Wirtschaft

Gesprächsangebot scheitert Ufo schmettert Germanwings-Vorschlag ab

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Kann der geplante Streik noch gestoppt werden?

(Foto: REUTERS)

Eigentlich hat die Gewerkschaft Ufo schon einen Streik bei Germanwings angekündigt. Aber die Fluggesellschaft will das mit einem Gesprächsangebot noch abwenden. Doch Ufo bleibt hart.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings will den zum Jahreswechsel drohenden Flugbegleiterstreik mit einem Gesprächsangebot an die Gewerkschaft Ufo doch noch abwenden. Man biete Ufo Schlichtungsgespräche für alle offenen Tarifthemen an, teilte das Unternehmen mit, das seine Flüge im Auftrag der größeren Konzernschwester Eurowings ausführt. Außerdem wolle Germanwings "vollumfänglich und mit sofortiger Wirkung" den Teilzeit-Tarifvertrag der Konzernmutter Lufthansa anbieten. Doch Ufo bleibt hart: Das kurzfristige Entgegenkommen der Lufthansa-Tochter im Tarifkonflikt mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft sei kein Grund, den Aufruf zur Arbeitsniederlegung zurückzunehmen. Das teilte Ufo in einem Schreiben an ihre Mitglieder mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. "Wir haben Germanwings auf deren Nachfrage heute telefonisch noch einmal mitgeteilt, was es braucht, um den Streik noch abzusagen", heißt es in dem Brief der Tarifkommission.

Der Germanwings-Geschäftsführer rief Ufo zum Einlenken auf. "Wollen wir wirklich leidenschaftliche Service-Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Frage belasten, ob sie ihre Fluggäste in einer ganz wichtigen Ferienphase einfach stehen lassen?", fragte Sciortino. Schließlich seien weite Teile der Belegschaft "fassungslos" über diesen Streikaufruf.

Am Freitag hatte die Flugbegleiter-Vertretung ihre Mitglieder bei Germanwings zum einem dreitägigem Streik über den Jahreswechsel aufgerufen. Eine Ausweitung der Streiks auf andere Lufthansa-Töchter sei möglich, falls sich der Konzern nicht bewege.

Geplanter Streik ab Montag

Den Angaben zufolge soll von Montag, dem 30. Dezember ab 00.00 Uhr bis zum Mittwoch, dem 1. Januar um 24.00 Uhr gestreikt werden. Eurowings hatte erklärt, man wolle die Auswirkungen des Streiks auf die Fluggäste so gering wie möglich halten und einen Sonderflugplan für diesen Zeitraum erarbeiten. Dabei sei zu berücksichtigen, dass Germanwings nur für 30 der rund 140 Eurowings-Flugzeuge zuständig sei. In dem Konflikt zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern ist es bereits zu Streiks gekommen.

Dabei fielen mehr als tausend Flüge aus, etwa 200.000 Passagiere waren betroffen. Gestritten wird unter anderem um Zulagen und Arbeitsbedingungen. Ufo und Lufthansa hatten sich aber auch einen heftigen Streit über die Tariffähigkeit der Gewerkschaft geliefert. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich letztlich zu einer Schlichtung bereit erklärt. Als Schlichter wurden der SPD-Politiker Matthias Platzeck für die Gewerkschaft und Frank-Jürgen Weise, der frühere Chef der Arbeitsagentur, für die Lufthansa benannt. Die Lufthansa hatte jüngst erklärt, sie erwarte, dass es zu guten Lösungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter kommen könne, was die Schlichtungsthemen angehe.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/rts