Wirtschaft

Konsequenzen des Abgas-Skandals VW will wohl belastete Ingenieure entlassen

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Aus Konzernkreisen heißt es, dass VW am 19. Juli Einsicht in die Akten der Braunschweiger Behörde erhielt.

(Foto: dpa)

Nach Einblick in die Akten der Staatsanwaltschaft soll VW nun Mitarbeiter fristlos entlassen wollen, denen eine Verwicklung in den Abgas-Skandal vorgeworfen wird. Zuvor war der Konzern wegen der ausbleibenden personellen Konsequenzen kritisiert worden.

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen droht mehreren beschuldigten Mitarbeitern laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" die fristlose Entlassung. Dieser Tage erhielten die Betroffenen die Kündigung, meldet die Zeitung. Die Ingenieure sollen demnach in die Abgas-Affäre verwickelt sein, gegen sie ermittle auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig.

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Aus Konzernkreisen heißt es, dass VW am 19. Juli Einsicht in die Akten der Braunschweiger Behörde erhielt. Derzeit werde der Inhalt der Ermittlungsunterlagen bewertet. Zudem prüft VW Kreisen zufolge in Abstimmung mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen, ob arbeitsrechtliche Maßnahmen notwendig sind. Weitere Einzelheiten soll es derzeit nicht geben. Nach Informationen der Zeitung wollen sich die betroffenen Mitarbeiter gegen die Kündigungen juristisch zur Wehr setzen. Bislang habe VW auf fristlose Kündigungen verzichtet.

Kurz nach dem Bekanntwerden des Skandals hatte laut dem Bericht Volkswagen seine Mitarbeiter aufgefordert, die Hintergründe zu dem systematischen Betrug offenzulegen.
Auf personelle Konsequenzen wollte der Konzern in diesem Zusammenhang demnach verzichten. Allerdings kritisierte der US-Aufseher Larry Thompson laut "Bild am Sonntag" nun fehlende personelle Folgen. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat insgesamt 49 Beschuldigte im Visier.

Zusätzlich zu den Vorwürfen der Software-Manipulation und Marktmanipulation geht es bei sechs Beschuldigten um falsche CO2- und Verbrauchsangaben sowie in einem Fall um einen Mitarbeiter, der zur Datenlöschung aufgerufen haben soll. Die Anklagebehörde ermittelt unter anderem auch gegen Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn sowie gegen den neuen Konzernchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch wegen möglicher Marktmanipulation. Bei Winterkorn geht es zusätzlich um möglichen Betrug. Er war im September 2015 von seinem Amt zurückgetreten - kurz nachdem US-Behörden Manipulationen bei Dieselautos aufgedeckt hatten.

VW hatte nur mit einer "defeat device" genannten Software die Schadstoffgrenzwerte bei Tests eingehalten. In den USA waren rund 600 000 Fahrzeuge aus dem Konzern betroffen, in Deutschland ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt für etwa 2,4 Millionen Wagen Rückrufe an. Insgesamt hat Volkswagen für Entschädigungen und Strafen in Nordamerika über 25 Milliarden Euro an Kosten verbucht.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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