Ministerium: Tendenz positivUnternehmen exportieren mehr - und produzieren weniger

"Made in Germany" war im Februar unerwartet stark gefragt. Wichtigster Handelspartner ist einmal mehr die EU. Auf dem US-Handel lasten weiter die Zölle. Überraschend drosseln die Betriebe allerdings die Herstellung. Und das schon vor Beginn des Nahost-Krieges.
Die deutschen Unternehmen haben im Februar unerwartet viele ihrer Waren ins Ausland verkauft. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Ausfuhren 3,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auf Jahressicht belief sich das Plus auf 2,9 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die EU-Staaten legten zu - die Exporte in die USA dagegen sanken. "Der Sektor hält sich, trotz fehlender Wettbewerbsfähigkeit und höherer US-Zölle", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. Die Importe stiegen im Februar um 4,7 Prozent zum Vormonat. Die Außenhandelsbilanz lag dem Statistikamt zufolge mit 19,8 Milliarden Euro im Plus.
An Kunden in der EU stiegen die Exporte im Februar im Vormonatsvergleich um 5,8 Prozent. In Drittstaaten dagegen exportierten deutsche Unternehmen nur 0,8 Prozent mehr. Der wichtigste Abnehmer deutscher Waren blieben die USA, auch wenn die Ausfuhren zum Januar um 7,5 Prozent geringer ausfielen. Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle belasten die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" weiter. Zu Jahresbeginn hatte es allerdings auch einen starken Anstieg gegeben. Die Ausfuhren nach China gingen im Februar um 2,5 Prozent zurück. Die Importe dagegen nahmen um 6,5 Prozent zu. Damit kamen erneut die meisten Importe aus China. Auch die Käufe aus den USA stiegen an, und zwar um 9,8 Prozent.
Die Bilanz wird indes von einer anderen Kennziffer getrübt: Denn die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion in den Wochen vor Ausbruch des Nahost-Krieges überraschend heruntergefahren. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Februar zusammen 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie die Statistiker mitteilte. Ökonomen hatten einen Zuwachs erwartet. Schon im Januar hatte es kein Plus gegeben.
Produktionsminus im Februar
Das Ergebnis enttäusche, zumal im Februar noch nicht Krieg im Nahen Osten geführt wurde, schätzt Chefvolkswirt Krüger die Lage ein. Seither dürfte die gesperrte Straße von Hormus zu Produktionsausfällen geführt haben. "Ein Produktionsminus im Jahresauftaktquartal wird sich jetzt nicht mehr vermeiden lassen."
Das Minus im Februar ist auf die Produktionsrückgänge im Baugewerbe (minus 1,2 Prozent), im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (minus 3,9 Prozent) und in der Pharmaindustrie (minus 4,4 Prozent) zurückzuführen. Zumindest im Bau dürfte die kalte Witterung eine Rolle gespielt haben. Positiv wirkte sich hingegen der Anstieg in der Automobilindustrie (1,7 Prozent) aus, wie Destatis mitteilte. Die Industrie allein stellte im Februar 0,1 Prozent weniger her als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2025 sank die Produktion in diesem Sektor kalenderbereinigt um 0,6 Prozent.
Laut Wirtschaftsministerium sind die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe - trotz eines leichten Rücksetzers im Februar - im Trend weiterhin aufwärts gerichtet. "Da die Realisation der öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, ist zu erwarten, dass die bereits erteilten Aufträge erst allmählich in Form steigender Wertschöpfung sichtbar werden", heißt es.