Wirtschaft

EZB-Studie zum Handelsstreit USA könnten als Verlierer dastehen

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Skyline von Manhattan: Der Zollstreit könnte die USA empfindlich treffen.

(Foto: imago/Westend61)

Zwischen den Wirtschaftsgroßmächten USA und China tobt ein Zollkrieg. Einer EZB-Studie zufolge könnten die Vereinigten Staaten davon arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Notenbank rechnet mehrere Szenarien durch.

Eine Eskalation des von den USA vom Zaun gebrochenen Handelsstreits mit der EU, Kanada, China und Mexiko könnte unter bestimmten Umständen zu einem Bumerang für die Vereinigten Staaten werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB). Voraussetzung ist, dass die Handelspartner der USA untereinander keine höheren Einfuhrzölle erheben.

Die EZB rechnet in ihrem Bericht ein Szenario durch, in dem die USA ihre Einfuhrzölle auf Endprodukte und Vorleistungsgüter aller Handelspartner um zehn Prozent erhöhen, was diese mit gleicher Münze zurückzahlen. Während sich die direkten Auswirkungen über diesen "Handelskanal" recht einfach modellieren lassen, sieht es bei den Vertrauenseffekten schwieriger aus. Weitere Modellannahmen sind, dass der Konflikt nur zwei Jahre dauert und dass die zusätzlichen Zolleinnahmen dazu verwendet werden, um das Haushaltsdefizit zu verringern.

Auf eine Eskalation zwischen den USA und China angewendet, mindert das oben aufgeführte Szenario die Aktivität der US-Wirtschaft im ersten Jahr um 1,5 Prozent. Das liegt daran, dass der Rückgang der US-Ausfuhren nach China schwerer wiegt als die Marktanteilsgewinne der US-Produzenten. Auch am Ende des zweiten Jahres würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um ein Prozent niedriger sein als ohne höhere Einfuhrzölle.

Für China ergeben sich im ersten Jahr ebenfalls Konsum- und Investitionsrückgänge, die aber dadurch mehr als ausgeglichen werden, dass Chinas Exporteure in anderen Ländern (die ebenfalls mit den USA im Handelsstreit liegen) Marktanteile gewinnen. Dieser Effekt nimmt mit der Zeit aber ebenfalls ab. Ähnlich dürften sich die Verhältnisse zwischen den USA und der EU entwickeln.

Schrumpfen der US-Wirtschaft erwartet

Hinzu kämen indirekte Vertrauenseffekte. Die EZB unterstellt, dass in allen Ländern die Anleiherenditen um 50 Basispunkte steigen und die Aktienmärkte um zwei Standardabweichungen nachgeben. Für die USA liefe das auf einen 16-prozentigen Rückgang des Aktienmarkts hinaus. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2008 war der S&P 500 um 28 Prozent gesunken. Insgesamt würden die ungünstigeren Finanzierungsbedingungen das US-BIP um 0,7 Prozent drücken.

Laut EZB würde sich die Aktivität der US-Wirtschaft durch beide Effekte über zwei Jahre um mehr als zwei Prozentpunkte vermindern, während der Welthandel um drei Prozent niedriger ausfiele. Fazit der EZB: "Wenn eine Volkswirtschaft Zölle verhängt und die anderen Volkswirtschaften entsprechend antworten, dann trifft das die Volkswirtschaft am härtesten, die die Zölle zuerst erhöht hat."

Quelle: n-tv.de, Hans Bentzien, DJ

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