Wirtschaft

Sorge um die Konjunktur Verbrauchern vergeht die Kauflaune

imago92334964h.jpg

Aus Shoppingtouren wird derzeit einmal mehr nur ein kleiner Bummel: Die Kauflaune der Deutschen trübt sich laut GfK etwas ein.

(Foto: imago images / snapshot)

Gewinnwarnungen, Handelskonflikte und eine zunehmende Sorge um den Job trüben die Kauflaune der Deutschen langsam ein. Zwar steigen zugleich die Einkommenserwartungen. Doch die Jahresprognose der GfK-Experten zur Entwicklung der Konsumausgaben könnte ins Wanken geraten.

Angesichts der sich abschwächenden Konjunktur halten die Bundesbürger ihr Geld zunehmend beisammen. Den dritten Monat in Folge registrierten die Marktforscher der GfK im Juli eine sinkende Kauflaune. "Die Stimmung der Verbraucher zeigt in diesem Monat ein weniger optimistisches Bild", teilte die GfK in Nürnberg mit.

Für August prognostizieren die Marktforscher einen Rückgang beim Konsumklima um 0,1 Punkte auf 9,7 Zähler. Das ist der niedrigste Wert seit April 2017. Bei der Konjunkturerwartung und der Anschaffungsneigung äußerten sich die Befragten pessimistischer als noch vor einem Monat, während die eigene Einkommenserwartung wieder etwas besser eingeschätzt wird.

Nach dem Rückschlag im Vormonat habe sich die Einkommenserwartung im Juli wieder etwas erholt, sagte der GfK-Konsumklimaexperte Rolf Bürkl. So gingen die Verbraucher weiter von einem spürbaren Einkommenszuwachs aus, auch wenn der Job-Boom der vergangenen Jahre langsam zu Ende gehe und die Arbeitslosigkeit kaum noch sinke, erklärte Bürkl. Zu der positiven Stimmung trugen auch die Rentenerhöhungen zu Monatsbeginn bei.

Dagegen verfestige sich die pessimistische Stimmung der Verbraucher, was die weitere wirtschaftliche Entwicklung angeht. "Der Zollstreit mit den USA, die ungelöste Hängepartie um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union und die globale Abkühlung der Konjunktur lassen die Rezessionsängste weiter ansteigen", sagte Bürkl. Vor allem Beschäftigte in den stark exportorientierten Branchen wie der Automobilindustrie und deren Zulieferern seien betroffen. Die nun vermehrt auftretenden Gewinnwarnungen von Unternehmen sowie Meldungen über Personalabbau und die Einführung von Kurzarbeit ließen die Angst vor Jobverlust wachsen, so der Experte.

Auch die Anschaffungsneigung der Bundesbürger nahm im Juli ab. Trotz des aktuellen Dämpfers bleibe aber die Binnennachfrage in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur, betonte Bürkl. Auf Jahressicht gehe er bisher weiter von einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um etwa 1,5 Prozent aus. "Damit das so bleibt, darf sich der Trend beim zurückgehenden Konsumklima aber nicht fortsetzen", mahnte er.

Die GfK-Studie basiert auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Dienstleistungen, Mieten, Reisen und Gesundheit.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema