Wirtschaft

"Keine Baupläne im Internet" Verfassungsschutz warnt Konzerne vor Spähern

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Sensible Daten im Internet: Auch gesetzliche Transparenzpflichten - etwa der Telekom - sollten laut Verfassungsschutz kritisch geprüft werden.

(Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Ausländische Geheimdienste und Saboteure durchsuchen das Internet derzeit gezielt nach Daten, die einen Anschlag auf deutsche Gas- oder Telefonnetze erlauben. Verfassungsschützer raten deshalb davon ab, Baupläne für jedermann zugänglich zu machen.

Nach dem Anschlag auf das Kabelnetz der Deutschen Bahn vom Oktober hat das Bundesamt für Verfassungsschutz deutsche Unternehmen zu mehr Vorsicht bei der Veröffentlichung von Schalt- und Netzplänen im Internet aufgefordert. Wie die "Süddeutsche Zeitung" mit Verweis auf die Behörde berichtet, suchen ausländische Geheimdienste und andere mögliche Saboteure das Internet systematisch nach Information über die deutschen Digital-, Strom- und Gasnetze ab. Um nicht noch Hinweise auf mögliche Anschlagsziele zu liefern, sollten Unternehmen, Behörden und Industrieverbände deshalb nicht mehr so viele Daten, Karten oder Veröffentlichungen herausgeben, die "frei im Internet abrufbar sind", denn sie "bieten häufig sehr detaillierte Informationen", zitiert die Zeitung den Verfassungsschutz. Das gelte zum Beispiel für Präsentationen, die sich ursprünglich an Behörden und Marktteilnehmer richten, aber auch für Kartenmaterial, das Standorte von Anlagen oder Trassenverläufe abbildet, schreiben die Verfassungsschützer laut Bericht.

So ließen sich "Schwachstellen und damit Ansatzpunkte identifizieren, um physische und cybergestützte Sabotagehandlungen durchzuführen". Schlimmer noch: Weil Firmen auch detaillierte Handlungsanweisungen für Krisenfälle ins Internet stellten, erhielten Geheimdienste und Terrorgruppen die Möglichkeit, nach einem Anschlag auch die "Notfallabläufe zu unterbrechen oder zumindest zu stören".

Telekom streicht Datenfreigabe für Infrastrukturatlas

Kritik gibt es laut SZ auch an den gesetzlichen Transparenzpflichten für Unternehmen, die angesichts des Ukraine-Kriegs und anderer neuer Bedrohungen komplett überdacht werden müssten. So wolle etwa die Deutsche Telekom einen Teil der verlangten Daten für den sogenannten Infrastrukturatlas, eine Art digitale Landkarte Deutschlands, nicht mehr liefern, schreibt das Blatt. Die zuständige Bundesnetzagentur wies die Kritik allerdings zurück und erklärte, das "Spannungsfeld" zwischen dem Informationsbedarf der Marktakteure und der Öffentlichkeit sowie dem notwendigen Geheimhaltungsbedarf werde regelmäßig geprüft und neu bewertet.

Hintergrund der Debatte ist der Anschlag auf zwei Glasfaserkabelschächte der Deutschen Bahn im Oktober vergangenen Jahres, mit denen bislang unbekannte Täter den Zugverkehr in ganz Norddeutschland für Stunden weitgehend lahmgelegt hatten. Der Fall sorgte in Sicherheitskreisen vor allem deshalb für Aufregung, weil nicht nur ein Kabel in Berlin, sondern auch die Ersatzleitung im 500 Kilometer entfernten Herne durchtrennt worden war. Der oder die Täter mussten also über großes Insiderwissen verfügen, heißt es in dem Bericht.

Quelle: ntv.de, mau

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