Wirtschaft

Konkurrenz für C&A, Zara und H&M Uniqlo drängt nach Deutschland

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Konkurrenz belebt das Geschäft: Die Uniqlo-Niederlassung in der deutschen Hauptstadt.

(Foto: REUTERS)

Ein japanischer Modekonzern entfaltet expansive Pläne. Deutschland leuchtet verheißungsvoll im Zentrum. Wenn die europäischen Handelsketten gegen den neuen Rivalen bestehen wollen, müssen sie sich Experten zufolge warm anziehen.

Im Fernen Osten ist der Handelskonzern Fast Retailing längst eine feste Größe. Mit seiner Kernmarke Uniqlo dominiert das Schwergewicht aus Japan als stärkste regionale Textilhandelskette einen stark wettbewerbsorientierten Markt mit sehr unterschiedlichen regionalen Trends und Modeströmungen.

In den Heimatregionen sind die Grenzen des Wachstums offenbar erreicht. Um weiter zu wachsen, will der japanische Branchengigant die Expansion nach Europa vorantreiben. Dabei drängt Fast Retailing auch auf den deutschen Markt.

Vor dem Wochenende eröffnete der Konzern für seine Kernmarke Uniqlo einen ersten "Flagship-Store" in Berlin. Die Niederlassung in der Hauptstadt werten Branchenkenner als ersten Schritt in einen der größten Märkte Europas. Weitere Läden dürften folgen.

Vorstoß Richtung Weltspitze

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Prominente Unterstützung: Am Eröffnungstag legte Topmodel-DJ Eva Padberg im "Flagship-Store" die Platten auf.

(Foto: REUTERS)

Für die im europäischen Markt etablierten Platzhirsche der Branche zeichnet sich damit neue, finanzstarke und im Umgang mit Wettbewerbern äußerst erfahrene Konkurrenz ab. In den Chefetagen der spanischen Modekette Zara, dem deutschen Bekleidungsunternehmen C&A  oder die schwedische Kette H&M dürfte kein Schachzug des Neuankömmlings unbeobachtet bleiben.

Der Kopf hinter Fast Retailing verfolgt ehrgeizige Ziele: Firmengründer und Milliardär Tadashi Yanai will nichts anderes als den größten Textilhändler der Welt aufbauen.

Im laufenden Geschäftsjahr (Ende August) peilt die Uniqlo-Mutter Fast Retailing, zu der auch Marken wie "Comptoir des Cotonniers" oder "Princess tam tam" gehören, einen weltweiten Umsatz von über 1,4 Billionen Yen (9,9 Milliarden Euro) an. Gut 80 Prozent davon sollen die Kassen bei Uniqlo beitragen.

Uniqlo mit Kaschmir und Seide

Im asiatischen Markt sieht sich Fast Retailing mit ungünstigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Nachfrage zeigt Schwächen, die Personalkosten steigen, die Löhne ziehen an. Die Expansion soll nun neue Standbeine schaffen. Der Markenname Uniqlo - der im deutschen Sprachraum ganz eigene Assoziationen wecken kann - steht dabei für eine Art universellen Ansatz und ist die die Abkürzung für "unique clothing" (etwa: Einzigartige Bekleidung).

Das Unternehmen setzt auf zeitlose Mode, die günstig ist, verarbeitet dabei aber auch hochwertige Materialien wie Kaschmirwolle oder Seide. Derzeit ist Uniqlo mit mehr als 1300 Filialen in 15 Ländern weltweit vertreten. In Europa sind das neben Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Russland.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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