Wirtschaft

Eine Milliarde Dollar Verlust Uber schreibt tiefrote Zahlen

Trotz steigenden Umsatzes fährt das amerikanische Fahrdienst-Unternehmen Uber im ersten Quartal an der Börse herbe Verluste ein. Uber-Chef Khosrowshahi rechnet in naher Zukunft zwar nicht mit Profit, bleibt aber hoffnungsvoll.

Der US-Fahrdienstvermittler Uber hat zu Jahresbeginn tiefrote Zahlen geschrieben, aber einen kräftigen Umsatzanstieg verbucht. Im ersten Quartal fiel ein Verlust über eine Milliarde Dollar an, was etwa 0,9 Milliarden Euro entspricht. Das teilte Uber nach US-Börsenschluss mit. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte es einen Gewinn von 3,8 Milliarden Dollar gegeben, was allerdings an hohen Sondererlösen durch Verkäufe von Auslandsbeteiligungen lag.

Uber
Uber 27,30

Das operative Geschäft ist chronisch unprofitabel und im vergangenen Quartal drückten hohe Kosten für die Vorbereitung des Börsengangs die Bilanz noch tiefer ins Minus. Das laufende Jahr werde ein "Jahr der Investitionen", sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi zur ersten Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen. Er hatte zuvor in einem Interview mit dem Magazin "Gründerszene" gefordert, Deutschland solle seine Regeln modernisieren, um die Mobilität in Städten und ländlichen Regionen zu verbessern. Dieser "gesellschaftliche Auftrag" könne auch mit Uber gelingen.

Uber debütierte vor rund drei Wochen an der New York Stock Exchange, bei der größten Börsenpremiere seit Jahren sammelte das Unternehmen rund 8,1 Milliarden Dollar ein und brachte es auf eine Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden Dollar. Seitdem hat Uber an der Börse jedoch einen schweren Stand und die Aktie ist stark unter Druck geraten.

Immerhin konnte das Unternehmen den Umsatz im Auftaktquartal im Jahresvergleich um deutliche 20 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar steigern und damit die Prognosen der Analysten leicht übertreffen. Auch der hohe Verlust lag im Rahmen der Markterwartungen. Uber hatte Investoren vor dem Börsengang gewarnt, möglicherweise nie die Gewinnzone zu erreichen. Bei Anlegern kam der Quartalsbericht zunächst gut an, die Aktie legte nachbörslich zeitweise deutlich im Wert zu. Uber könnte Rückenwind gut gebrauchen, der Kurs notierte zuletzt rund zehn Prozent unter dem Ausgabepreis.

Schwache Nachfrage für die Aktie

Schon das Volumen des Börsengangs hatte wegen unerwartet schwacher Nachfrage nach den Aktien deutlich gestutzt werden müssen, so hatte Uber zunächst eine Gesamtbewertung von 100 Milliarden Dollar angestrebt. Zuvor hatten Banken laut US-Medien sogar mal bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Uber dominiert den "Ride Sharing"-Markt für Fahrtenvermittlungen über Smartphone-Apps. Hier flaute das Wachstum jedoch schon deutlich ab. Und Geld zu verdienen, gibt es in diesem Geschäft bislang ohnehin nicht. Auch der Rivale Lyft steckt tief in den roten Zahlen und tut sich an der Börse schwer. Uber betreibt zudem Services etwa für Essenslieferungen und Frachtvermittlung. Als Schlüssel zum Profit gelten auf Dauer vor allem Roboterautos, die Fahrer als Kostenfaktor beseitigen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und ungewisser Weg.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/rts

Mehr zum Thema