Wirtschaft

Autobauer weist Vorwürfe zurück Umwelthilfe: Auch Volvo betrügt bei Abgasen

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Volvo bezeichnet den XC60 als Premium-SUV.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Mit eigenen Abgastests überführt die Deutsche Umwelthilfe regelmäßig irreführende oder falsche Abgasangaben der Autobauer. Bei der Überprüfung eines Volvo-Modells werden die Umweltschützer nach eigenen Angaben erneut fündig. Der schwedische Hersteller spricht von einer "üblichen Maßnahme".

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die aus ihrer Sicht illegale Abschaltung der Abgasreinigung eines Volvo-Dieselfahrzeugs. Bei Abgasmessungen habe das Emissions-Kontroll-Institut der Organisation "temperaturgesteuerte, nach Ansicht der DUH eindeutig illegale Abschalteinrichtungen" bei einem Modell der Baureihe XC60 mit der Schadstoffklasse Euro 5 gefunden, teilt die Umweltschutzorganisation mit. Das Fahrzeug habe den Stickstoffdioxid-Grenzwert "bis um das 11,9-fache" überschritten.

"Unsere Messungen belegen die Abhängigkeit der Schadstoffemissionen von der Außentemperatur", erklärt die DUH. Bereits bei Außentemperaturen zwischen 9 und 22 Grad Celsius überschritt der Volvo XC60 demnach die geltenden Stickoxid-Grenzwerte - bei simulierten Wintertemperaturen von sechs bis minus vier Grad sei die Abgasreinigung "über einen im Außenspiegel verbauten Temperaturfühler" abgeschaltet worden. "Dies hat keine technischen Gründe und ist unzulässig", kritisierte die Umwelthilfe.

Fahrzeuge wie dieses müssten stillgelegt oder auf Kosten von Volvo mit einem Katalysator nachgerüstet werden, forderte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. "Es braucht endlich die amtliche Verpflichtung zur Hardware-Nachrüstung und das Ende der im realen Straßenbetrieb weitgehend unwirksamen Software-Updates."

"Keine illegale Abschalteinrichtung"

Volvo wollte die Tests nicht kommentieren, da keine Einzelheiten vorlägen. Der schwedische Autobauer bestätigte lediglich eine "reduzierte Abgasrückführung" bei kalten Temperaturen, betonte aber: "Es handelt sich nicht um eine illegale Abschalteinrichtung."

Ein solches "Thermofenster" sei vielmehr eine von allen Herstellern "in der einen oder anderen Form" genutzte und "übliche Maßnahme bei jedem Verbrennungsmotor", um Motorschäden durch Kondenswasser und Eisbildung im Motorraum zu verhindern. Alle Fahrzeuge seien "gemäß der gesetzlichen Bestimmungen von den Behörden genehmigt", erklärte Volvo weiter. "Wir haben nie und werden auch nie irgendetwas Illegales in diese Autos einbauen."

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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