Wirtschaft

Luckey nicht mehr Oculus-Chef Umstrittener Visionär verlässt Facebook

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Palmer Luckey verdiente Millionen mit dem Verkauf seines Virtual-Reality-Unternehmens Oculus an Facebook.

(Foto: REUTERS)

In der Garage seiner Eltern bastelt Palmer Luckey an einer VR-Brille. Kurze Zeit später wird er zum Trendsetter. Der Verkauf seiner Firma Oculus an Facebook macht ihn zum Millionär. Nach einem halben Jahr voller Negativpresse verlässt der 24-Jährige den Konzern.

Facebook verliert mit Palmer Luckey einen prominenten Mitarbeiter. Nach einem turbulenten Jahr verlässt der 24-Jährige den Konzern von Mark Zuckerberg. Wer sich fragt, um wen es sich bei Luckey handelt: Er ist mit seiner VR-Brille Oculus Rift ein Trendsetter im Bereich der virtuellen Realität. Durch den Verkauf seines Unternehmens Oculus an Facebook wurde er zum Millionär.

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Und nun? Dies sei Luckeys letzte Arbeitswoche bei Facebook und Oculus, sagte ein Oculus-Sprecher dem US-Magazin "Business Insider". Man werde ihn sehr vermissen. Warum Luckey den Konzern verlässt und ob dies freiwillig geschieht, ließ der Sprecher allerdings offen. Er versicherte aber: "Sein Vermächtnis reicht weit über Oculus hinaus." Luckeys Erfindergeist habe dabei geholfen, "die Revolution der modernen Virtuellen Realität anzuschieben und eine Branche aufzubauen".

Damit ist Luckeys Karriere vorübergehend beendet. Lange galt die Unternehmergeschichte des Kaliforniers als modernes Märchen. Als Kind bastelte er in der Garage seiner Eltern an elektronischen Geräten und Spielkonsolen. Später experimentierte er an VR-Geräten und entwickelte schließlich "Oculus VR". Mit der Videobrille sammelte Luckey im Jahr 2012 rund 2,4 Millionen Dollar von Investoren ein. Zwei Jahre später kaufte Facebook sein Start-up für etwa 2 Milliarden Dollar, Luckey blieb Chef von Oculus. Nach drei Jahren beim Zuckerberg-Konzern folgt nun der Abschied des Mannes, dessen Vermögen auf ungefähr 730 Millionen Dollar geschätzt wird.

Mehrere Negativschlagzeilen

Luckeys Ausstieg war ein Abschied auf Raten. Im vergangenen Herbst hatte er mit 10.000 Dollar Nimble America unterstützt. Diese Organisation verbreitete während des US-Wahlkampfes unter anderem viele Bilder im Internet, die sich gegen Hillary Clinton richteten. Zwar bedauerte er auf Facebook sein Handeln, doch zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Software-Firmen ihre Geschäftsbeziehungen mit Oculus abgebrochen.

Dennoch überraschte es viele Branchenkenner, dass Luckey im Oktober nicht an der Oculus-Entwicklerkonferenz im darauffolgenden Monat teilnahm. Spätestens im Januar deutete sich Luckeys baldiger Abschied an, als Zuckerberg den ehemaligen Google- sowie Xiaomi-Manager Hugo Barra für die Leitung der VR-Abteilung von Facebook verpflichtete. In der Öffentlichkeit ließ sich Luckey zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr blicken.

Erst im Februar tauchte Luckey wieder auf, als er vor Gericht als Zeuge aussagte. In dem Prozess klagte das Videospieleunternehmen Zenimax über den Diebstahl geistigen Eigentums. Die VR-Brille von Oculus soll mithilfe einer Technologie von Zenimax entwickelt worden sein. Am Ende wurde Oculus zu einer Entschädigungszahlung von 500 Millionen Dollar und Luckey zu einer Strafzahlung von 50 Millionen verurteilt. Spätestens mit diesem Urteil hat Luckeys Ansehen erheblichen Schaden genommen.

Quelle: n-tv.de

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