig verbesserten EBITDA-Marge von 8,2 Prozent. Der Gesamtauftragswert lag laut Nordex im ersten Quartal bei 1,7 Milliarden Euro, nach 1,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Ölpreis über 100 Dollar signalisiert "Angebotsstress"
Ein Preis für Rohöl der Sorte Brent von über 100 US-Dollar je Barrel signalisiert "Angebotsstress". Das erklärt Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Das geopolitische Umfeld sei nach wie vor alles andere als stabil und sorge für anhaltende "Kriegsprämien", da die Ölflüsse durch die Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt blieben, so die Analystin. Die mangelnden Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran hätten die Befürchtungen verstärkt, dass die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten länger andauern könnten als erwartet: "Das Ausbleiben diplomatischer Fortschritte hat dazu geführt, dass sich die Märkte eher an geopolitischen Schlagzeilen als an traditionellen Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage orientieren", fügt Sachdeva hinzu. Abwärtsrisiken für die globalen Wachstumsprognosen könnten sich verschärfen, wenn der Ölpreis weiter in Richtung 110 bis 120 US-Dollar je Barrel steigt, insbesondere für die vom Ölimport abhängigen asiatischen Volkswirtschaften, erläutert die Marktexpertin.
Müder Dax-Aufgalopp in richtungsweisende Woche
Kaum verändert beginnt der Dax den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.215 Punkten. Am Freitag hatte er mit 24.129 Zählern geschlossen und auf Wochensicht etwa 2,5 Prozent eingebüßt.
"Im Blick haben die Anleger nach wie vor die Ölpreise", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die ziehen aktuell leicht an und bremsen daher eine mögliche Kauflaune", erläutert er. "Im weiteren Wochenverlauf rücken dann die Zinsentscheidungen der Fed und der EZB in den Blick – und die Geschäftsberichte gleich mehrerer US-Tech-Schwergewichte."
Tech-Rally an Asien-Börsen
Die meisten asiatischen Aktienmärkte ziehen im späten Geschäft an - in Japan und Südkorea erklimmen die Indizes Rekordstände. Die Börsen folgen damit der Wall Street vom Wochenschluss, wo vor allem Technologietitel im Fahrwasser von mit Begeisterung aufgenommenen Geschäftszahlen von Intel stark zugelegt hatten. Mit Blick auf den Iran-Krieg herrsche das Prinzip Hoffnung, heißt es mit Blick auf Berichte, wonach der Iran den USA einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterbreitet haben soll.
Die gute Nachricht für Asien ist, dass der KI-Ausbau weltweit sehr stark bleibt und sich zu beschleunigen scheint", sagt MUFG-Analyst Michael Wan auch mit Blick auf die Technologierally an den US-Börsen. In Asien steht eine lebhafte Woche mit vielen Geschäftsberichten an, sodass sich der Fokus vermehrt auf die Geschäftsausweise der Unternehmen richtet. Dabei spielt das Thema KI eine zentrale Rolle. Der japanische Nikkei klettert um 1,9 Prozent auf 60.841 Punkte und erreicht ein Rekordhoch - getrieben von Technologiewerten.
Auch der südkoreanische Kospi springt auf ein Allzeithoch und legt um 2,7 Prozent zu. Im Technologiesektor steigen die Schwergewichte SK Hynix um 7,5 Prozent auf einen Rekordstand, während Samsung Electronics um 2,3 Prozent anziehen. In China hinken die Indizes hinterher, der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent, der HSI in Hongkong ebenfalls 0,2 Prozent.
Dax steht vor Eröffnungsgewinnen
Europas Börsen dürften mit kleinen Aufschlägen in den Handel starten. Leicht stützend wirkt die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der diplomatischen Bemühungen um eine Lösung im Irankrieg. Zwar hat US-Präsident Donald Trump eine Reise der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan zu Gesprächen mit dem Iran abgesagt. Er fügte hinzu, dass die Iraner zehn Minuten, nachdem er die Reise abgesagt hatte, ein viel besseres Angebot geschickt hätten, das vorsehe, dass der Iran im Rahmen eines Abkommens keine Atomwaffen besitze.
