Wirtschaft

Boom bei "altmodischem" Gelbgold US-Schmuckhändler bejubeln Meghan-Effekt

Über Jahre galt Gelbgold bei den US-Amerikanern als altmodisch - doch nun erlebt das Edelmetall in den Vereinigten Staaten einen zweiten Frühling. Zu verdanken haben das die Juweliere der frisch vermählten Herzogin von Sussex - Meghan Markle.

Nach einer jahrelangen Durststrecke hat die frischvermählte Herzogin von Sussex, Meghan Markle, in den Vereinigten Staaten die Verkäufe von Schmuckstücken aus Gelbgold in die Höhe getrieben. In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichneten US-Juweliere nach Angaben des Lobbyverbands World Gold Council das beste Quartal seit dem Jahr 2009. Die Verkäufer führen das vor allem auf Markle zurück, die vor knapp zwei Wochen den britischen Prinzen Harry geheiratet und nach eigener Aussage ein Faible für Schmuck aus Gelbgold hat. Das Paar hatte sich im vergangenen November verlobt.

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"Schon zu diesem Zeitpunkt haben wir einen Anstieg der Nachfrage bei Gelbgold gesehen", sagt der New Yorker Juwelier David Borochov. "Das hat sich in den letzten Monaten noch verstärkt. Allein in diesem Jahr haben die Verkäufe von Schmuck aus Gelbgold um 30 Prozent zugelegt." In der Regel verkaufte er früher vor allem Weißgold und Platin, so der Juwelier weiter. Nur 20 bis 30 Prozent des Umsatzes machten demnach Stücke aus Gelb- oder Rotgold aus. Der Grund sei simpel, so Borochov. Gelbgold habe in den vergangenen 15 Jahren deutlich an Attraktivität eingebüßt - und gelte für viele als altmodisch.

Seitdem allerdings Meghan Markle in einem BBC-Interview erklärte, sie bevorzuge Gelbgold - auch ihr Verlobungsring ist daraus geschmiedet worden, erlebt das Edelmetall einen zweiten Frühling. Und das ist keineswegs etwas Ungewöhnliches. Laut Alistair Hewitt, Marktforscher beim World Gold Council, nehmen Prominente häufig Einfluss auf die Kaufgewohnheiten der Menschen. Bei einer Befragung des Verbands aus dem Jahr 2016 gab fast jede vierte Frau an, sich in Sachen Luxusmode von Magazinen und Zeitungen inspirieren zu lassen. Elf Prozent sagten, dass Prominente einen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung ausübten.

Inspiration durch Promi-Vorbilder

Weil Markle gebürtige US-Amerikanerin ist, ist das Interesse vieler US-Bürger an der royalen Hochzeit besonders groß gewesen. Das ließ nicht nur in den Vereinigten Staaten die Kassen klingeln. Schon vor der Trauung am 19. Mai hatte das britische Forschungszentrum für den Einzelhandel (das Centre for Retail Research) errechnet, dass Souvenirs im Wert von 30 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 35 Millionen Euro, verkauft werden könnten - und dieses Mal eben auch ins Ausland.

"Es wäre keine Überraschung, wenn die Berichterstattung über die königliche Hochzeit sowie Verlobungs- und Ehering das Einkaufsverhalten beeinflusst hat", resümiert Alistair Hewitt. Neben T-Shirts, Lesezeichen, Geschirrhandtüchern und Pappaufstellern des Paares brachte der britische Einzelhandel auch ein Spezialbier und sogar eine Kondombox zur Hochzeit heraus, aus der beim Öffnen die Nationalhymne erklingt.

Quelle: n-tv.de, jug/rts/dpa

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