Wirtschaft

Konzern droht Verkaufsstopp Vertragshändler stellen sich gegen BMW

BMW-Händler befürchten durch neue Verträge mit dem Konzern sinkende Gewinnspannen und wollen diese nicht akzeptieren. Sollte bis Ende September keine Einigung erfolgen, würde der Verkauf von Autos über das Händlernetz vorerst stillstehen.

Der Autohersteller BMW hat Streit mit seinen Händlern. Ein Großteil der 550 freien Händler in Deutschland habe eine Frist zur Annahme neuer Verträge mit dem Konzern verstreichen lassen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". "Die uns vorgelegten Verträge über ein Geschäftsmodell 2018+ werden wir so nicht unterschreiben", sagte Peter Reisacher, Präsident des Verbandes Deutscher BMW-Vertragshändler, der Zeitung.

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Die finale Frist werde man nicht akzeptieren und das der BMW AG auch schriftlich mitteilen. Die Händler ignorierten damit auch ein Mahnschreiben des Konzerns, der ihnen eine letzte Frist bis zu diesem Mittwoch setzte.

Gebe es bis Ende September keine Lösung, wäre ab Montag der Verkauf von Autos und Ersatzteilen über das Händlernetz gefährdet, so die Zeitung. Die Häuser, die für elf Milliarden Euro Umsatz bei BMW stehen - allein sechs Milliarden Euro im Neuwagengeschäft, müssten Ende des Monats die Arbeit einstellen. Nur 50 der 600 BMW-Häuser gehören dem Konzern selbst. Im August bekamen die Autohäuser neue Kontrakte zur Unterschrift vorgelegt.

Die Händler befürchten durch die neuen Verträge neben sinkenden Margen auch die Ausweitung des sogenannten Direktvertriebs, den der Konzern mit Großkunden selbst erledigt. Künftig soll die Münchner Zentrale laut Händlerkreisen noch viel mehr an ihnen vorbei erledigen können, zum Beispiel auch das große Zukunftsgeschäft im Internet. Gleichzeitig fordert der Konzern von den Händlern hohe Investitionen, etwa in ansprechendere Verkaufsräume.

BMW wollte sich dem Bericht zufolge nicht zu dem Streit äußern, um eine Lösung in letzter Minute nicht zu gefährden: Man habe noch einige Tage Zeit, um über die Verträge zu verhandeln.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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