Wirtschaft

"Made in USA" US-Firmen wollen Fake-Labels bekämpfen

USA.jpg

Das Label "Made in USA" gilt in den USA als Wettbewerbsvorteil.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es gilt als Ausdruck des patriotischen Stolzes und als Wettbewerbsvorteil: Das Label "Made in USA". Nun fordern amerikanische Firmen, härter gegen Unternehmen vorzugehen, die sich ungerechtfertigt damit schmücken.

Unternehmen in den USA fordern härtere Strafen für landeseigene Firmen, die ihre Waren nicht in den USA herstellen, sie aber trotzdem mit dem Label "Made in USA" versehen. Die Vereinigung "Alliance for American Manufacturing" spricht sich dafür aus, dass Firmen, die ihre Produkte falsch kennzeichnen, künftig auch Strafen zahlen müssen.

"Der Präsident [Donald Trump] spricht immer wieder über die Herstellung von Produkten und 'Made in America'", sagte Scott Paul, der Vorsitzende der Alliance for American Manufacturing, dem "Wall Street Journal". Es sei der richtige Zeitpunkt, um die US-Handelskommission zu ermutigen, stärker durchzugreifen.

Die Vereinigung hofft wohl darauf, dass in Zeiten des erbitterten Handelsstreits zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping ihre Forderungen auf guten Nährboden fallen. Etliche der fälschlich gekennzeichneten Produkte werden in China gefertigt.

Seltene Geldstrafen

Für gewöhnlich hat die US-Handelskommission solche Verstöße im Blick. Laut den Richtlinien der Kommission müssen nahezu alle Produktionsschritte in den USA erfolgen, damit das fertige Produkt unter dem Label "Made in USA" verkauft oder die amerikanische Flagge auf der Verpackung abgebildet sein darf.

Bislang mahnt die Kommission in einem ersten Schritt Unternehmen nur ab, in einem zweiten Schritt verhängt sie Geldstrafen. So etwa auch in den drei größeren Fällen im vergangenen Monat, bei denen die Handelskommission gegen einen Hersteller von Rucksäcken im Militärstil, einen Eishockey-Puck Produzenten und einen Online-Matratzenhändler vorgegangenen ist.

Alle drei Unternehmen forderte die Kommission auf, ihre Produkte künftig nicht mehr unter dem Label "Made in America" zu vermarkten. Keine der drei Firmen musste aber eine Strafe zahlen. In den vergangenen acht Jahren wurde nur ein Unternehmen zur Kasse gebeten: Stanley Black & Decker, ehemals Stanley Works, mit rund 205.000 Dollar.

Ivanka ließ in China fertigen

Trump selbst, der mit seiner "America First"-Politik sicher ein stärkeres Durchgreifen befürwortet, kann nur indirekt Einfluss auf die US-Handelskommission ausüben. Der Präsident ernennt zwar die Kommissare, kann auf das weitere Geschäftsgeschehen aber nicht einwirken und keine Richtlinien anweisen.

Das Label "Made in USA" gilt bei Firmen noch immer als Ausdruck von patriotischem Stolz und als klarer Wettbewerbsvorteil. Eine Studie des "Consumer Reports" aus dem Jahr 2015 ergab, dass tatsächlich 80 Prozent der befragten Amerikaner in den Staaten gefertigte Produkte gegenüber denen anderer Ländern bevorzugen.

Ausgerechnet Trumps Tochter Ivanka, die bis zum Sommer 2018 die Modemarke "Ivanka Trump" betrieb, ließ viele ihrer Produkte aber nicht in den USA, sondern in China produzieren. Auch die Baseball-Kappe von US-Präsident Trump mit dem Slogan seines Wahlkampfes "Make America Great Again" wird zwar in einer Fabrik in Los Angeles zusammengenäht. Stoff, Schirm oder Versteifungsstreben stammen aber aus China.

Quelle: ntv.de, nen