Wirtschaft

Anwälte rufen Gericht an United-Fluggast bereitet Klage vor

Als United Airlines einen Passagier aus einem Flugzeug zerren lässt, Aufnahmen davon im Netz kursieren und es an einer Entschuldigung hapert, ist dem Unternehmen ein PR-Desaster sicher. Jetzt könnte noch ein millionenschwerer Prozess hinzukommen.

Der Fluggast, der gewaltsam aus einem Flugzeug von United Airlines geschleift wurde, hat die Basis für etwaige Klagen gelegt. Seine Anwälte ersuchten am Mittwoch ein Gericht im US-Bundesstaat Illinois, die Sicherung von relevanten Dokumenten und Überwachungsvideos anzuordnen. Dazu gehörten auch Passagierlisten und Tonaufnahmen aus dem Cockpit.

Der Mann war am Sonntag mit Gewalt aus einer überbuchten United-Maschine auf dem Großflughafen O'Hare in der Nähe von Chicago gezerrt worden. Videoaufnahmen anderer Passagiere von dem Vorfall lösten weltweit Empörung aus.

Dazu trug auch das Krisenmanagement von United Airlines bei. In einer ersten Reaktion auf den Vorfall brachte Vorstandschef Oscar Munoz lediglich sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass "Kunden umplatziert werden mussten". Das grobe Vorgehen der Sicherheitskräfte, bei dem der Passagier am Kopf verletzt wurde, erwähnte er dagegen nicht. Später zitierten US-Medien gar eine interne Mail von Munoz, in der er den Rausschmiss gegenüber der Belegschaft verteidigte. Der Passagier habe nicht kooperiert, deshalb sei es nötig gewesen, die Flughafenpolizei zu rufen, hieß es dort. Erst in einem zweiten Statement verurteilte der Firmenchef den Vorfall und entschuldigte sich.

In einem Fernsehinterview versprach Munoz am Mittwoch schließlich, dass sich solch ein Vorfall bei United nicht wiederholen soll. "Das wird nie wieder passieren", sagte er dem US-Sender ABC. United werde keine Sicherheitsbeamten mehr in eine Maschine holen, um einen Passagier herauszuholen, der gebucht und bezahlt habe und im Flieger sitze.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/AFP