Wirtschaft

Streit mit Lieferanten VW prüft Kurzarbeit an vier Standorten

Möglicherweise muss Volkswagen bis zu 20.000 Mitarbeiter an vier Standorten in Zwangsurlaub schicken. Der Konzern prüft Kurzarbeit. Der Streit mit Lieferanten entwickelt sich zum nächsten Drama des Unternehmens.

Der Streit mit einem Lieferanten wächst sich für Volkswagen zu einem Desaster aus. Weil ein Zulieferer keine Teile mehr an die Bänder liefert, muss der vom Abgasskandal schwer erschütterte Konzern voraussichtlich mehr als 20.000 Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken. Für Teile der Produktion in den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Kassel und Zwickau werde Kurzarbeit geprüft, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. Dies sei an den Standorten inzwischen intern bekanntgemacht worden. Details würden derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit geklärt. Die Kurzarbeit sei zunächst für fünf Tage geplant.

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Kommt für 10.000 Mitarbeiter von VW die Kurzarbeit?

(Foto: imago/IPON)

VW Vorzüge
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Allein im Stammwerk Wolfsburg dürfte die Ausweitung der Kurzarbeit einem Insider zufolge mehr als 10.000 Beschäftigte betreffen. Ein VW-Sprecher sagte, man habe die Logistikunternehmen darüber informiert, dass die Produktion des wichtigen Kompaktmodells Golf am Stammsitz von Montag bis Freitag kommender Woche stillstehen werde. Über Kurzarbeit sei noch nicht entschieden. Am Donnerstag waren nach VW-Angaben 8000 Mitarbeiter des Passat-Werks in Emden in Zwangsurlaub geschickt worden, weil Zulieferteile fehlen.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit der Wolfsburger Unternehmensgruppe Prevent. Zwei Töchter des Konsortiums haben die Lieferung von Bauteilen an VW eingestellt. Lies, der das Land im VW-Aufsichtsrat vertritt, sagte, es sei nicht einfach, die Hintergründe der Auseinandersetzung mit der Prevent-Gruppe vollständig zu durchschauen. Volkswagen selbst habe erklärt, Hintergrund sei ein eskalierter Streit über einen Entwicklungs- und Liefervertrag mit den Unternehmen der Prevent-Gruppe. Noch reichten die Information nicht für eine abschließende Bewertung aus. Die bisherigen Schilderungen ließen jedoch den Schluss zu, dass dies ein unglaubliches und für ihn nicht nachvollziehbares Verhalten von Prevent sei.

Die Engpässe machten dem Konzern auch an der Börse zu schaffen: Die Aktie verlor in einem freundlichen Umfeld zeitweise rund ein Prozent, schloss später aber unverändert.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts

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