Wirtschaft

Erneuter Absatzrückgang Unsicherheit lähmt Europas Automarkt

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Seit Jahresbeginn sind in Europa 2,5 Prozent weniger Autos verkauft worden.

(Foto: imago images / Action Pictures)

Das Wirtschaftswachstum ist verhalten und bei etlichen politischen Problemen deutet sich weiter keine Lösung an. Und so bleiben die Autohäuser in vielen Ländern Europas leerer als zuletzt. Branchenexperten erwarten auch keine durchgreifende rasche Änderung der Lage.

In Europa sind auch im April weniger Pkw zugelassen worden. "Es herrscht große Unsicherheit. Das Wirtschaftswachstum hat sich deutlich verlangsamt, und die Chancen auf ein kräftigeres Wachstum haben sich zuletzt weiter eingetrübt, denn neue geopolitische Spannungen und die Zuspitzung des US-chinesischen Handelsstreits führen zu zusätzlicher Verunsicherung", sagte Peter Fuß, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY).

Insgesamt ging die Zahl der Neuzulassungen in der EU und der europäischen Freihandelszone Efta um 0,5 Prozent auf rund 1,34 Millionen Fahrzeuge zurück, wie die Herstellervereinigung Acea meldete. In den ersten vier Monaten ergab sich ein Minus von 2,5 Prozent auf gut 5,49 Millionen Autos. Am stärksten fielen die Neuzulassungen in Großbritannien mit minus 4,1 Prozent. In Deutschland sanken sie um 1,1 Prozent. Dagegen stiegen die Verkäufe in Frankreich (+0,4 Prozent), Italien (+1,5 Prozent) und Spanien (+2,6 Prozent).

Unter den deutschen Herstellern verbuchte Marktführer Volkswagen im April in der EU und Efta Absatzeinbußen von 3,4 Prozent. BMW erzielte dagegen mit einer Vielzahl neuer Modelle ein Verkaufsplus von 7,1 Prozent. Daimler kam den weiteren Angaben zufolge auf ein Plus von 4,7 Prozent. Bei Opel/Vauxhall gingen die Verkäufe um 3,1 Prozent zurück, bei Ford um 5,1 Prozent.

EY-Autoexperte Fuß macht keine Hoffnungen auf eine Erholung. Der Markt werde sich weiter eher seitwärts oder abwärts bewegen. Positive Impulse seien nicht zu erwarten, sagte er. Denn auch wenn die Brexit-Thematik etwas in den Hintergrund geraten sei, "sind wir von einer Lösung immer noch weit entfernt".

Weiter schwierig sei die Lage für den Diesel, sagte Fuß weiter. Dessen Marktanteil dürfte sich in Märkten mit einem hohen SUV-Anteil bei einem Drittel einpendeln. In Märkten, auf denen das Kleinwagen- und Kompaktsegment dominieren, gehe es eher in Richtung ein Viertel.

Der Absatz von Elektroautos, in die die Branche umfangreich investiert, legte in den Top-5-Märkten zwar um gut ein Drittel zu. Allerdings lasse der Durchbruch der Elektromobilität weiter auf sich warten, sagte Fuß. Ihr Marktanteil liege nirgendwo über 3 Prozent. Die immer noch recht niedrigen Verkaufszahlen seien auch auf Produktionsengpässe zurückzuführen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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