Wirtschaft

Erfolgreicher Börsengang US-Tochter spült SAP Milliarden in die Kasse

45567d8c3bcf0819a33a68fa7bb63200.jpg

SAP-Finanzchef Mucic hofft, dass Investoren den Marktwert des Konzerns überdenken.

(Foto: REUTERS)

Mit dem Anteilsverkauf an der US-Marktforschungsfirma Qualtrics schlägt der Mutterkonzern SAP zwei Fliegen mit einer Klappe: Schulden sollen abgebaut werden, gleichzeitig steigt die Dividende. SAP erhofft sich davon ein wieder wachsendes Vertrauen der Investoren.

Europas größter Softwarekonzern SAP will mit den Erlösen aus dem US-Börsengang seiner Marktforschungstochter Qualtrics vorwiegend eigene Schulden senken. Allerdings werde man dem Aufsichtsrat auch eine Erhöhung der Dividende vorschlagen, sagte Finanzchef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz. SAP hat mit dem Anteilsverkauf nach Angaben von Mucic am Vortag rund 2,4 Milliarden US-Dollar (2,0 Mrd Euro) Erlös erzielt. 500 Millionen Dollar davon würden Qualtrics als Liquidität zur Verfügung gestellt und rund 1,9 Milliarden sollen nach Walldorf fließen.

SAP
SAP 123,84

Der Börsengang an der Nasdaq bietet Qualtrics nach Einschätzung des Mutterkonzerns die "besten Chancen zu wachsen". Der "sehr erfolgreiche" Börsengang verdeutliche, dass Investoren genauso viel Potenzial in Qualtrics sähen wie wir, sagte SAP-Chef Christian Klein. Die US-Tochter, an der SAP laut Mucic "auf sehr lange Sicht" die Mehrheit halten will, hatte am Donnerstag ihr Debüt an der US-Technologiebörse gefeiert und wurde mit fast 21 Milliarden Dollar bewertet.

Dies sei eine gute Gelegenheit für Investoren, den Marktwert von SAP zu überdenken, sagte Mucic. Zuletzt lag die Dividende bei 1,58 Euro je Aktie. In aller Regel legt das Unternehmen im Februar den offiziellen Dividendenvorschlag vor.

Turbulentes Jahr durch Corona

Mehr zum Thema

Indes bestätigte SAP die am 14. Januar veröffentlichten Quartals- wie auch Jahreszahlen und den Ausblick für das laufende Jahr. Der Konzern hat mit der Pandemie und strategischen Kehrtwenden ein turbulentes Jahr hinter sich. Der Umsatz ging wegen der Zurückhaltung von Kunden und wegen Wechselkurseffekten leicht zurück, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs kaum.

Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn allerdings um über die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro, unter anderem weil SAP im Jahr zuvor viel Geld für einen Stellenabbau ausgegeben hatte. Zudem wurden wegen des sinkenden Aktienkurses weit weniger Ausgaben fällig für die aktienbasierte Vergütung von Mitarbeitern.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.