Wirtschaft
Für die Großbank Unicredit - hier die Mailänder Zentrale - geht es bergauf.
Für die Großbank Unicredit - hier die Mailänder Zentrale - geht es bergauf.(Foto: AP)
Donnerstag, 08. Februar 2018

Konzernumbau bringt Gewinnwende: Unicredit glänzt wie lange nicht mehr

Mit großen Schritten stiefelt die italienische Großbank Unicredit aus der Krise. Mitten im Reformprozess kehrt die Hypovereinsbank-Mutter in die Gewinnzone zurück - und peilt eine Dividende an.

Die italienische Großbank Unicredit hat im vergangenen Jahr stark vom Konzernumbau und einer besseren Lage der Wirtschaft in Italien profitiert. Nach einem Verlust von 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2016 stand in den zwölf Monaten bis Ende Dezember ein Gewinn von fast 5,5 Milliarden Euro in den Büchern. Das teilte die Muttergesellschaft der Münchner Hypovereinsbank (HVB) mit. Demnach profitierte die Bank unter anderem von dem Verkauf der Fondstochter Pioneer an den französischen Finanzkonzern Amundi.

Doch auch ohne Sondereffekte stieg das Ergebnis deutlich. Der bereinigte Gewinn kletterte um 186 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Haupttreiber dabei war vor allem die deutlich gesunkene Risikovorsorge für faule Kredite, die um mehr als ein Drittel gesunken ist. Aber auch die anderen Kosten gingen zurück und die Erträge zogen leicht an. Erträge und Ergebnis fielen besser aus als die von der Bank befragten Analysten erwartet hatten.

Die Bank teilte weiter mit, dass sie von Oktober bis Dezember unter dem Strich 801 Millionen Euro verdiente, nachdem im vierten Quartal 2016 wegen umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen noch ein Verlust von 13,56 Milliarden Euro angefallen war. Mit diesem Nettogewinn sei das vierte Quartal 2017 das beste vierte Quartal seit einem Jahrzehnt gewesen, sagte Konzernchef Jean Pierre Mustier. Beim Restrukturierungsprogramm Transform 2019 liege Unicredit über Plan.

Die Aktionäre sollen deshalb nach einer Nullrunde zuletzt wieder eine Dividende bekommen. Diese fällt mit 32 Cent je Aktie etwas höher als erwartet aus. Insgesamt gehen so 700 Millionen Euro oder rund 20 Prozent des bereinigten Gewinns an die Aktionäre.

Vorstandschef Mustier hatte bereits im Dezember angekündigt, die Aktionäre mittelfristig wieder stärker am Gewinn beteiligen zu wollen. Dies solle geschehen, sobald die Bank komplett neu aufgestellt sei und genügend Kapital im Haus habe. Seit seinem Amtsantritt im Juli 2016 hat Mustier das Volumen fauler Kredite reduziert, Kosten gesenkt, die Strukturen vereinfacht und das Kapital erhöht.

Quelle: n-tv.de