Wirtschaft

"Die USA bleiben ein Kernmarkt"VW-Chef kündigt "CrossBlue"-Start an

04.04.2016, 21:33 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Welchen Kurs schlägt Europas größer Autobauer in den USA ein? VW-Chef Müller lässt an der Strategie des VW-Konzerns keine Zweifel. Volkswagen hält am Projekt "CrossBlue" fest - und nimmt dafür fast eine Milliarde Dollar in die Hand.

Mit Blick auf die anstehenden Termine im April hat VW-Chef Matthias Müller die Bedeutung des US-Markts für Volkswagen unterstrichen. "Die USA bleiben ein Kernmarkt für den Volkswagen-Konzern", sagte Müller der "Bild"-Zeitung. Er bekräftigte, das Unternehmen werde 900 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 790,5 Millionen Euro) in die Entwicklung der Siebensitzer-Geländelimousine "CrossBlue" investieren.

VW drohen wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen weltweit Strafen in Milliardenhöhe. Das genaue Ausmaß der zu erwartenden Belastungen ist noch immer unklar und unter anderem davon abhängig, wie überzeugend der Autobauer den Skandal in den Augen der US-Behörden aufarbeiten kann. In den kommenden Wochen stehen dazu mehrere, richtungsweisende Termine an. Beobachter sprachen in diesem Zusammenhang auch von einem "Schicksalsmonat für VW".

"Speziell für Amerika"

Mit der Markteinführung des Modells CrossBlue will VW auch versuchen, im US-Automarkt ein neues Kapitel aufzuschlagen. "Die Produktion startet Ende des Jahres in Chattanooga. In Summe entstehen so 2000 neue Jobs in den USA", sagte der VW-Chef.

Das Modell, das zwischen Tiguan und Touareg angesiedelt ist, werde "speziell für Amerika" gebaut. Ganz ähnlich hatte sich Müller bereits im Januar auf der Automesse Anfang des Jahres in Detroit geäußert. Das neue SUV-Modell soll Ende 2016 kommen und auch helfen, VW-Pkw in diesem Markt profitabler zu machen.

Neu ist die Idee nicht: Erstmals angekündigt hatte VW das Konzept im Januar 2014 - damals noch unter Konzernchef Martin Winterkorn, als der Abgas-Skandal noch in weiter Ferne lag. Im Sommer 2014 war dann bereits von einer Modell-Offensive die Rede. Das knapp fünf Meter lange und über zwei Meter breite Modell aus dem SUV-Segment war damals bereits speziell für den US-Markt vorgesehen.

Monat der Entscheidungen

Mittlerweile sehen die Rahmenbedingungen in den USA ganz anders aus: Der Wolfsburger Autobauer bekommt auf dem US-Markt neben den Auswirkungen des Abgas-Skandals auch alte Absatzschwächen zu spüren. Am 28. April muss sich die Konzernführung in Wolfsburg der großen Bilanz-Pressekonferenz stellen. Europas größter Autobauer hatte diesen Termin wegen des Abgas-Skandals um mehrere Wochen verschoben.

Eine Woche vorher läuft das Ultimatum eines US-Bezirksrichters aus, der bis dahin endlich eine zufriedenstellende Lösung für die manipulierten Dieselautos sehen will. Außerdem soll im April der Zwischenbericht zu den internen Ermittlungen vorgestellt werden.

Die Aufdeckung des Abgas-Skandals liegt mittlerweile mehr als ein halbes Jahr zurück: Die US-Umweltbehörde EPA hatte den Fall im September 2015 öffentlich gemacht.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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