Wirtschaft

Vier Werke auf der KippeVW-Management will weitere Zehntausende Jobs streichen

26.06.2026, 10:19 Uhr
00:00 / 02:21
512500448
Volkswagen steht vor intensiven Wochen. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Autokonzern Volkswagen plant, bis zu 100.000 Stellen zu streichen. In Deutschland könnten vier Werke geschlossen werden.

Volkswagen steht vor einem weiteren massiven Stellenabbau. In den nächsten Jahren sollten im Konzern weltweit bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Insider. Das entspräche einer Verdoppelung des bisherigen Abbauziels. Der "FAZ" zufolge sollen weltweit bis zu 60.000 Stellen abgebaut werden. Aufsichtsratskreise bestätigten ntv.de, dass es Überlegungen für einen großangelegten Jobabbau gibt. VW-Chef Oliver Blume habe seine Pläne für das Sanierungskonzept dem Vorstand vorgestellt.

Zudem will das Management den Autobauer völlig neu sortieren. So sollen sowohl die Kernmarke Volkswagen als auch die Komponententochter aus dem Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden. In der Logik könnten auch einzelne abgespaltene Marken einfacher am Kapitalmarkt platziert werden. Laut "Manager Magazin" könnten mittelfristig vier Werke geschlossen werden - Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. 

Ein VW-Sprecher erklärte, sein Unternehmen kommentiere interne, vertrauliche Unterlagen nicht. Die zu Grunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. "Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen", ergänzte er. Der gesamte VW-Konzern einschließlich der Marken und Gesellschaften müsse sich tiefgreifend verändern. Der Konzernvorstand habe dazu in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet. "Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen." Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli über das Thema beraten.

Arbeitnehmervertreter kündigten Widerstand an. "Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht. Aber: Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern", teilten IG Metall und Konzernbetriebsrat ntv mit. "Statt blinden Aktionismus zu zeigen, sollte der Vorstand endlich seinen Job machen und sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren: wettbewerbsfähige Produkte, Technologien, Konzernstrukturen und -synergien und damit auch sichere Beschäftigung."

Bis mindestens 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Volkswagen hat bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 angekündigt, davon 35.000 bei der Kernmarke VW.

Quelle: ntv.de, jga/rts

AutoindustrieVolkswagenStellenabbau