Derweil steht der Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Chairman der US-Notenbank kaum noch etwas im Weg. Das US-Justizministerium hatte am Freitag mitgeteilt, die Ermittlungen gegen den amtierenden Chairman Jerome Powell einzustellen. Daraufhin hatte der republikanische Senator Thom Tillis erklärt, er werde eine Ernennung von Warsh nicht länger blockieren. Damit sollte die letzte Hürde für Warsh aus dem Weg geräumt worden sein.
Positive Wirtschaftsnachrichten kommen aus China. Dort sind die Industriegewinne im März trotz der durch den Nahost-Konflikt bedingten Spannungen auf den globalen Energiemärkten gestiegen. Obwohl befürchtet wurde, dass höhere Ölpreise und Probleme in der Lieferkette chinesischen Unternehmen schaden könnten, stiegen die Industriegewinne im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,8 Prozent. Dies sei vor allem auf die Stärke des Maschinenbau- und Hightech-Sektors zurückzuführen, teilte das Nationale Statistikamt mit.
Verbraucher immer pessimistischer
Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen drücken die Verbraucherstimmung in Deutschland erneut deutlich. Der Indikator für das Konsumklima für Mai sinkt um 5,2 auf minus 33,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2023, wie die Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. Die Konsumenten blickten skeptischer auf ihre künftige Finanzlage und die allgemeine Konjunktur. Zudem fiel die Anschaffungsneigung, also die Bereitschaft zu größeren Einkäufen von Autos oder Möbeln, auf ein Zwei-Jahres-Tief.
"Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein", sagte NIM-Experte Rolf Bürkl. Dieses Teil-Barometer fiel ebenfalls auf den niedrigsten Wert seit Februar 2023. "Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig."
Deutsch-britischer Wirtschaftsgipfel unter "Freunden"
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und ihr britischer Kollege Peter Kyle halten heute ab 14.30 Uhr beim deutsch-britischen Wirtschaftsforum in Berlin die Eröffnungsreden. Der Wirtschaftsgipfel baut auf dem im Juli 2025 unterschriebenen Kensington-Vertrag beider Staaten auf, mit dem schrittweise eine vertiefte Zusammenarbeit in Verteidigung, Sicherheit, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur vereinbart wurde.
Als "Freunde mit gewissen Vorzügen" beschreibt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Partnerländer Großbritannien und Deutschland. Zentrale Themen der Podiumsdiskussionen im Haus der Deutschen Wirtschaft sollen "die Stärkung der europäischen Sicherheit und Resilienz" sowie die Förderung von "Wachstum und Innovation durch industrielle Zusammenarbeit" sein, wie die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer schreibt.
"Er ist ein hervorragender Kandidat"
US-Präsident Donald Trump erhält prominente Unterstützung für seinen Kandidaten für den Chefposten der Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh. Der einflussreiche republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina teilte mit, er freue sich darauf, die Bestätigung von Kevin Warsh zu unterstützen. "Er ist ein hervorragender Kandidat." Trump hatte Warsh nominiert, die Entscheidung im Kongress steht noch aus.
Tillis gab damit seinen Widerstand gegen den von Trump vorangetriebenen Chefwechsel bei der Federal Reserve (Fed) auf. Er begründete dies mit dem Ende der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell. Zuvor hatte die zuständige Bezirksstaatsanwältin angekündigt, die Ermittlungen gegen Powell wegen angeblich ausschweifender Renovierungskosten an der Fed einzustellen. Powell hatte die drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed eingestuft, die von vielen als wichtigste Notenbank der Welt angesehen wird.
Airline-Chef fordert Aussetzen des Emissionshandels
Angesichts des globalen Kerosinmangels infolge der Blockade der Meerenge am Persischen Golf fordert der Chef des deutschen Ferienfliegers Condor, Peter Gerber, ein Aussetzen des Emissionshandels für ein halbes Jahr. Dies wäre der einfachste Weg, "auch die Verbraucher im zweiten Halbjahr vor hohen Preisen zu bewahren", sagte er: "Damit könnte man relativ leicht diese Spekulations-Spritpreise aus dem Markt nehmen. Und dann wäre es womöglich für alle ein ganz entspannter Sommer", fügte er hinzu. Auf absehbare Zeit sei die Spritversorgung gesichert: "Wir wissen natürlich auch, dass die Preise für den Sprit in der Perspektive steigen. Das heißt also: Wer jetzt gebucht hat, ist fein raus, der hat Glück. Wer in der Zukunft bucht, muss mit teureren Preisen rechnen."
