Wirtschaft

Tui-Chef im "ntv Frühstart" "Urlaub wird billiger werden"

Reiseveranstalter und Fluggesellschaften sind besonders stark von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Auch der Marktführer Tui muss auf die neuen Anforderungen und Wünsche der Kunden reagieren. Zugleich gibt sich das Unternehmen optimistisch.

Der Reiseveranstalter Tui blickt optimistisch auf den Sommer und die Urlaubszeit. "Wir werden noch diesen Sommer fliegen. Nach Griechenland geht es ab dem 1. Juli. Und auch nach Mallorca werden wir es im Sommer schaffen", sagte Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak im "ntv Frühstart". Zugleich stellte er in Aussicht: "Urlaub wird billiger werden. Als Geschäftsmann tut mir das natürlich weh", sagte er. "Aber für die Kunden wird das Angebot so groß sein, dass die Preise fallen werden."

Derzeit gilt noch eine Reisewarnung der Bundesregierung bis mindestens 14. Juni. Und solang diese in Kraft sei, könne es keinen Urlaub geben. "Wir sind mit Politikern im ständigen Austausch. Ich bin optimistisch." Dabei plädierte Andryszak für eine einheitliche Lösung und keine Kleinstaaterei. Die Tourismusbranche brauche ein gesamteuropäisches Konzept.

Mit Blick auf künftige Buchungen bei Tui sagte Andryszak zudem, dass Kunden ab Freitag eine "volle Flexibilität" erhielten. Entscheide man sich etwa für eine Reise im September, könne man diese wieder kostenlos stornieren. "Alle Kunden, die jetzt eine Buchung platzieren, können bis 14 Tage vor Abreise kostenlos stornieren und erhalten ihre Anzahlung zurück." Das habe das Unternehmen aus der Krise gelernt und reagiere darauf, "was die Kunden aktuell brauchen".

"Dafür kann ich mich nur entschuldigen"

Zerknirscht gab sich der Konzernchef beim Thema verzögerte Rückzahlungen nach stornierten Buchungen. "Die Etablierung der Prozesse hat ein wenig gedauert, das gebe ich zu. Dafür kann ich mich nur entschuldigen", sagte er. Aber seitdem die Prozesse aufgesetzt, etabliert und automatisiert worden seien, "fließt das Geld an unsere Kunden zurück".

Zu Beginn der Krise habe man sich vor allem darauf konzentriert, Kunden aus betroffenen Regionen zurück nach Deutschland zu holen. "Das erforderte eine Meisterleistung auf der logistischen Seite und eine komplette Konzentration der gesamten Organisation darauf", sagte er weiter. "Das haben wir geschafft. Danach ging es darum, die Prozesse des Auszahlens zu systematisieren und zu etablieren. Es ist nicht unser Kerngeschäft, Geld auszuzahlen. Unser Kerngeschäft ist es, unsere Kunden an Destinationen zu bringen."

Quelle: ntv.de, psa