Wirtschaft

Verdacht auf Insiderhandel Union Investment stellt Top-Manager frei

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Das Bürohochhaus der Union Investment in Frankfurt am Main.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Verdacht auf illegale Geschäfte bei Union Investment: Ein Top-Fonds-Manager soll sich mit verbotenem Aktienhandel heimlich bereichert haben - und das über Monate. Kunden sollen nicht geschädigt worden sein. Der beschuldigte Mitarbeiter galt als großer Fan von Wirecard.

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat einen Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Insiderhandel freigestellt. Dem Angestellten werde vorgeworfen, über einige Monate hinweg auf privaten Depots außerhalb der Systeme des Unternehmens verbotene Aktiengeschäfte abgewickelt zu haben, teilte Union Investment mit. Die Person habe sich in erheblichem Maße unrechtmäßig bereichert.

Nach bisheriger Kenntnis seien Kunden und Sondervermögen von Union Investment nicht geschädigt worden. "Wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, wäre der Mitarbeiter mit erheblicher krimineller Energie vorgegangen", erklärte die zum genossenschaftlichen Bankensektor gehörende Fondsgesellschaft. Die erforderlichen Unterlagen und Daten seien der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt worden. Es sei davon auszugehen, dass es sich um einen Einzelfall handele, sagte ein Union-Sprecher. Die Ermittler hätten den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters durchsucht. Die Ermittlungen seien ein Beleg dafür, dass die Sicherungssysteme funktionierten.

Der "Spiegel" berichtete online, bei dem Mitarbeiter handele es sich um einen Top-Fondsmanager, der als "einer der größten Fans" des mittlerweile insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard galt. Ein Union-Sprecher sagte, dass es nach bisheriger Kenntnis keinen Zusammenhang gebe mit Wirecard. Die Fondsgesellschaft hatte über ihre Fonds lange Zeit größere Aktienpakete an Wirecard gehalten und war bis kurz vor der Insolvenz im Juni einer der größten Aktionäre des Unternehmens.

Quelle: ntv.de, can/dpa