Wirtschaft

Millionenstrafe gegen Monsanto US-Gericht: Glyphosat verursacht Krebs

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Roundup gilt als Verkaufsschlager von Monsanto.

REUTERS

Jahrelang behandelt Hausmeister Dewayne Johnson Gärten von Schulen mit dem Unkrautmittel Roundup. Dessen Hauptbestandteil: Gylphosat. Als er an Krebs erkrankt, macht er dafür Hersteller Monsanto verantwortlich. Ein US-Gericht gibt ihm nun recht.

Ein US-Gericht hat den Agrarkonzern Monsanto zur Zahlung von 285 Millionen Dollar (knapp 250 Millionen Euro) Schmerzensgeld verurteilt, weil seine glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Krebs verursacht haben sollen. Die Mittel hätten "wesentlich" zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen, befand das Geschworenengericht in San Francisco. Das Geld wurde dem ehemaligen Hausmeister Dewayne Johnson zugesprochen, der 2014 unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist und die Herbizide von Monsanto dafür verantwortlich macht.

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Kläger Johnson im Prozess. Sein Fall könnte die Türen für tausende weitere Betroffene öffnen.

(Foto: AP)

Die Geschworenen-Jury begründete das Urteil mit dem Versäumnis von Monsanto, den Kunden davor gewarnt zu haben, dass die Herbizide Krebs auslösen könnten. Dadurch habe sich der Konzern der "Heimtücke" schuldig gemacht. Der 46-jährige Kläger hatte die Herbizide als Hausmeister mehrerer Schulen über Jahre hinweg in großen Mengen angewendet.

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob die in den Unkrautvernichtungsmitteln Roundup und RangerPro enthaltene Chemikalie Glyphosat möglicherweise eine krebsauslösende Wirkung hat. Monsanto, das seit kurzem zum Bayer-Konzern gehört, bestreitet eine krebsauslösende Wirkung seines Produkts. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass die Chemikalie für den menschlichen Gebrauch unbedenklich sei. Unter Experten ist dagegen hochumstritten, ob Glyphosat tatsächlich Krebs verursachen kann. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass keine Krebsgefahr von dem Herbizid ausgeht. Dagegen hatte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

In den USA machen Tausende Krebskranke Monsanto für ihr Leiden verantwortlich. Ein Bundesrichter in San Francisco hatte im vergangenen Monat mehr als 400 weitere Klagen wegen der möglichen krebsauslösenden Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels zugelassen. Insgesamt steht Monsanto in den USA mehr als 5000 Klägern gegenüber.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten im vergangenen Herbst die Zulassung von Glyphosat in der Europäischen Union um fünf Jahre verlängert. Bei einer Abstimmung votierten 18 der 28 EU-Länder für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission. Auch der damalige deutsche Agrarminister Christian Schmidt von der CSU stimmte - entgegen Absprachen innerhalb der Bundesregierung - für das potentiell krebserregende Mittel.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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