Wirtschaft

Gewinn bricht um die Hälfte ein Über 18.000 Glyphosat-Klagen gegen Bayer

Im Streit um den von Bayer-Tochter Monsanto produzierten Unkrautvernichter Glyphosat steigt die Zahl der Klagen rasant. Derweil bricht der Gewinn von Bayer stark ein. Überschwemmungen und Trockenheit sollen der Agrarsparte zu schaffen gemacht haben.

Die Zahl der Klagen gegen den Chemiekonzern Bayer in den USA wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist auf über 18.000 gestiegen. Bis zum 11. Juni seien die Klagen von etwa 18.400 Klägern zugestellt worden, teilte Bayer bei Vorlage der Quartalszahlen mit. Bayer sei weiterhin überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben und werde sich in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr setzen, betonte der Konzern.

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Bayer hatte im vergangenen Jahr Monsanto, den US-Hersteller glyphosathaltiger Unkrautvernichter, übernommen. Monsanto steht im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Drei Mal wurde das Unternehmen deswegen in den USA schon verurteilt. Die zunächst verhängten Strafen und Schadenersatzzahlungen wurden jeweils deutlich gesenkt.

Bayer betonte nun, das Unternehmen werde sich "konstruktiv" in den Mediationsprozess einbringen, der von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet worden war. Große Anleger wie der US-Hedgefonds Elliott hatten diese neue Strategie ausdrücklich begrüßt.

Agrarsparte schwächelt

Der Gewinn von Bayer brach im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich dennoch um fast die Hälfte auf 404 Millionen Euro ein. Grund sei die "Saisonalität" der Agrarsparte Crop Science, erklärte das Unternehmen. Insbesondere hätten sich Überschwemmungen und starke Regenfälle im Mittleren Westen der USA sowie Trockenheit in weiten Teilen Europas und in Kanada negativ ausgewirkt. Bayer hatte Monsanto im Juni 2018 gekauft: die "belastenden Monate April und Mai" seien zudem im Vorjahr nicht enthalten gewesen.

Der Umsatz der Sparte stieg wegen des Zukaufs von Monsanto um fast 60 Prozent, der des Gesamtkonzerns wuchs um rund ein Fünftel auf 11,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) legte um rund ein Viertel auf 2,9 Milliarden zu.

In der Forschung ist die Frage, ob die Chemikalie Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, umstritten. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgeht. Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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