Steigende Preise für Tickets und Reisen sowie die Sorge über Flugstreichungen wegen Kerosinmangels bremsen die Reisenachfrage. Derzeit zeige sich eine spürbare Zurückhaltung bei Neubuchungen, erklärte der Deutsche Reiseverband (DRV)jüngst. Laut Gerber läuft der Luftverkehr auch in entfernten Flughäfen wie Singapur, die sehr stark vom Öl aus der Straße von Hormus abhängen, "noch vollkommen" normal. Sie nähmen nur kein zusätzliches Verkehrsaufkommen auf: "Das heißt also: Das wird von allen Seiten sehr eng gemanagt. Und es hat niemand ein Interesse daran, eine Maschine auf dem Hof zu haben. Von daher kann ich da beruhigen. Das, was hingeflogen wird, wird auch wieder zurückgeflogen."
Asien-Börsen melden Rekordstände
Die anhaltende Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) und Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten treiben die asiatischen Börsen an. In Tokio legt der Nikkei-Index um 1,5 Prozent auf 60.584,37 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,7 Prozent höher bei 3744,19 Zählern. Auch in China greifen die Anleger zu: Der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent auf 4086,03 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,3 Prozent auf 4781,74 Punkte.
In Japan sorten starke Quartalszahlen für Kauflaune. Aktien von Automatisierungsspezialisten wie Keyence und Fanuc schießen um mehr als 15 Prozent in die Höhe, während SMC um 9,3 Prozent zulegen. "Aktien mit Bezug zu Gewinnbekanntgaben sowie KI- und Halbleiterwerte haben den Markt zur Eröffnung nach oben geführt", sagt Maki Sawada, Aktienstrategin bei Nomura Securities.
In China rücktn die Industriegewinne in den Fokus, die im März mit einem Plus von 15,8 Prozent so stark wuchsen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Die Erholung verläuft jedoch ungleichmäßig: Während KI-bezogene Unternehmen wie Shannon Semiconductor florieren, kämpfen Konsumgüterhersteller mit einer schwachen Inlandsnachfrage. Zudem drohen weiterhin wirtschaftliche Risiken durch den Nahost-Konflikt. "Die Daten spiegeln die Auswirkungen des Iran-Krieges wahrscheinlich noch nicht wider", erklärt Lynn Song, Chefökonom für Greater China bei ING. Höhere Energiepreise dürften sich in steigenden Kosten für die Produzenten niederschlagen, was die Gewinnmargen belasten könnte, fügt er hinzu.
Chinas Industrie steigert Gewinn
Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen sind im März so stark gestiegen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Sie legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,8 Prozent zu, wie das Nationale Statistikbüro mitteilte. In den Monaten Januar und Februar hatte das Plus noch bei 15,2 Prozent gelegen. Im gesamten ersten Quartal wuchsen die Industriegewinne damit um 15,5 Prozent.
Zugleich beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum auf fünf Prozent, nachdem es im Vorquartal auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen war. Die Daten deuten jedoch auf eine ungleiche wirtschaftliche Erholung hin, während sich die Regierung in Peking auf die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten vorbereitet. Die Daten zu den Industriegewinnen umfassen Unternehmen mit einem Jahresumsatz aus ihrem Hauptgeschäft von mindestens 20 Millionen Yuan (2,93 Millionen Dollar).
Das ist los im frühen Devisengeschäft
An den Devisenmärkten halten sich die Anleger vor den anstehenden Zinsentscheidungen mehrerer großer Notenbanken, darunter in den USA und Japan, zurück. Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,30 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,8282 Yuan nach. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7848 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1726 Dollar und zieht leicht auf 0,9204 Franken an.
Ölpreise ziehen wieder spürbar an
Die Ölpreise ziehen wegen stockender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran erneut deutlich an. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um gut zwei Prozent auf 107,49 Dollar pro Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI steigt knapp zwei Prozent auf 96,17 Dollar. Die Hoffnungen auf erneute Friedensbemühungen hatten am Wochenende einen Dämpfer erhalten: US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ab, obwohl der iranische Außenminister Abbas Aragtschi bereits in Pakistan eingetroffen war. Trump forderte den Iran danach auf, bei Verhandlungsbedarf den Kontakt zu suchen.
