Wirtschaft

BMW, VW und Daimler betroffenUS-Kunden verklagen Autobauer

26.08.2015, 22:11 Uhr
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Folgenreiche Fernbedienung: Die Klage richtet sich gegen zehn der weltgrößten Autobauer. (Foto: REUTERS)

Das könnte teuer werden: In den Vereinigten Staaten rollt eine neue Klagewelle auf die Automobilbranche zu. Im Mittelpunkt stehen mehr als ein Dutzend Todesfälle - und die in den USA überaus beliebten Fernbedienungen für den Zündschlüssel.

Zehn der größten Automobilkonzerne der Welt müssen sich in den USA mit gewichtigen Vorwürfen vor Gericht auseinandersetzen. US-Kunden werfen den Herstellern vor, die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung bei Fahrzeugen mit Funkfernbedienung verschwiegen zu haben.

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen sind mindestens 13 Todesfälle bekannt. Die Richter sollen nun klären, ob den Herstellern tatsächlich eine Verantwortung zugewiesen werden kann. Die Klage wurde in einem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht.

Risiko Funkfernbedienung

Zu den betroffenen Autobauern zählen neben Ford, General Motors, Fiat Chrysler, Hyundai, Kia, Nissan, Honda und Toyota auch BMW, Volkswagen und Bentley sowie die Pkw-Sparte von Daimler, Mercedes-Benz USA. Die Autobauer wollten sich zunächst nicht äußern.

Die Kläger streben Entschädigungen und eine amtliche Verfügung an. Diese soll die Hersteller dazu zwingen, eine Vorrichtung einzubauen, die die Fahrzeuge nach einer bestimmten Zeit automatisch ausschaltet, wenn der Fahrer den Pkw verlässt.

Abgase in der Garage

Zu den Todesfällen kam es unter anderem, als die Motoren der Autos in geschlossenen Räumen unbeabsichtigt weiter liefen, obwohl die Halter die Schlüsselanhänger entfernt hatten. Bei geschlossenem Garagentor etwa können sich die Abgase, darunter das giftige Kohlenmonixid, rund um das Fahrzeug gefährlich anreichern - eine Gefahr, die zumindest nach europäischen Maßstäben wohl als allgemein bekannt gelten kann.

Funkfernbedienungen sind in den USA sehr beliebt. Mit dieser Ausstattung muss der Zündschlüssel zum Starten des Motors nicht mehr wie früher ins Zündschloss eingesteckt und gedreht werden. Stattdessen lässt sich der Wagen - samt Heizung, Klimaanlage und Gebläse - bereits aus einer Distanz von einigen Metern starten.

Typische Anwender sind zum Beispiel Berufspendler, die mit dem Wagen jeden Morgen zur Arbeit fahren. Die Funktion erlaubt es, einen vor dem Einfamilienhaus geparkten Wagen bereits von der eigenen Küche aus anzulasen - zum Fahrtbeginn findet der Besitzer dann einen je nach Jahreszeit gekühlten oder vorgewärmten Wagen vor.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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