Bereits in der Vorwoche hatten Brent und WTI mit einem Plus von fast 17 beziehungsweise 13 Prozent die größten wöchentlichen Gewinne seit Kriegsbeginn verzeichnet. Angesichts der geringeren Fördermenge im Nahen Osten hob die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Ölpreis-Prognosen für das vierte Quartal an. Die Großbank erwartet nun einen Preis von 90 Dollar pro Barrel für Brent und 83 Dollar für WTI. Die wirtschaftlichen Risiken seien größer, als das Basisszenario für Rohöl allein vermuten lasse, erklärten Analysten.
"Deeskalation ist nicht in Sicht"
Der Iran-Krieg und seine Folgen für die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks werden in dieser Woche die Dax-Richtung vorgeben. Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks dürfte die US-Notenbank bei ihrer mit Spannung erwarteten Ratssitzung Börsianern zufolge eine weitere Zinspause einlegen. Auch die Europäische Zentralbank könnte noch abwarten und mögliche Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation hinauszögern. "Die Lage am Golf bleibt angespannt, der Konflikt gerät zur Hängepartie. Wie schnell ein Ausweg gefunden wird, lässt sich kaum abschätzen", fasst LBBW-Stratege Uwe Streich zusammen. In der alten Woche kam der Dax auf einen Verlust von rund 2,5 Prozent bei einem Stand von 24.129 Punkten.
"Mit jedem Tag, erst recht mit jeder Woche, in der die Versorgung mit Öl, Gas, Helium, Harnstoff et cetera weiter stockt, steigen die negativen Folgen für Konjunktur und Preise", sagt Streich. Solange die Seeblockade in der Straße von Hormus bestehen bleibt, werden die Ölpreise Experten zufolge aus dem Ruder laufen und die Inflationssorgen zunehmen. Die USA ringen um die Kontrolle der Meerenge, über die vor dem Krieg etwa ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert wurde. Öl kostet weiter mehr als 100 Dollar je Fass: Im Wochenvergleich verteuerte sich die Nordseesorte Brent um 18 Prozent und US-Leichtöl WTI um 16 Prozent - der zweitgrößte Zuwachs seit Kriegsbeginn. "Eine Deeskalation ist nicht in Sicht", sagt Tamas Varga vom Ölmakler PVM.
An den Finanzmärkten haben sich die Zinssenkungsfantasien für dieses Jahr angesichts der Unsicherheiten verflüchtigt. Experten erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) den Leitzins am kommenden Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten wird. "Die US-Geldpolitiker werden wohl angesichts der Unsicherheiten um den Irankonflikt auf der anstehenden Sitzung weder den Leitzins ändern noch klare Signale über ihre zukünftigen Schritte senden. Neue Projektionen wird es diesmal turnusgemäß nicht geben", sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Es dürfte die letzte Sitzung unter Fed-Chef Jerome Powell sein, wenn bei seiner Ablösung alles termingerecht läuft.
Die EZB zeigt sich entschlossener als ihre US-Kollegen, die Inflation einzudämmen. Die deutlich über das EZB-Ziel von zwei Prozent hinausgeschossene Teuerung führte zu Spekulationen auf mehr als zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Am Donnerstag dürften die Währungshüter um Chefin Christine Lagarde nach Meinung der meisten Analysten aber zunächst stillhalten und erst im Juni die Zinsen anheben.
Die Auswirkungen des Krieges auf die Konjunktur stehen weiter im Mittelpunkt: Zum Start der wegen des Maifeiertages um einen Tag verkürzten Handelswoche steht das GFK-Konsumklima an. Unterdessen läuft die US-Bilanzsaison auf Hochtouren: Richtig spannend wird es am Mittwoch nach US-Handelsschluss, wenn mit Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft gleich vier der wichtigsten Börsenschwergewichte ihre Berichte vorlegen. Einen Tag später wird Apple seine Bücher öffnen. Hierzulande stehen im Wochenverlauf unter anderem die Bilanzen von Deutsche Börse,
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.